SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind unbegrenzte Anleihenkäufe der EZB die Lösung?

07. September 2012 von um 14:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind unbegrenzte Anleihenkäufe der EZB die Lösung? „Gestern hat EZB-Präsident Mario Draghi den Märkten das gegeben, was sie bereits lange ersehnt haben: Die Zusicherung, die EZB werde ‚unbegrenzt’ Staatsanleihen der kriselnden Euroländer erwerben, um diese über sinkende Zinsen am Anleihenmarkt zu entlasten.“Ihre Werbung. Hier? führt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, im aktuellen StandPunkt aus. „Doch hat Draghi Recht, wenn er sagt, dass er damit nur die ‚unbegründeten Ängste’ einer ‚kleinen Gruppe’ an Marktteilnehmern bekämpft, die für den Kursrutsch der EU-Staatsanleihen verantwortlich sind? Ich glaube nein.“

Liebe FondsBlogger, das neue Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) entfaltete an den Finanzmärkten sogleich seine Wirkung und ließ besonders die Aktienkurse stark zulegen. Parallel sanken die Risikoaufschläge für Staatspapiere der Krisenländer deutlich. Am heftigsten war die Kursreaktion bei italienischen, spanischen und portugiesischen Staatsanleihen. Hier sorgten die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi für Entlastung, die Europäische Zentralbank werde „unbegrenzt“, aber zu strikten Konditionen Anleihen von Krisenländern kaufen.

Besonders deutlich war der Renditerückgang bei zehnjährigen spanischen Anleihen. Die Rendite fiel unter die Marke von sechs Prozent, die bei Experten als der kritische Wert gilt, ab dem eine dauerhafte Refinanzierung der Staatsschulden für ein Land problematisch wird. Zuletzt sank sie auf 5,96 Prozent. Spanien ist damit das Land, welches voraussichtlich am stärksten von dem neuen Programm profitieren wird. Doch auch im Nachbarland Portugal waren die Auswirkungen zu spüren: Hier ging die Zehnjahresrendite ebenfalls stark zurück, lag aber immer noch bei 8,36 Prozent.

Am weitesten von der kritischen Marke von 6,0 Prozent hat sich Draghis Heimatland Italien entfernen können. Bei zehnjährigen italienischen Staatsanleihen ging die Rendite auf 5,24 Prozent zurück. Vergleicht man den Wert der immerhin drittgrößten EU-Volkswirtschaft mit den Renditen, die Deutschland für seine zehnjährigen Papiere den Anlegern bieten muss, offenbart sich weiterhin eine massive Differenz: Für deutsche Staatsanleihen lag die entsprechende Rendite bei 1,55 Prozent.

Konkret will die EZB mit ihrem neuen unlimitierten Programm kurz laufende Anleihen mit einer Laufzeit zwischen ein und drei Jahren erwerben. Hier waren die Marktauswirkungen allerdings weniger stark zu spüren, da die Renditen in den vergangen Tagen bereits deutlich stärker gefallen waren als im länger laufenden Bereich. Dieser Abwärtstrend hatte bereits Ende Juli eingesetzt, als EZB-Chef Draghi bei seiner Londoner erstmals neue Interventionen der EZB signalisierte. Auch diesmal betonte der EZB-Präsident, die Europäische Zentralbank werde den in Bedrängnis geratenen EU-Mitgliedsländern zu Hilfe kommen, denn der Euro sei „unumkehrbar“.

SJB FondsSkyline. Fazit. Sind unbegrenzte Anleihenkäufe der EZB die Lösung? Aber ist er dies wirklich? Klar ist: Dank der EZB-Maßnahmen sinken die Risikoaufschläge von Krisenanleihen, die Marktteilnehmer sind zufrieden und die aggressiven Spekulationen auf den Zerfall der Eurozone werden erst einmal abnehmen. Doch eigentlich wird mit dem neuen unbegrenzten Anleihenkaufprogramm der EZB massiv gegen ökonomische Grundsätze verstoßen. Denn die zugrundeliegenden Markteinschätzungen, die Italien oder Spanien dazu zwingen, deutlich höhere Risikoaufschläge als beispielsweise Deutschland zu bezahlen, basieren keinesfalls auf einer verzerrten Wahrnehmung der Finanzmärkte, wie uns Draghi glauben machen will. Die hohen Zinsen sind vielmehr ein adäquater Ausdruck des gesteigerten Risikos, das die Investition in Staatsanleihen der EU-Krisenländer bedeutet. Diese fundamental gerechtfertigten Risikoaufschläge nun durch das Anwerfen der Notenpresse künstlich zu senken, ist ein sehr gefährliches Spiel und kann leicht ins Auge gehen!

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater beachtet die ökonomischen Grundlagen, anstatt die Notenpresse anzuwerfen. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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