SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Welche Risiken wirft der endgültige Verkauf der HSH Nordbank auf?

07. Juni 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Welche Risiken wirft der endgültige Verkauf der HSH Nordbank auf? „Bei der in schwere Turbulenzen geratenen HSH Nordbank spricht alles für einen baldigen Verkauf. Die beiden Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein wollen das unrühmliche Kapitel beenden und voraussichtlich noch im Juni einem Verkauf an einen US-Investor zustimmen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die nördlichste deutsche Landesbank zusammen. „Doch der geplante Verkauf des ehemals öffentlich-rechtlichen Instituts wirft viele Fragen mit Blick auf Haftung und Einlagensicherung auf. Sind Anlegergelder in Gefahr?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, der endgültige Verkauf der HSH Nordbank an einen privaten US-Investor scheint unmittelbar bevorzustehen, obwohl nach wie vor zahlreiche Fragen nicht geklärt sind. Nachdem der Landtag in Schleswig-Holstein bereits im April seine Zustimmung erteilt hat, wird nun auch die Hamburgische Bürgerschaft im Juni über den Verkauf der HSH Nordbank abstimmen. Marktbeobachter erwarten ein positives Urteil in der abschließenden Ausschusssitzung, deren Termin auf den 13. Juni festgesetzt wurde.

Wie schon die Parlamentarier in Kiel, werden voraussichtlich auch die Abgeordneten in Hamburg dem Kaufvertrag mit einem Konsortium zustimmen, das von den US-amerikanischen Investoren Cerberus und J. C. Flowers angeführt wird. Die Ausschüsse für Haushalt und öffentliche Unternehmen der Hansestadt Hamburg haben bei einer gemeinsamen Sitzung bereits mit Mehrheit beschlossen, die Zustimmung zum Verkauf zu empfehlen. Damit haben die Länder einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Privatisierung gemacht – es wird jedoch noch nicht der letzte sein.

Denn neben der Zustimmung beider Parlamente müssen ebenfalls die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die EU-Kommission grünes Licht für den Verkauf geben. So schreibt es der Beschluss der EU-Kommission zur Privatisierung der Bank vor. Noch wichtiger aus Investorensicht: Zuvor muss für einen Verkauf die Frage geklärt werden, wer in Zukunft die Anleger der Bank vor möglichen Ausfällen schützt.

Aktuell befindet sich die HSH Nordbank als Landesbank noch unter dem Schutz des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), der das Institut – wie alle seine Mitglieder – als Ganzes schützt und damit auch für das Geld der Anleger höchstmöglichen Schutz gewährt. Nach den aktuellen Regularien würde die HSH noch zwei Jahre nach ihrer Privatisierung Mitglied in diesem Sicherungssystem der öffentlichen Banken bleiben.

Interessant wird es in der Zeit danach: Dann müsste sich das Institut dem privaten Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken anschließen. Doch über diesen Übergang wird derzeit noch hart verhandelt. Hier geht es unter anderem darum, dass die HSH eine Übergangsfrist von drei statt zwei Jahren im Sicherungssystem der öffentlichen Banken verbringen darf. Eine Verlängerung der Mitgliedschaft im Sicherungskreis der Sparkassen und Landesbanken ist aber eine der Bedingungen für den Vertragsabschluss, die die US-Finanzinvestoren im Kaufvertrag mit Hamburg und Schleswig-Holstein sowie den Minderheitseignern der Bank fixiert haben.

Trotzdem bleibt die Frage, was mit der HSH nach dem Ausscheiden aus dem öffentlich-rechtlichen Sicherungssystem geschieht. Die EU-weit geltende Mindestabsicherung von bis zu 100.000 Euro je Anleger wird die Bank sicherstellen können. In diese Grundsicherung muss der Bundesverband Deutscher Banken die HSH Nordbank übernehmen. Weit unsicherer ist jedoch, ob der Verband die Bank auch in seinen deutlich wichtigeren Einlagensicherungsfonds aufnimmt. Dieser sichert die Einlagen der Investoren auch für weit größere Summen ab, nämlich für bis zu 20 Prozent des Eigenkapitals der Bank. Im Falle der HSH Nordbank würden damit Risiken bei den Anlegern in Höhe von insgesamt rund einer Milliarde Euro abgedeckt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Welche Risiken wirft der endgültige Verkauf der HSH Nordbank auf? Nach dem praktisch beschlossenen Verkauf der HSH Nordbank stellt sich die Frage, ob das angeschlagene Institut überhaupt die Voraussetzungen für eine Aufnahme in den Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken erfüllt. Für die Aufnahme in diesen Sicherungsfonds hat der Bundesverband deutscher Banken hohe Ansprüche. So wird unter anderem ein Rating von mindestens „BBB+“ verlangt, das von unabhängigen Wirtschaftsprüfern zu erstellen ist. Bereits jetzt wird kontrovers darüber diskutiert, ob die HSH Nordbank diese Voraussetzungen nach ihrer Privatisierung überhaupt erfüllen kann. Gegen ein Rating auf Investment-Grade-Niveau der HSH Nordbank spricht, dass die Garantie von zehn Milliarden Euro sowie die Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro, die die aktuellen Anteilseigner 2009 gewährt hatten, während der Sanierung der Bank in den vergangenen Jahren längst aufgezehrt wurden. Weitere Verluste für faule Schiffskredite sind jederzeit möglich. Hier sollte sich der Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken sehr genau überlegen, welche unplanbaren Risiken er sich mit einer Aufnahme der HSH Nordbank aufhalsen würde.

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