SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind die Zinsen in der Eurozone zu hoch oder zu niedrig?

30. April 2013 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind die Zinsen in der Eurozone zu hoch oder zu niedrig? „Am Donnerstag kommt es zu einer spannenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Gut die Hälfte der Analysten rechnet mit einer Zinssenkung auf 0,50 Prozent, die andere Hälfte geht von einem unveränderten Leitzins in der Eurozone bei 0,75 Prozent aus“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die aktuellen geldpolitischen Prognosen zusammen. „Während die Aktienmärkte vehement auf eine weitere geldpolitische Lockerung hoffen, sind für Deutschland und seine Wirtschaft die Zinsen im Euroraum schon jetzt eigentlich zu hoch. Andere Länder, besonders jene aus der EU-Peripherie, wollen jedoch mit Macht weitere Zinssenkungen. Was ist der richtige Weg für die EZB? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die Europäische Zentralbank (EZB) befindet sich bei den Zinsen in einem Dilemma. Ein Land wie Deutschland bräuchte eigentlich höhere Zinsen – andere Länder hingegen noch niedrigere. Wie soll EZB-Präsident Mario Draghi also entscheiden? Die Aktienmärkte haben mit ihrem jüngsten Kursanstieg bereits eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte auf dann 0,50 Prozent vorweggenommen. Wenn Draghi jetzt nicht liefert, könnte ein neuerlicher Kursrutsch an den Börsen die Folge sein. Klar ist zudem: Die niedrigen Wachstumsraten sowie die hohen Arbeitslosenquoten in Ländern wie Italien und Spanien lassen eine weitere geldpolitische Lockerung als dringend notwendig erscheinen.

Doch ist dies auch für Deutschland, das „Kernland“ der Europäischen Union, der richtige Weg? Nur selten äußern sich Regierungspolitiker oder gar Bundeskanzlerin Angela Merkel im Vorfeld eines zinspolitischen Entscheids über die Belange der EZB. Doch diesmal gab es eine Ausnahme. Merkel ließ auf dem Sparkassentag in Dresden verlauten, nach ihrer Ansicht müsste die Europäische Zentralbank (EZB) für Deutschland eigentlich die Zinsen erhöhen.

Vollkommen zu Recht sieht Merkel die EZB am Donnerstag vor einer „ganz schwierigen Sitzung“. Während Deutschland höhere Zinsen bräuchte, müsste für andere Länder noch mehr getan werden, dass ausreichend Liquidität zur Verfügung steht und dass diese auch für die Unternehmensfinanzierung ankommt. Doch wie soll die EZTB aus dieser Zwickmühle kommen? Merkel forderte ehrgeizige Reformen in Europa, damit sich die Wettbewerbsfähigkeit der verschiedenen Volkswirtschaften wieder annähert. „Wenn wir wieder zu einem erträglichen Zinsniveau kommen wollen, dann müssen wir diese interne Spaltung des Euroraums überwinden“, betonte die Kanzlerin.

Einen Verbündeten findet Merkel in EZB-Direktor Jörg Asmussen. Dieser warnte vor den negativen Folgen einer Zinssenkung für Deutschland, bei der „langfristig Störungen auftreten könnten“. Im Zentrum der Währungsunion, also in Deutschland, würden die ohnehin schon historisch laxen finanziellen Bedingungen durch eine Zinssenkung noch weiter gelockert. Zu lange zu niedrige Zinsen würden jedoch zu Störungen führen und reale Kosten in beträchtlicher Höhe verursachen. Der Nutzen einer weiteren Leitzinssenkung der EZB sei fraglich, selbst für die wachstumsschwachen EU-Staaten, hob Asmussen hervor. Wegen der „fragmentierten Finanzmärkte“ könnten niedrigere Zinsen sogar in einer Art und Weise wirken, wie sie von der EZB gar nicht gewünscht sei, betonte er: „Angesichts der gestörten Übertragungskanäle der Geldpolitik wären die Effekte von Zinssenkungen in der Peripherie begrenzt, genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht würden.“

SJB FondsSkyline. Fazit. Sind die Zinsen in der Eurozone zu hoch oder zu niedrig? Die Frage nach der Angemessenheit des aktuellen Zinsniveaus in der Eurozone lässt sich tatsächlich nur so beantworten: Für einige Länder wie Deutschland sind die Zinsen bereits schon jetzt zu niedrig, für andere EU-Staaten wie Italien, Spanien oder Portugal hingegen immer noch zu hoch. Dieser Umstand führt einen Konstruktionsfehler der Europäischen Währungsunion vor Augen, bei dem nicht so schnell für Abhilfe gesorgt werden kann. Eine einheitliche Zinspolitik erfordert eine relativ homogene Entwicklung der einzelnen Volkswirtschaften des Euroraumes. Diese mag in einer Wachstumsphase noch gegeben sein, fällt jedoch weg, wenn einzelne Länder in der Rezession verharren, andere hingegen robuste Wachstumsraten aufweisen. Wenn Mario Draghi am Donnerstag jetzt nochmals die Zinsen senkt, wird dieser Geburtsfehler der EU erneut offenbar werden.

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