SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie ist die aktuelle Frankenschwäche zu bewerten?

09. September 2015 von um 15:26 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

individualitaetSJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie ist die aktuelle Frankenschwäche zu bewerten? „Anfang des Jahres sorgte die massive Stärke des Schweizer Franken noch für heftige Turbulenzen am Devisenmarkt. Nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) aufgehört hatte, den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken zu verteidigen, verlor das Währungspaar EUR/CHF zeitweise bis zu 30 Prozent und sackte unter die Parität ab,“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die Geschehnisse zu Jahresbeginn zusammen. „Doch von der damaligen Frankenstärke ist nicht mehr viel geblieben. Mittlerweile notiert die Schweizer Valuta auf dem niedrigsten Stand zum Euro seit Januar. Was sind die Gründe für die Schwächephase der Eidgenössischen Währung?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, der Schweizer Franken notiert aktuell so niedrig wie seit Aufhebung des Mindestkurses zum Euro nicht mehr, mit der die SNB im Januar die Märkte überraschte. Notierte das Währungspaar EUR/CHF unmittelbar nach dieser den Devisenmarkt durcheinanderwirbelnden Maßnahme im Umfeld der 1,00er-Marke und zeitweise noch unter der Parität, ist das Währungsduo mittlerweile bis 1,0981 in der Spitze geklettert. Ein Kursanstieg des selbst nicht besonders starken Euro zum Schweizer Franken von fast zehn Prozent, der die Frage nach den Gründen aufwirft.

Was also schwächt den Schweizer Franken, der vor wenigen Monaten noch als „sicherer Hafen“ und Zufluchtsort von Anlagern gefragt war, die sich den Folgen der Euro-Schwäche und den Turbulenzen im EU-Währungsraum entziehen wollten? Es ist eine Rückbesinnung der Investoren auf die für eine Währungsentwicklung langfristig so wichtigen Fundamentaldaten, die zeitweise im Umfeld der Euro-Krise aus dem Blick geraten waren. Die Frankenschwäche ist in erster Linie durch die lahmende Konjunktur in der Alpenrepublik verursacht, die im Kontrast zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone steht.

Denn während im Euro-Währungsraum, vor allem durch die positive Entwicklung in der größten Volkswirtschaft Deutschland, das Wirtschaftswachstum wieder stärker anzieht, zeigen die konjunkturellen Signale in der Schweiz tendenziell nach unten. Bestes Beispiel dafür ist die im August erstmals in diesem Jahr angestiegene Arbeitslosenquote, die von zuvor 3,1 Prozent auf 3,2 Prozent zulegte. Hinzu kommt die Stagnation beim Wachstum des Schweizer Bruttoinlandsproduktes (BIP): Einem Rückgang im ersten Quartal 2015 von -0,2 Prozent stand ein ebenso hoher Anstieg um 0,2 Prozent im zweiten Quartal gegenüber – per saldo keine Verbesserung der Schweizer Wirtschaftsleistung, wobei insbesondere der Dienstleistungssektor in der Handelsbilanz negative Impulse lieferte.

Die unterschiedliche konjunkturelle Dynamik in der Schweiz und der Euro-Zone lässt Devisenmarktexperten erwarten, dass sich der Franken noch weiter abschwächen dürfte und EUR/CHF bald die psychologisch wichtige Marke von 1,10 testen sollte. Wird diese Hürde nachhaltig überwunden, ist charttechnisch der Weg bis zur 1,20er-Marke frei, also dem Kursniveau, das EUR/CHF bis zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 15. Januar 2015 innehatte.

Marktanalysten sehen den Schweizer Franken nicht nur durch sich abkühlende Wirtschaftsdaten, sondern auch durch die zurückgegangene Risikoaversion an den Devisenmärkten unter Druck. Hier sinkt die Attraktivität der Schweizer Währung, da Marktteilnehmer auf mittlere Sicht keine Veränderung bei den derzeit negativen Leitzinssätzen erwarten. So prognostiziert die Credit Suisse, dass die SNB bei ihrer nächsten vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung ihre lockere Geldpolitik und den negativen Einlagezins von -0,75 Prozent bestätigen wird. Auf diese Weise macht die Notenbank den Franken unattraktiv für Investoren, genau wie mit ihren fortgesetzten Verlautbarungen, bei Bedarf weiter am Devisenmarkt zu intervenieren.

SJB FondsSkyline. Fazit: Wie ist die aktuelle Frankenschwäche zu bewerten? Nicht umsonst ist der Franken zum Euro auf den tiefsten Stand seit Januar gefallen: Neben den sich eintrübenden Wirtschaftsdaten in der Alpenrepublik, die zum Teil auch den Folgen der vorherigen schockartigen Abwertung der Valuta geschuldet sind, gerät die Währung ebenfalls durch Kapitalabflüsse von internationalen Investoren unter Druck. Diese hatten zuvor auf den „sicheren Hafen“ am Devisenmarkt gesetzt, werden nun aber von den fortdauernden Negativzinsen abgeschreckt. Damit ist das unmittelbar nach der SNB-Marktintervention von Januar erreichte, stark gedrückte Kursniveau von EUR/CHF auf dem Weg zu einer Normalisierung. Um wieder zu einer fairen Bewertung des Devisenpaares zu gelangen, werden aber noch weitere Kursgewinne des Euro zum Schweizer Franken nötig sein!

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