SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie kritisch ist der Währungsverfall des Rubel?

17. September 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie kritisch ist der Währungsverfall des Rubel? „Durch die Auswirkungen der Ukraine-Krise, aber auch aufgrund nachlassender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit sowie im Umfeld massiver Kapitalabflüsse ist der russische Rubel zu Euro und US-Dollar auf neue Tiefstände gefallen. Der Währungsverfall belastet vermehrt die russischen Unternehmen“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Geschehnisse am Devisenmarkt zusammen. Wie tief kann der Rubel noch fallen, wie bedrohlich ist die Lage bereits für Russlands Volkswirtschaft? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, für Russlands Finanzinstitute und Unternehmen wird es zusehends schwieriger, ihre ausländischen Schulden zu bedienen oder sich zu refinanzieren. Der Hauptgrund: Der russische Rubel (RUB) befindet sich an den Devisenmärkten im freien Fall und wartet beinahe täglich mit neuen Tiefständen gegenüber Euro und US-Dollar auf.

Steuert Russland gar auf eine Finanzkrise zu? Fakt ist: Seit Jahresbeginn hat das Währungspaar USD/RUB von 33,00 auf 38,36 zugelegt, womit sich der Wert des Rubel gegenüber dem Greenback um über 16 Prozent verringert hat. Sechs Handelstage hintereinander erreichte die russische Währung jeweils ein neues Rekordtief zum US-Dollar. Ein ganz erheblicher Kursverfall der russischen Valuta, der in ähnlicher Weise auch gegenüber dem Euro festzustellen ist. EUR/RUB kletterte im Jahresverlauf 2014 von 45,20 auf 49,72 – ebenfalls ein zweistelliger Kursverlust des Rubel von rund zehn Prozent, der nur deshalb etwas moderater ausfällt, weil der Euro selbst zur Schwäche neigt.

Bereits seit Mitte des Jahres hatte sich Russlands Valuta in einem Abwärtstrend bewegt, doch in den vergangenen Tagen hatte sich dieser nochmals erheblich beschleunigt. Nur Argentiniens Peso hat in 2014 bislang stärker verloren als die russische Währung. Für Russland kommt derzeit vieles zusammen: Die Auswirkungen der verschärften Sanktionen, der Vertrauensverlust in die Wirtschaft des Landes sowie die ansteigenden Inflationsrisiken. Ein weiterer Negativfaktor für den russischen Rubel ist der rückläufige Ölpreis. Gerade erst ist die Notierung unter die 100-US-Dollar-Marke pro Barrel abgesackt, was auch aus charttechnischer Sicht für weitere Verluste spricht. Doch Russland bestreitet weiterhin den Löwenanteil seiner Deviseneinnahmen durch den Verkauf von Öl und Gas, weshalb die Erlöse aus diesem Bereich sinken.

Die Vielzahl der Belastungsfaktoren spricht dafür, dass mit einer Fortsetzung der Talfahrt der russischen Valuta gerechnet werden muss. Analysten sehen den Kurs von USD/RUB noch in diesem Jahr die 40er-Marke übersteigen, doch besonders dunkel sind die längerfristigen Aussichten: Die Devisenterminmärkte preisen bereits einen fortgesetzten Kursverfall des Rubel zum US-Dollar ein, wobei Russlands Währung im Jahre 2017 die Kursmarke von 50,00 überspringen dürfte.

Finanzielle Engagements in Russland sind in Ungnade gefallen, wobei gleich zwei Aspekte zusammenkommen: Zum einen nimmt die Investitionsbereitschaft ausländischer Anleger im russischen Riesenreich ab, zum anderen gibt es eine hohe Zahl an Russen, die ihr Vermögen außer Landes schaffen wollen und für hohe Kapitalabflüsse sorgen.

Tatsächlich hat die Geschwindigkeit der aus Russland abfließenden Kapitalströme zuletzt deutlich zugenommen. Russlands Finanzministerium bestätigte in dieser Woche, dass sich die Kapitalflucht im dritten Quartal beschleunigt hat. Allein im zweiten Quartal flossen bereits 25,8 Milliarden US-Dollar ins Ausland – und für das dritte Quartal wird eine weitere Steigerung der Abflüsse auf rund 30 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit Netto-Kapitalabflüssen aus Russland von bis zu 150 Milliarden US-Dollar – eine Gesamtzahl, die sogar noch die Abflüsse des Jahres 2008 mit der internationalen Finanzkrise übertreffen würde.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie kritisch ist der Währungsverfall des Rubel? Gerade die russischen Bürger leiden unter dem fortgesetzten Wertverlust der heimischen Währung. Lebensmittel werden immer teurer, aber auch die Preise für andere Güter und Dienstleistungen ziehen an. Die für August von offizieller Seite mit 7,6 Prozent angegebene Inflationsrate wird sich weiter erhöhen, zumal die Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Politik noch keine vollständige Wirkung entfaltet haben. Die Konjunkturaussichten für Russland haben sich parallel zur Währungskrise weiter eingetrübt. Die bereits vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise angeschlagene russische Wirtschaft dürfte ein Abrutschen in die Rezession kaum noch verhindern können, spätestens 2015 sollte das russische BIP schrumpfen. Die sich wechselseitig verstärkende Abwärtsspirale von Ökonomie und Währung in Russland ist demnach noch lange nicht an ihrem Ende angelangt.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>