SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist Irland der Musterknabe unter den EU-Schuldenstaaten?

18. September 2012 von um 14:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist Irland der Musterknabe unter den EU-Schuldenstaaten? „Immer wieder ist in den Medien zu vernehmen, Irland sei so etwas wie der „Musterschüler“ unter den EU-Krisenstaaten und könne anderen Nationen als Vorbild dienen“ berichtet Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K.. PortfolioManagement. Antizyklisch.SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, im aktuellen StandPunkt. „Aber ist diese Einschätzung überhaupt zutreffend? Auch auf der „grünen Insel“ ist längst nicht alles im grünen Bereich. Das Haushaltsdefizit bleibt hoch, die Konjunktur springt nur zögerlich an. Aber schauen wir auf die Details.“

Liebe FondsBlogger, die Aussage, Irland sei der Musterschüler unter den EU-Schuldenstaaten, hört man relativ häufig. Ein Grund: Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) hat regelmäßig Dublins Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise gelobt. Positiv zu vermerken ist besonders, dass Irland im Juli erstmals seit dem Inanspruchnehmen des Rettungsschirms Staatsanleihen am freien Markt erfolgreich platzieren konnte. Nachdem es mit kurzen Laufzeiten recht gut geklappt hat, kündigte Irlands Europa-Staatsministerin Lucinda Creighton nun für Oktober an, neue Bonds mit zwei unterschiedlichen Laufzeiten zu emittieren.

Wie sieht es mit der Entwicklung beim Wirtschaftswachstum aus? Irland konnte 2011 immerhin ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von +1,4 Prozent verzeichnen. Danny McCoy, Chef des Arbeitgeberverbands IBEC, betont, dass die „grüne Insel“ wieder „hochgradig wettbewerbsfähig“ sei: Zur Begründung führt er deutlich gesunkene Lohnstückkosten, den anhaltenden Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments, FDI) und den neuen Anstieg der irischen Exporte an.

Klar ist: Seit der 2010 getätigten Hilfszusage der EU und des IWF über 67,5 Milliarden Euro hat sich Irland erheblich erholt: War das reale Bruttoinlandsprodukt zwischen 2007 und 2010 um -8,2 Prozent gefallen, werden nun immerhin wieder leicht positive Werte erreicht. Für das laufende Jahr 2012 rechnet die Regierung mit einem Wirtschaftswachstum von +0,5 Prozent.

Doch die Zeit der Einschnitte durch die Sparanstrengungen der Regierung ist noch nicht vorbei. Irlands Haushaltsminister Brendan Howlin kündigt für das Staatsbudget 2013 bereits weitere harte Einschnitte an. Nun gehe es beim Sparen ans Eingemachte, bereitet er die Bevölkerung auf neue Kürzungsrunden vor. Zugleich setzt sich Howlin für eine „Neuverhandlung der Bankenhilfen“ ein: Denn 43 Prozent seines BIP habe Irland in die Rettung angeschlagener Banken investiert, betont der Minister. Diese Milliardenhilfen würden die Verschuldung wieder so negativ beeinflussen, dass Irland nach IWF-Berechnungen 2013 mit 119,5 Prozent des BIP verschuldet sein werde. Howlin empfiehlt deshalb, der Euro-Rettungsschirm solle seine Kredite in Anteile an irischen Banken umwandeln.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist Irland der Musterknabe unter den EU-Schuldenstaaten? Ganz so einfach ist es mit der Einschätzung, Irland sei das leuchtende Vorbild für alle kriselnden Euro-Staaten, dann doch nicht. Denn die Arbeitslosenquote hat sich auf fast 15 Prozent erhöht. Der irische Ökonom Paul Sweeney betont denn auch, er sehe „keinerlei Erholung auf dem Binnenmarkt und Irland überhaupt nicht auf dem Weg der Erholung“. Denn von den steigenden Ausfuhrzahlen können die irischen Arbeitnehmer nicht direkt profitieren. Der Binnenkonsum leidet weiter, weshalb Sweeney eine Abmilderung der die breite Bevölkerung betreffenden Sparprogramme und eine Erhöhung der äußerst niedrigen Körperschaftsteuer von 12,5 Prozent fordert. Klar ist zudem: Erst im Jahre 2015 wird das irische Haushaltsdefizit die Maastricht-Kriterien wieder erfüllen können. Zu einer nachhaltigen Erholung ist es demnach auch für den scheinbaren „Musterschüler“ Irland noch ein weiter Weg.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater kennt sich nicht nur mit der „grünen Insel“, sondern auch mit allen Maßnahmen zum Schutze Ihrer Vermögenswerte vor der Finanzkrise aus. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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