SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie erfolgversprechend ist die neue Deutsche Bank Strategie?

12. September 2012 von um 13:59 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie erfolgversprechend ist die neue Deutsche Bank Strategie?Jürgen Fitschen und Anshu Jain, die beiden Vorstandschefs der Deutschen Bank, haben am Dienstag die neue Unternehmensstrategie des größten deutschen Geldhauses vorgestellt. Es geht um interne Umstrukturierungen, die Ausgliederung einzelner Unternehmensbestandteile und auch um Stellenstreichungen“ analysiert Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, im aktuellen StandPunkt. „Wie groß sind nun die Chancen, dass der Strategiewechsel den Durchbruch bedeutet? Der große Wurf scheint mir hier nicht gelungen. Echte Neuerungen fehlen, viele Aktivitäten werden nur eine Nummer kleiner gesetzt. Aber schauen wir auf die Details.“

Liebe FondsBlogger, seit gut drei Monaten agieren Anshu Jain und Jürgen Fitschen als neues Führungsduo der Deutschen Bank und hatten nun ihren ersten gemeinsamen großen Auftritt. Vor versammelter Presse präsentierten sie die neue Unternehmensstrategie des Deutsche Bank Konzerns. Kernpunkte des Konzeptes sind ein angekündigter „Kulturwandel“, aber auch massive Einsparungen und Stellenstreichungen. Bis 2015 sollen die jährlichen Kosten der Deutschen Bank um 4,5 Milliarden Euro sinken und damit um einen Betrag, der etwa einem Sechstel der Kostenbasis für 2012 entspricht. Weiter erfuhren die Teilnehmer der Pressekonferenz: Von den Einsparungen sollen 2,8 Milliarden aus dem operativen Geschäft kommen, der Rest aus der Investmentbanksparte. In der Konsequenz ist mit 1.500 wegfallenden Investmentbanker-Stellen sowie drastisch sinkenden Boni zu rechnen. Hinzu kommt eine noch nicht genau zu beziffernde Zahl von Arbeitsplätzen, die in der Vermögensverwaltung wegfallen.

Neben den erwarteten Einsparungen und Plänen zum Stellenabbau gab es aber auch eine Überraschung: Die Deutsche Bank will eine interne „Bad Bank“ schaffen, die aber natürlich nicht so heißen soll, und in dieser Vermögenswerte einlagern, von denen sich das Institut in den nächsten Jahren trennen will. Die unter dem Namen „Non-Core Operations“ firmierende Bad Bank soll Risikopapiere im Wert von 135 Milliarden Euro aufnehmen und nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Anlagen bündeln, bis diese möglichst ohne Verluste abgewickelt werden können. Erfreulich aus Analystensicht: In der Folge dürfte die risikogewichtete Bilanzsumme (RWA) der Deutschen Bank um mehr als ein Drittel schrumpfen, die Eigenkapitalquote hingegen auch ohne Kapitalerhöhung ansteigen.

Gekappt werden in der neuen Strategie der Deutschen Bank die Renditeziele. Unter Führung von Josef Ackermann hatte sich die Bank eine Rendite von 25 Prozent vor Steuern zum Ziel gesetzt – ein zu ehrgeiziges Vorhaben, von dem sie nun abrückt. Bis 2015 wird jetzt eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 12 Prozent angestrebt. Auch hier muss sich noch einiges tun, bis dieses Ziel erreicht wird: Im ersten Halbjahr 2012 lag die Nachsteuerrendite der Deutschen Bank bei 7,4 Prozent. Auch mit Blick auf die Kapitalausstattung der Bank sind Änderungen geplant. Denn wenn man die ab Anfang 2013 geltenden schärferen Eigenkapitalvorschriften von Basel III berücksichtigt, kommt die Deutsche Bank nur auf eine Eigenkapitalquote von 7,2 Prozent. Deshalb ist geplant, die Kapitalbasis bis März 2013 auf acht Prozent anwachsen zu lassen, zwei Jahre später soll das Kapitalpolster bereits zehn Prozent betragen. Damit wäre der Wert von neun Prozent überschritten, den die Aufsichtsbehörden der Deutschen Bank zur Auflage gemacht haben.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie erfolgversprechend ist die neue Deutsche Bank Strategie? Und was ist mit dem angestrebten „Kulturwandel“? Dieser wird sich auf zwei Ebenen niederschlagen. Zum einen will die Deutsche Bank in Zukunft auf bestimmte Geschäfte verzichten, selbst wenn juristisch nichts dagegen einzuwenden ist. Damit begegnet sie der Kritik, die sie durch ihre Beteiligung an Spekulationen mit Nahrungsmitteln und Geschäften mit Rüstungsunternehmen auf sich gezogen hatte. Zum anderen sollen die Boni für Führungskräfte sinken und später ausbezahlt werden. Der Fokus wird stärker auf langfristigen Erfolg verschoben: Die Boni werden künftig über fünf statt über drei Jahre ausbezahlt und nur dann um Bonus-Aktien ergänzt, wenn sich der Erfolg als dauerhaft herausgestellt hat. Zieht man das Resümee der von der Deutschen Bank angekündigten Neuerungen und Umstrukturierungen, so sind viele Schritte in die richtige Richtung enthalten, ohne dass das neue Konzept als echter Durchbruch erscheint. Ob der Strategiewechsel damit ausreicht, das Geldinstitut auch international wieder nach vorne zu bringen, darf zumindest bezweifelt werden.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater macht keine übermäßigen Strategiewechsel, sondern gibt die richtigen Tipps zur Geldanlage in Krisenzeiten. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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