SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Macht der Inflationsanstieg baldige Zinserhöhungen wahrscheinlich?

31. August 2017 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Macht der Inflationsanstieg baldige Zinserhöhungen wahrscheinlich? Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.„Anfang September findet die mit Spannung erwartete nächste EZB-Sitzung statt, in der von Mario Draghi neue Aussagen zur künftigen geldpolitischen Ausrichtung sowie der Zukunft des Anleihekaufprogramms erwartet werden. Pünktlich zur nächsten EZB-Sitzung sind nun neue Inflationsdaten vermeldet worden, die den EZB-Präsidenten weiter unter Druck setzen, eine baldige Zinswende vorzunehmen“, berichtet Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich. „So hat die jährliche Teuerungsrate in Deutschland im August bei 1,8 Prozent gelegen. Auch für die gesamte Eurozone sind damit gestiegene Inflationswerte zu erwarten, die eine geldpolitische Straffung nahelegen. Muss Draghi also bald die Zinsen erhöhen?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, rund eine Woche vor der entscheidenden geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Inflation in Deutschland weiter zugelegt. Die deutschen Verbraucherpreise stiegen im August im Schnitt um 1,8 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat – im Juli waren es noch 1,7 Prozent gewesen. Diese Beschleunigung des Inflationsanstiegs wird von Spanien nochmals übertroffen: Hier lag der für August veröffentlichte Zuwachs sogar bei 2,0 Prozent.

Was bedeutet dies für den Euroraum? Mit dem stärkeren Preisanstieg im August in Deutschland und Spanien sind die Chancen deutlich gestiegen, dass auch für die Gesamtheit der Eurozone ein Inflationsanstieg verzeichnet werden kann. Vor der entscheidenden EZB-Sitzung nächste Woche liefert dies Argumente für all diejenigen, die EZB-Präsident Mario Draghi zu einem baldigen Kurswechsel in der Zinspolitik drängen. Das mittelfristige Inflationsziel der EZB liegt bei knapp 2,0 Prozent. Um dies zu erreichen, kauft die Notenbank seit März 2015 massiv Staatsanleihen der Euro-Länder, zuletzt auch Unternehmensanleihen auf. Daher spielt die Preisentwicklung eine entscheidende Rolle bei der Frage über die Zukunft der billionenschweren Anleihenkäufe. Viele Experten gehen davon aus, dass die Notenbank die Käufe ab Januar 2018 schrittweise reduzieren wird, und steigende Inflationsraten machen dieses Szenario noch wahrscheinlicher.

Aber werden die anziehenden Teuerungsraten in der Eurozone auch Mario Draghi überzeugen, der sich zuletzt zwar optimistisch über die Wirtschaft im Euroraum geäußert hat, in einem anderen wichtigen Punkt aber stets zurückhaltend blieb? Dies ist keinesfalls sicher, denn der Chef der Europäischen Zentralbank betonte in der vergangenen Woche auf der Notenbankkonferenz im amerikanischen Jackson Hole, dass er bislang „noch keine selbsttragende Annäherung der Inflation an das mittelfristige Ziel der EZB sehe“. Geht es nach dieser Äußerung Draghis, so ist ein erhebliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung immer noch gerechtfertigt, eine baldige Zinsanhebung in der Eurozone nicht zu erwarten.

Hinzu kommen die neuen Turbulenzen am Währungsmarkt, die die Lust der EZB auf eine baldige geldpolitische Straffung senken. Vor allem der zuletzt kräftig gestiegene Wechselkurs des Euro, der gegenüber dem US-Dollar die 1,20er-Marke übersprang, bereitet einigen Ratsmitgliedern Sorgen. Dies wiederum könnte dazu führen, dass die Notenbank die Entscheidung aufschiebt und Zinserhöhungen hintenanstellt, um weiteren Aufwertungsdruck vom Euro zu nehmen.

Eigentlich sind die jüngsten Inflationsdaten eine gute Nachricht für Deutschland und für die EZB, denn sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass auch die von Eurostat vorgelegten Zahlen für den gesamten Euroraum höher ausfallen und sich der EZB-Zielmarke nähern. Draghi dürfte beim geldpolitischen Treffen in der kommenden Woche versuchen, den negativen Einfluss der jüngsten Aufwertung des Euro auf das Wachstum und die Inflation herunterzuspielen. Stattdessen könnte der Italiener versuchen, den stärkeren Euro als Resultat einer gestiegenen Attraktivität des Euroraums darzustellen und nicht als ein Problem – so würde eine baldige Zinswende besser vermittelbar.

SJB FondsSkyline. Fazit. Macht der Inflationsanstieg baldige Zinserhöhungen wahrscheinlich? Auch wenn Mario Draghi und seine Kollegen aus dem EZB-Rat vor dem geldpolitischen Treffen am kommenden Donnerstag positive Signale von der EU-Preisentwicklung erhalten haben, rechne ich immer noch nicht damit, dass sich der EZB-Chef zur Ankündigung eines baldigen Zinsanstiegs durchringen wird. Eine auf 1,4 Prozent angestiegene EU-Inflationsrate wird Draghi nicht ausreichen, ein schnelles Ende der Anleihekäufe oder die Ankündigung einer „Zinswende“ zu vermelden. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die zügige Euro-Aufwertung, die ihm alles andere als recht sein kann und die geldpolitischen Impulse noch verstärken würde. Die zunehmende Ernüchterung über US-Präsident Trump, seine ausbleibenden Wirtschaftsreformen und Steuersenkungen schwächen den US-Dollar zusätzlich. Angesichts des überschießenden Euro-Kurses und der politischen Verhältnisse in den USA wird Draghi den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik weiter herausschieben und steigende Kapitalmarktzinsen im Euro-Raum zu vermeiden suchen.

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