SJB-Bennewirtz-Fonds-Investorenfrage: Warum ist Liquidität bei Immobilienfonds wie dem CS Euroreal ein Problem?

10. Mai 2012 von um 21:50 Uhr
Fragen zu aktuellen FondsThemen? Gerd Bennewirtz antwortet.Die Fragen unserer Kunden haben allesamt mit der Verunsicherung aufgrund der aktuellen Lage an den Märkten zu tun: „Was passiert mit dem Euro?“„Sind Staatsbankrotte zu erwarten?“„Welche Inflation kommt auf uns zu?“„Wie entwickeln sich die Finanzierungszinsen?“„Ist Gold noch attraktiv?“ Solche Fragen hören wir sehr häufig. Hier die Antworten. ...

Zuverlässigkeit zählt bei uns doppelt. Tag für Tag! Was Investoren, FondsSparer und Privatanleger aktuell interessiert! Die FondsFrage heute, die im Zusammenhang mit Immobilienfonds steht: Warum ist Liquidität bei Immobilienfonds wie dem CS Euroreal ein Problem? Von einem „Me-too“ Produkt sprechen Unternehmer und Führungskräfte, wenn ein Hersteller die Güter und das Marketing eines anderen kopiert, weil dieser am Markt erfolgreich ist. Das ist vielleicht nicht originell, aber für Privatanleger, FondsSparer und Investoren immerhin einleuchtend. Welche Beweggründe kann eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG) haben, eine soeben beim Wettbewerber gescheiterte Strategie auch auf eigene Sondervermögen anzuwenden? Im konkreten Fall geht es um die mögliche Wiederöffnung des Immobilienfonds CS Euroreal (ISIN:DE0009805002; WKN: 980500), die für den 21. Mai 2012 vorgesehen ist. An diesem Tag will der von der Schweizer KAG Credit Suisse mit Sitz in Zürich verwaltete CS Euroreal das gleiche gewagte Manöver einer „Blitzöffnung“ für FondsSparer, Investoren und Privatanleger starten, wie die SEB Asset Management mit Sitz in Frankfurt am Main für ihren Immobilienfonds SEB Immoinvest (ISIN: DE0009802306; WKN: 980230). Für den SEB Immoinvest war dieses „Experiment“, das Schicksal des Immobilienfonds in die Hände der Investoren, Privatanleger und FondsSparer zu legen, gescheitert. Der Immobilienfonds wird abgewickelt. Jetzt also die gleiche Strategie beim CS Euroreal. FondsVerwalter Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989, prüft aus Sicht der Privatanleger, Investoren und FondsSparer, welche Beweggründe beim CS Euroreal dahinterstecken könnten und welche problematische „Doppelrolle“ Liquidität dabei spielt.

„Die Zukunft des Fonds liegt in Ihren Händen als Eigentümer“. Diese Formulierung kennen FondsSparer, Investoren und Privatanleger schon im Zusammenhang mit der geplanten und letztlich gescheiterten Wiederöffnung des Immobilienfonds SEB Immoinvest. In diesem Fall stammt sie aber nicht von SEB FondsManagerin Barbara Knoflach, sondern von Karl-Heinz Heuß, FondsManager des CS Euroreal.

In aller Ruhe hatte sich die Schweizer KAG des CS Euroreal angeschaut, ob der SEB Immoinvest auf Basis einer Liquiditätsquote von rund 30 Prozent des rund sechs Milliarden Euro schweren Immobilienfonds in der Lage sein würde, mit der Idee der „Blitzöffnung“ alle Wünsche der Privatanleger, FondsSparer und Investoren nach Anteilsrückgabe erfüllen zu können.

Zwei Tage, nachdem die SEB feststellen musste, dass die Geduld der FondsSparer, Investoren und Privatanleger mit dem SEB Immoinvest soweit strapaziert gewesen ist, dass die Summe der Anteilsrückgaben die vom FondsManagement beschaffte Liquidität des Immobilienfonds erneut übersteigen würde, entschied sich die Credit Suisse, mit dem CS Euroreal genau den gleichen Weg zu gehen. Wie im Fall des SEB Immoinvest hat die Credit Suisse dieses Verfahren für Investoren, FondsSparer und Privatanleger des CS Euroreal mit Billigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf den Weg gebracht.

Die Frist, in der FondsSparer, Investoren und Privatanleger ihre Orders für die Anteilsrückgabe für FondsAnteils am CS Euroreal an die Commerzbank mit Sitz in Frankfurt am Main als Depotbank des Immobilienfonds der KAG abgeben können, läuft vom 9. Mai 2012, 0.00 Uhr bis 21. Mai 2012, 17.00 Uhr. Um die in diesem Zeitraum auflaufenden Orders nach Anteilsrückgabe durch FondsSparer, Investoren und Privatanleger erfüllen zu können, stehen beim CS Euroreal nach Angabe von FondsManager Heuß rund 1,5 Milliarden Euro an Barmitteln zur Verfügung. Das sei rund ein Viertel des ebenfalls auf sechs Milliarden Euro taxierten FondsVermögens des Immobilienfonds CS Euroreal. Sollte diese Summe nicht ausreichen, um alle Orders für den CS Euroreal, die die Anteilsrückgabe durch Privatanleger, FondsSparer und Investoren des Immobilienfonds betreffen, auszuführen, geht das Immobilien Sondervermögen in die Abwicklung.

