SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll man Portugal mehr Zeit für Reformen geben?

13. September 2012 von um 14:15 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll man Portugal mehr Zeit für Reformen geben? „Die portugiesische Regierung plant, bereits in einem Jahr wieder an die Kapitalmärkte zurückzukehren und sich dort über die Ausgabe neuer Staatsanleihen zu refinanzieren. Zugleich hat Lissabon nach Gesprächen mit der Troika angekündigt, das EU-Defizitziel von drei Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Prozent der Wirtschaftsleistung erst 2014 statt 2013 erreichen zu wollen“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen im aktuellen StandPunkt zusammen. „Soll man Portugal, das bislang mit seinen Reformbemühungen ein sehr positives Echo an den Märkten gefunden hat, diesen Aufschub gewähren?“

Liebe FondsBlogger, es sieht ganz so aus, als bekomme Portugal für die Umsetzung seiner Spar- und Reformpläne mehr Zeit von der aus EU-Kommission, IWF und EZB bestehenden Troika eingeräumt. Nach deren Willen muss die Regierung in Lissabon das Defizitziel von drei Prozent nun erst 2014 statt 2013 erreichen. Die Troika gewährte die Erleichterung mit Verweis auf die Fortschritte der Regierung bei der Umsetzung der Sparbemühungen und die zugleich verschärfte Rezession. Denn die Verschärfung der Krise in Spanien, das den wichtigsten Absatzmarkt für Portugals Exporte darstellt, hat die portugiesische Konjunktur weiter belastet.

Eine große Erleichterung für das mit einem weiter schrumpfenden Bruttoinlandsprodukt (BIP) konfrontierte Portugal bedeutet dieser Aufschub jedoch nicht. Vielmehr müssen sich die Portugiesen auf neue Sparmaßnahmen einstellen. Denn die Troika ist zu dem Ergebnis gekommen, dass selbst dann, wenn das Sparziel gestreckt wird, zusätzliche Anstrengungen notwendig sind. So will sich Portugal noch im laufenden Jahr von weiteren Staatsbetrieben trennen und die Privatisierung der Fluggesellschaft TAP sowie des Flughafenbetreibers ANA abschließen. Weiterhin will der portugiesische Staat einem Teil seiner Rentner 3,5 bis zehn Prozent der Altersbezüge streichen.

Zugleich bereitet das Finanzministerium eine Einkommensteuerreform vor, die zwar einerseits das Steuersystem vereinfachen soll, andererseits aber die Steuerzahler mit insgesamt höheren Belastungen konfrontiert. Noch im laufenden Jahr wird der Steuersatz auf Kapitaleinkünfte und Aktiengewinne in Portugal auf 26,5 Prozent angehoben. Auch eine „Luxussteuer“ kommt: Wohnhäuser mit einem Wert von über 1 Million Euro, Jachten und teure Autos werden zusätzlich besteuert. Nach jüngsten Schätzungen könnte der portugiesische Staat zusammen mit der kurz zuvor angekündigten Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer mit diesen neuen Steuern Mehreinnahmen von 5 Milliarden Euro erreichen. Dies wäre ein schönes Polster für die Regierung in Lissabon, das nun auf 4,5 Prozent nach oben korrigierte Defizitziel für 2013 einzuhalten.

Trotzdem stellt sich die konjunkturelle Lage in Portugal weiter trübe dar, ein Ende der scharfen Rezession ist noch nicht abzusehen. Ökonomen zufolge dürfte das Land mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -3,1 Prozent in 2012 und mit einem weiteren Minus von -1,4 Prozent in 2013 konfrontiert sein. Damit wäre das portugiesische BIP seit Beginn der Krise um über sechs Prozent zurückgegangen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Soll man Portugal mehr Zeit für Reformen geben? Insgesamt ist festzuhalten, dass Portugal trotz der unbestritten schwierigen Situation des Landes bei seiner wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit wie auch bei der Haushaltskonsolidierung unübersehbar Fortschritte gemacht hat. Da die Sparziele der Troika ohnehin recht hoch gesteckt waren, ist es damit nur konsequent, dass dem Land mehr Zeit zur Erreichung der Auflagen gegeben wird. Denn prinzipiell hat sich die portugiesische Regierung als kooperativ und reformfreudig erwiesen. Eine noch größere Belastung der portugiesischen Bürger wäre hingegen kontraproduktiv, da das BIP-Minus und die Arbeitslosigkeit nur noch stärker anwachsen würden Deshalb soll Portugal nun auch die Zeit haben, den Erfolg seiner Reformen und Sparmaßnahmen abzuwarten.

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2 Antworten zu "SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll man Portugal mehr Zeit für Reformen geben?"

  1. SCHUMANN VEIKKO

    Sehr geehrter Herr Bennewirtz,

    sollte man zum jetzigen Zeitpunkt in die Krisenstaaten Portugal, Spanien oder Griechenland investieren- antizyklisch gedacht?
    Ich weiss, Sie dürfen keine direkte Anlegerinformation geben aber ein Tipp ob es sich lohnen würde?
    Wäre für Ihre Eindschätzung dankbar.
    Mit freundlkichen Grüßen
    Schumann Veikko

    • Danke für Ihre Nachfrage. Gute antizyklische Märkte sind zu dem Zeitpunkt besonders interessant, wenn diese die im öffentlich Bewusstsein sehr stark negativ belastet sind. Dies ist sicherlich aktuell bei Griechenland der Fall. Ein Blick hinter der Kulisse bestimmter Wertpapiere kann sich lohnen. Diese bedürfen allerdings in der heutigen Zeit der Staatsbankrotte der ganz besonders intensiven Prüfung. Letztlich erzählte mir ein Obsthändler, dass er in Griechenland nun sehr preiswert einkaufen können. Sein Obsthandel erzielt daher aktuell hohe Gewinne. Fazit: Chancen werden in den Krisen und nicht in der Euphorie geboren. Viel Erfolg bei der Suche!Freue mich wieder von Ihnen zu Lesen.

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