SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Hilft der neue Rettungsfonds den italienischen Banken wirklich?

13. April 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

individualitaet SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Hilft der neue Rettungsfonds den italienischen Banken wirklich? SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.„Zur Wochenmitte konnten sich europäische Banken-Aktien über hohe Kursgewinne freuen. Der Grund: In Italien wurde ein milliardenschwerer Fonds zur Rettung der Krisenbanken des Landes aufgelegt. Die Erleichterung bei den Marktteilnehmern war groß, zumal die Europäische Union signalisierte, den Fonds nicht als eine unerlaubte staatliche Beihilfe zu betrachten,“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um Italiens Banken zusammen. Doch warum brauchen die italienischen Geldhäuser diesen Hilfsfonds so dringend, wer sind die Geldgeber dieses an der Börse gefeierten Rettungsvehikels? Alle Details zu diesem spannenden Thema finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, um Italiens Banken steht es seit Längerem alles andere als gut. Die Geldhäuser sitzen auf einem Berg fauler Kredite, der einige von ihnen längst in ihrer Existenz bedroht: Marktbeobachter schätzen, dass sich in den Bilanzen von Italiens Banken während der dreijährigen Rezession nicht mehr bediente Kredite im Volumen von rund 360 Milliarden Euro angesammelt haben. Dies bremst nicht nur die Vergabe neuer Kredite in dem Land, sondern sorgt für schwerwiegende Turbulenzen in der Bankenlandschaft. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi versucht nun mit seiner Reformpolitik, das heimische Finanzsystem zu bereinigen und die Bankbilanzen wieder auf solide Füße zu stellen.

Geplant ist hierfür ein neuer Stützungsfonds, der die Bankbilanzen von faulen Krediten entlasten und die Kreditvergabe in Italien wieder ankurbeln soll. Bereits im Januar hatte die Regierung in Rom mit der EU-Kommission über die Bedingungen für mögliche Hilfen zugunsten der Banken Einigung erzielt. Der Kernpunkt der Vereinbarung: Der Hilfsfonds muss von der privaten FondsGesellschaft Quaestio geführt werden, damit Italien seinen Banken keine nach EU-Recht verbotene Staatshilfe gewährt. Quaestio verwaltet nach eigenen Angaben Vermögenswerte in Höhe von rund zehn Milliarden Euro und ist über die Fondazione Cariplo, die wiederum zu Intesa Sanpaolo gehört, den italienischen Banken verbunden.

Renzis Pläne: Der von Quaestio geleitete Stützungsfonds soll Garantien geben, die das Verlustrisiko für Käufer von faulen Krediten begrenzen. Dafür müssen die italienischen Banken in den Fonds einzahlen, auch der italienische Staat darf bürgen. Außerdem soll sich der rund fünf Milliarden Euro umfassende Fonds an Kapitalerhöhungen beteiligen dürfen, melden italienische Nachrichtenagenturen.

Was macht die Notwendigkeit eines solchen Bankenrettungsfonds so dringend? Befördert wurde der Stützungsplan durch die akuten Probleme zweier italienischer Geldhäuser, der Banca Popolare di Vicenza sowie der Veneto Banca. Beide verfügen nicht mehr über die nötige Kapitaldeckung und müssen zusammen fast drei Milliarden Euro einsammeln, um ihre monetäre Basis zu stärken. Die Popolare Vicenza plant zudem einen Börsengang und hat dafür die Großbank UniCredit als Bürgen gewinnen können.

Nachdem am späten Montagabend eine endgültige Einigung über das Auflegen des milliardenschweren Hilfsfonds erzielt wurde, war bei den italienischen Banken das große Aufatmen angesagt. Der Rettungsfonds mit Namen „Atlante“ soll den heimischen Instituten die faulen Kredite abnehmen, bei denen es fraglich ist, ob sie jemals zurückgezahlt werden. Die Geldhäuser, das italienische Finanzministerium und die Notenbank freuten sich über ihre Einigung, die insbesondere an der Börse mit Kursgewinnen der Bankentitel gefeiert wurde. Die Aktien von UniCredit legten am Mittwoch um über sieben Prozent zu, der Kurs der Banca Monte dei Paschi di Siena konnte einen Zugewinn von mehr als sechs Prozent verbuchen. Schon am Vortag hatten italienische Banken bis zu rund zehn Prozent zugelegt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Hilft der neue Rettungsfonds den italienischen Banken wirklich? Dass Banken-Aktien aufgrund der Einrichtung des italienischen Rettungsfonds derart kräftige Kursgewinne verzeichnen, ist fundamental nicht zu rechtfertigen. Denn der Atlante-Hilfsfonds verlagert wieder einmal die Probleme nur, indem er die faulen Kredite in eine neue Gesellschaft überführt, gelöst wird die Problematik aber keineswegs. Hinzu kommt: Die beiden größten italienischen Banken Intesa Sanpaolo und UniCredit müssen jeweils eine Milliarde Euro zum Fonds beisteuern und zahlen damit für ihre eigene Rettung bzw. die ihrer Branche selbst. Der milliardenschwere Fonds zur Stützung der Krisenbanken des Landes kann zwar sicherstellen, von EU und EZB nicht als eine unerlaubte staatliche Hilfe eingestuft zu werden, macht aber keineswegs mit dem Prinzip Schluss, einmal aufgelaufene Risiken in immer neue Konstrukte zu verschieben, anstatt sie konsequent zu bereinigen. Mit einer solchen Verhaltensweise wird sich, in Italien genau wie in der gesamten Eurozone, weder der Staatsbankrott noch eine Reihe von Bankenpleiten verhindern lassen!

 

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Kategorien: Echo. Analytisch.
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