SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Profitieren deutsche Unternehmen von der Euro-Krise?

04. September 2012 von um 14:15 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Profitieren deutsche Unternehmen von der Euro-Krise? „Für Unternehmen aus südeuropäischen Ländern wie Spanien oder Italien wird es immer schwieriger, Kredite aufzunehmen. Bei Staatsanleihen aus dieser Region ist das Szenario ganz ähnlich – die Zinsen steigen immer stärker an“, analysiert Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, im aktuellen StandPunkt. „Doch es gibt auch Gewinner dieser Entwicklung: Deutsche Firmen können sich so günstig wie nie frisches Geld besorgen. Die Konsequenz: Der europäische Währungsraum driftet immer stärker auseinander.“

Liebe FondsBlogger, die Krise in der Euro-Zone trifft in verstärktem Maße Firmen aus Südeuropa. Den jüngst veröffentlichten Statistiken der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge sind die Zinsen für Kredite in den von der Finanzkrise am stärksten betroffenen Staaten wie Spanien oder Italien zuletzt deutlich gestiegen. Am schlimmsten trifft es die iberische Halbinsel: Für kleine spanische Unternehmen sind Kredite so teuer wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Während die zunehmende Kreditklemme in Südeuropa den dortigen wirtschaftlichen Aufschwung behindert, reiben sich deutsche Firmen die Hände: Sie erhalten frisches Geld zu rekordverdächtigen Niedrigzinsen.

Und genau hier liegt das Problem: Eigentlich soll die einheitliche Zinspolitik in der Währungsunion dafür sorgen, dass sich Europas Unternehmen zu ähnlichen Bedingungen refinanzieren können. Zu diesem Zweck setzt die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins für die gesamte Euro-Zone fest, zu dem sich Banken Geld bei der Notenbank leihen können. Das aktuelle Zinsniveau ist mit 0,75 Prozent äußerst niedrig. Normalerweise müssten die Kreditinstitute diesen Zins mit einem gewissen Aufschlag an die Unternehmen weitergeben. Doch dieser Mechanismus funktioniert derzeit nicht mehr: Die Schere zwischen den Kreditzinsen in Spanien und Italien und denen in Deutschland geht immer weiter auseinander.

Konkret heißt dies: Kredite in Spanien bis zu einer Million Euro mit einer ein- bis fünfjährigen Laufzeit kosten aktuell 6,5 Prozent an Zinsen. Dies ist der höchste Wert seit Ende 2008, als die Finanzkrise ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte und die EZB ihren Zinssenkungszyklus startete. In Italien müssen Firmen für einen vergleichbaren Kredit mit 6,24 Prozent Zinsen kaum weniger zahlen. Ganz anders in Deutschland: Hier liegt der Wert bei 4,04 Prozent und damit so niedrig wie noch nie innerhalb der im Jahre 2003 eingeführten EZB-Statistiken.

So erhalten deutsche Unternehmen einen massiven Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren südeuropäischen Konkurrenten, die ohnehin in Bedrängnis geraten sind. Die logische Folge: Anstatt sich allmählich wieder anzunähern, geht die Kluft zwischen starken und schwachen Volkswirtschaften immer weiter auseinander. Damit werden die mit der Euro-Einführung verbundenen Pläne und Ideen konterkariert. Marktexperte David Riley von der Rating-Agentur Fitch befürchtet bereits das Schlimmste: „Wenn sich dieser Trend verstärkt, bekommen wir es mit einer fundamentalen Neuordnung der Euro-Zone zu tun. Das untergräbt das Grundprinzip des Euro – und könnte womöglich dazu beitragen, dass er auseinander bricht.“

SJB FondsSkyline. Fazit. Profitieren deutsche Unternehmen von der Euro-Krise?Sich daran zu erfreuen, dass deutsche Unternehmen auf Umwegen von der Euro-Krise profitieren, ist wesentlich zu kurz gedacht. Die Niedrigzinsen für deutsche Firmen wirken sich zwar positiv aus, verschlimmern aber die Gesamtproblematik und bedrohen in letzter Instanz die Eurozone in ihrer Gesamtheit. Dem Auseinanderklaffen der Zinsschere zu begegnen, ist vor allem die Europäische Zentralbank gefordert. Deren klassische Geldpolitik hat ihre Wirkung verloren. Auch deshalb hat EZB-Präsident Mario Draghi bereits angekündigt, „ungewöhnliche Maßnahmen“ zu ergreifen. Ein Aufkaufprogramm für Staatsanleihen krisengeplagter Euroländer dürfte schneller kommen, als mancher erwartet. Bereits am Donnerstag tagt der EZB-Rat und könnte entsprechende Beschlüsse fassen.

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