Bereits neun weitere Immobilienfonds, deren Anteilsrückgabe gemäß den Vorschriften von § 81 Investmentgesetz (InvG) ausgesetzt gewesen ist, mussten letztlich in die Abwicklung gehen. Jüngster Kandidat diese Reihe von Immobilienfonds war der SEB Immoinvest, dessen Strategie eine möglichen Wiederöffnung für Privatanleger, FondsSparer und Investoren der CS Euroreal jetzt übernimmt. Was FondsManager Heuß dazu veranlasst, Maßnahmen für Investoren, Privatanleger und FondsSparer des CS Euroreal zu wiederholen, die bei einem anderen Immobilienfonds nachweislich nicht zum Erfolg geführt haben, ist auf den ersten Blick unklar. Deshalb lohnt ein zweiter Blick aus den CS Euroreal:

Die avisierte Blitzöffnung ist für das FondsManagement eine Art „ultima ratio“, die die Verantwortung für einen möglichen Fortbestand bzw. die endgültige Abwicklung des Immobilienfonds eindeutig und alleinig an die Adresse der Investoren, FondsSparer und Privatanleger richtet. Das FondsManagement handelt nach dem Motto: „Wir haben wirklich alles versucht, aber der Markt bzw. die Eigentümer haben entschieden.“ Inwieweit diese Auffassung reine Kommunikationsstrategie für den CS Euroreal ist oder bei rechtlicher Überprüfung Bestand haben würde, ist offen.

Fest steht, der Dreh- und Angelpunkt des Themas Immobilienfonds ist die Liquidität. Bei den Immobilenfonds wie dem CS Euroreal oder dem SEB Immoinvest reicht die beschaffte Liquidität nicht aus, um die Ansprüche der Investoren, FondsSparer und Privatanleger zu befriedigen. Anderen Immobilienfonds dagegen fließt soviel Liquidität von Seiten der Privatanleger, FondsSparer und Investoren zu, dass ihr Anlageziel bereits zu verwässern droht.

Laut Bundesverband Investment und Assset Management (BVI) mit Sitz in Frankfurt am Main sind den 44 für FondsSparer, Investoren und Privatanleger in Deutschland verfügbaren Immobilienfonds im 1. Quartal 2012 rund 1,4 Milliarden Euro netto zugeflossen. Allein dem UniImmo Deutschland (ISIN: DE0009805507; WKN: 980550), einem Immobilienfonds von Union Investment, sind rund 580 Millionen Euro zugeflossen. Beim grundbesitz europa (ISIN: DE0009807008; WKN: 980700) von RREEF, Immobilientochter der Deutschen Bank, waren es rund 340 Millionen Euro. In der Folge weisen diese Immobilienfonds Liquiditätsquoten von 38,0 bzw. 30,0 Prozent aus, was sich negativ auf die Rendite für Investoren, Privatanleger und FondsSparer gemessen an dem eigentlichen Anlageziel, der Immobilenbewirtschaftung, auswirkt.

SJB-Fazit von Gerd Bennewirtz: Liquidität wird zur Belastung offener Immobilienfonds und das gleich doppelt. Bei eingefrorenen Immobilienfonds wie dem CS Euroreal reichen die Barmittel nicht aus, um alle Anteile der FondsSparer, Investoren und Privatanleger zurückzunehmen. Gleichzeitig werden Immobilien Sondervermögen derart mit Mitteln aus der Geldanlage der Investoren, Privatanleger und FondsSparer überschwemmt, dass das Kapital gar nicht schnell genug sinnvoll investiert werden kann. In der Makroökonomie heißen solche paradoxen Situationen „allokative Ineffizienzen“, für deren Lösung auch ein Eingreifen des Staates ein legitimes Mittel ist, wenn Angebot und Nachfrage allein keinen gemeinsamen Weg finden. Auf dieser theoretischen Basis hat die Modifikation des InvG mit Blick auf die Maßnahmen einer Mindesthaltedauer von 24 Monaten für FondsAnteile an Immobilienfonds, der zwölfmonatigen Kündigungsfrist sowie der auf 30.000 Euro pro Kalenderhalbjahr beschränkten täglichen Verfügbarkeit der Geldanlage der Privatanleger, FondsSparer und Investoren stattgefunden. Ob diese rechtlichen Anpassungen das doppelte Liquiditätsproblem der Immobilienfonds wie des CS Euroreal in den Griff bekommen werden, ist offen.

Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer: FondsRatschlag!

Empfehlung von FondsVerwalter Bennewirtz für den FondsBlog und den FondsBlogger: Sie wollen mehr FondsAuskünfte von Ihrer SJB FondsSkyline? Sie wünschen sich eine direkte Antwort auf Ihre individuelle(n) FondsFrage oder FondsFragen bevor Sie Fonds, Funds oder einen Fund kaufen? Sie wollen als Privatanleger, FondsSparer und Investoren neben der Frage – Warum ist Liquidität bei Immobilienfonds wie dem CS Euroreal ein Problem? – vertiefende Informationen, Nachrichten und Analysen auch Auskünfte rund um das Thema Geldanlage und zu Immobilienfonds sowie den Spezialthemen finden? Diese finden Sie auf allen auch hier verlinkten SJB Internetseiten. Ob Service, Beratung, Verwaltung oder Rabatte. Kein Problem. Einfach Anfragen. Für Kunden gibt es zukünftig das FondsPortal mit direktem, exklusivem Depotzugang. Bis Sie Kunde sind lieber Blogger, Ihre direkte Frage einfach hier im Blog, oder kurz unter Fragen stellen. Alternativ besuchen Sie uns doch einfach einmal zu einem Webinar, Seminar oder direkt zu einer individuellen Beratung in unserem Büro in Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss. Wir freuen uns immer. Genau auf Sie!

Kategorien: Fragen. Aktuell.
[top]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>