SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Muss die Krisenbank Monte dei Paschi mit Steuergeldern gerettet werden?

22. Dezember 2016 von um 13:30 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

individualitaetSJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Muss die Krisenbank Monte dei Paschi mit Steuergeldern gerettet werden? „Lange wurde die Lage bei der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi beschönigt und das wahre Ausmaß der Probleme unter den Teppich gekehrt – doch nun kommt die Wahrheit ans Tageslicht. Am Mittwoch gab die Bank zu, dass ihre Finanzlage weit schlechter ist als bisher bekannt“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Italiens Bankenlandschaft zusammen. „Das italienische Parlament hat nun den Weg für eine 20-Milliarden-EUR-Leihe freigemacht, um der Bank im Notfall helfen zu können. Doch wurde uns nicht versprochen, dass in der EU keine Steuergelder mehr zur Bankenrettung aufgewendet werden?“ Alle Details zu diesem kontroversen Thema finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die italienische Krisenbank Monte dei Paschi hat am Mittwoch die Finanzmärkte geschockt und signalisiert, dass sie aufgrund der kritichen Finanzsituation auf staatliche Unterstützung angewiesen sein könnte. Die Konsequenz hieraus: Italiens Parlament musste eilig grünes Licht für eine 20-Milliarden-EUR-Leihe des Staates geben, um der angeschlagenen Bank im Notfall helfen zu können. Die politische Maßnahme konnte die bedrohliche Lage bei der drittgrößten Bank des Landes im letzten Moment stabilisieren: Noch am Mittwochmorgen war die Aktie der Monte dei Paschi auf ein neues Rekordtief gerutscht, nachdem die älteste Bank der Welt verkündet hatte, in einer äußerst prekären Finanzsituation zu sein.

An den Börsen legte die Aktie von Monte dei Paschi im Umfeld der Meldungen eine Achterbahnfahrt hin. Zuerst brach der Kurs der Bankaktie am Mittwoch um über 18 Prozent auf ein neues Allzeittief von 15,10 EUR ein, nach der Nachricht über das mögliche staatliche Rettungsprogramm sprang der Kurs wieder über die 17-EUR-Marke nach oben und begrenzte seine Tagesverluste auf rund sieben Prozent. Zeitweise war die Aktie an der Mailänder Börse vom Handel ausgesetzt. In der jüngsten „Wasserstandsmeldung“ des italienischen Geldhauses hatte es geheißen, das vorhandene Geld reiche nur noch für vier Monate. Ein Schock für die Märkte, denn bislang war die Konzernführung davon ausgegangen, dass die Liquidität des Instituts noch für elf Monate ausreichen könne.

Die Zahlen signalisieren: Das Geldhaus Monte Paschi braucht bis Ende des Jahres fünf Milliarden Euro an frischem Kapital, die entweder von privaten Investoren eingesammelt oder durch staatliche Hilfen in die Kasse kommen müssen. Die Zuversicht, das benötigte Kapital von Privatinvestoren zu erhalten, war in den letzten Tagen rapide gesunken.

Um die Lage nicht völlig eskalieren zu lassen, machte die italienische Regierung ihre Ankündigung war und stellte in beiden Kammern des Parlaments den Antrag für ein 20 Milliarden Euro schweres Notfallpaket. Konkret heißt dies, nachdem Abgeordnetenhaus und Senat in Rom grünes Licht gegeben haben: Der italienische Staat kann sich bis zu 20 Milliarden Euro zur Stützung von in Schieflage geratenen Banken leihen. Dabei ist es nicht nur die Monte dei Paschi als drittgrößte Bank des Landes, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Auch die Banca Popolare di Vicenza und die Veneto Banca gelten als potenzielle Kandidaten für staatliche Hilfen. Denn die gesamte Branche des Landes leider unter einem Berg fauler Kredite, der sich im Zuge der fortgesetzten Konjunkturflaute angehäuft hat. Italiens Ökonomie ist weiter äußerst wachstumsschwach, so dass sich in der Krise Problem-Darlehen in Höhe von 356 Milliarden Euro in den Bankbilanzen aufsummiert haben. Der akuteste Finanzbedarf besteht beim Geldhaus Monte dei Paschi, das mit einer nur dünnen Kapitaldecke ausgestattet ist und deshalb am meisten nach staatlichen Hilfen verlangt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Muss die Krisenbank Monte dei Paschi mit Steuergeldern gerettet werden? Nachdem alle Versuche der Bank gescheitert sind, sich mit der Ausgabe neuer Aktien oder durch eine Beteiligung des Staatsfonds von Katar das dringend benötigte frische Kapital zu besorgen, wird wohl doch der italienische Staat einspringen müssen. Die Voraussetzungen dafür sind mit dem italienischen Parlamentsbeschluss gegeben. Doch wenn die Regierung mit ihren 20 Milliarden Euro einspringen soll, sind zuvor wichtige Fragen zu klären. Die EU-Regularien zur Bankenrettung sehen vor, dass zuerst Aktien- und Anleihenbesitzer der kriselnden Geldhäuser Verluste tragen müssen, bevor der Staat einer Bank hilft. Kleinanleger und Sparer sollen hingegen vor finanziellem Schaden bewahrt werden, wie auch Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan versicherte. Im Falle einer staatlichen Bankenrettung würde wieder einmal das Geld der Steuerzahler für kriselnde Geldhäuser verwendet – ein Fall, der eigentlich seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr eintreten sollte. Doch im Ernstfall sind alle Versprechungen von EU-Offiziellen wertlos; auch die Monte die Paschi wird mit Steuergeldern vor dem Ruin bewahrt!

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