SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie schlecht geht es Deutschlands Banken?

05. September 2012 von um 14:45 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie schlecht geht es Deutschlands Banken? „In den Büchern schlummern immer noch zahlreiche Staatsanleihen von Problemstaaten aus der Eurozone, zugleich wird das Geschäft mit Privatkunden immer weniger profitabel. Hinzu kommt die wachsende Zahl fauler Kredite, mit der deutsche Banken konfrontiert sind“, Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.erklärt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, im aktuellen StandPunkt. „Deutschlands Banken haben ihre Krise noch lange nicht überwunden und müssen weiter daran arbeiten, ihre Altlasten zu reduzieren. Sonst fällt der nächste Abschwung noch rasanter aus.“

Liebe FondsBlogger, bei Deutschlands Banken nehmen die Probleme wieder zu. Die konjunkturell positive Entwicklung der letzten zweieinhalb Jahre hat übertüncht, dass viele strukturelle Probleme noch nicht gelöst wurden. Zudem sorgte der von der EZB gewährte Niedrigzins für eine ausgezeichnete Liquiditätsversorgung, die noch dadurch gesteigert wurde, dass Privatanleger ihre Gelder anders als in den südeuropäischen Ländern ohne Angst vor Bankenpleiten auf ihren Konten deponierten. Die hohen Abschreibungen auf Staatsanleihen schuldengeplagter Euro-Staaten, die parallel hierzu nötig waren, traten in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund.

Die jüngsten Halbjahresberichte deutscher Banken deuten jedoch eine negative Trendwende an. Die steigende Zahl an faulen Krediten ließ die Notwendigkeit zur Risikovorsorge ansteigen, die geringen Zinsen drücken auf die Margen im Privatkundengeschäft. Doch auf einen neuerlichen Abschwung ist die Branche schlecht vorbereitet. Die Altlasten der Finanzkrise sind keineswegs schon abgearbeitet, zugleich werden die ab 2013 eingeführten strengeren Eigenkapitalregeln die Kapitalkosten nach oben treiben. Wie sind die einzelnen deutschen Banken darauf vorbereitet?

Das Handelsblatt hat eine Studie zu den zehn größten deutschen Instituten erstellt, die auf dem Finanzstärkerating der Banken bei Moody’s basiert. Das Ergebnis: Die Bestnote für „hervorragende Finanzkraft“ erreicht kein einziges deutsches Institut, selbst die am besten bewerteten deutschen Banken erhalten nur das Prädikat einer „ausreichend hohen eigenen Finanzkraft“. Die Mehrheit der deutschen Geldhäuser steht noch schlechter da: ihre Finanzkraft ist nur „schwach ausgeprägt“.

Martin Faust, Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance, sieht die Sache so: „Wir haben zwar kaum Banken, die auf der Intensivstation liegen, aber andererseits strotzen die Institute nicht vor Kraft. Sie seien eher „etwas ausgelaugt“, fügt der Bankenexperte hinzu. Insgesamt identifiziert Faust drei Kernprobleme: den Wettbewerb, die Altlasten und das Geschäftsmodell. Der Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Banken sei in keinem Land Europas so hart wie in Deutschland, betont er, weshalb überdurchschnittliche Gewinne nicht möglich seien. Hinzu komme: Die Verbesserung der Kernkapitalquoten, die deutsche Banken durch einen Verkauf einzelner Geschäftsbereiche erreichten, wird wegen der ab 2013 geltenden strengeren Kapitalregeln gleich wieder aufgezehrt.

Hinzu kommen milliardenschwere Risiken in vielen Bankbilanzen, die nicht nur im Zusammenhang mit der Eurokrise stehen. Auch die kriselnde Schifffahrtsbranche macht sich hier massiv bemerkbar und führte bei Banken wie der HSH Nordbank und der NordLB zu einem kräftigen Anstieg der Risikovorsorge. Das Problem risikobehafteter Staatsanleihen aus den Wackelkandidaten der Eurozone besteht parallel hierzu. Die DZ Bank verfügt beispielsweise über Staatsanleihen und strukturierte Wertpapiere südeuropäischer Länder von insgesamt 24 Milliarden Euro.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie schlecht geht es Deutschlands Banken?

Was man sich als Teil der FondInvestoren, Sparer und Privatanleger denken kann: im deutschen Banken-Ranking liegt die Commerzbank, bei der aktuell alle drei Negativfaktoren zusammenkommen, relativ weit hinten. Der Bestand an südeuropäischen Staatsanleihen, Schiffskrediten und strukturierten Wertpapieren summiert sich auf 37 Milliarden Euro. Trotzdem schafft es das Geldinstitut, auf Basis der Moody’s-Daten ein Rating auf mittlerem Niveau zu erreichen. Denn das Firmen- und Privatkundengeschäft sorgt für stabile Erträge, die hohen Einlagen sind eine verlässliche Finanzierungsquelle. Die Quintessenz der Handelsblatt-Studie: Insgesamt gesehen sind Deutschlands Banken nur Durchschnitt und können international kaum mithalten. Die größere Konsolidierung, die im Umfeld der Finanzkrise eigentlich zu erwarten war, steht weiter aus. Keine rosigen Aussichten für die deutschen Banken!

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Eine Antwort zu "SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie schlecht geht es Deutschlands Banken?"

  1. Heiner

    1. Das Allfinanzangebot ist gescheitert. Man wollte auf allen Hochzeiten tanzen. –
    2. Zum Selbsterhalt, womit die Banken primär beschäftigt sind, werden von den Sparkassen jetzt auch Sterbegeldversicherungen, nur z.B angeboten. Bald sicher auch Autoreifen.
    3. In weiten Branchenbereichen sind die Banken unfähig Geschäfte zu finanzieren, auch weil das nicht per Knopfdruck einfach geht … – (Kreditwesengesetz).
    4. Also dreht sich fast alles um immobile Immobilien, die lt. Werbung hier, ab 1,5% finanziert werden, sofern sich ein Lehrerehepaar findet …
    5. Ja, die Realwirtschaft macht nur immer mehr Arbeit und Wissen fehlt, weshalb Spekulationen ein süßes Geschäft sind. –

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