SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum bleibt der Zins für dreißigjährige Bundesanleihen so niedrig?

21. September 2017 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Warum bleibt der Zins für dreißigjährige Bundesanleihen so niedrig? „Die Bundesrepublik Deutschland hat gerade eine neue Anleihe mit einer Laufzeit von dreißig Jahren aufgelegt, und der Zinskupon ist so niedrig wie noch nie: Gerade einmal 1,25 Prozent Zinsen bietet der Bund den Anlegern und hat damit die zweifelhafte Ehre, den geringsten jemals angebotenen Zinskupon in Europa und den USA für diese Laufzeit vorzuweisen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Geschehnisse am Anleihenmarkt zusammen. „Kann eine solch lang laufende Emission mit einem so geringen Kupon überhaupt genug Abnehmer finden, da allerorten von einer bevorstehenden ‚Zinswende‘ gesprochen wird? Alle Informationen zu diesem wichtigen Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, Deutschland hat eine neue 30-jährige Anleihe begeben und bietet den Investoren dafür den rekordverdächtig niedrigen Zinskupon von gerade einmal 1,25 Prozent. Nur in Japan hat es solch geringe Renditen in der Vergangenheit jemals gegeben, in Europa oder in den USA ist noch nie eine Staatsanleihe mit solch geringer Verzinsung an den Markt gekommen. Doch hat die Bundesrepublik deshalb Probleme, ihre neu emittierten Staatspapiere an den Mann zu bringen? Keineswegs, denn der Bond mit dem Niedrigzins ist trotzdem gefragt. Trotz des Mini-Kupons war die Anleihe mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro sogar deutlich überzeichnet.

Neue 30-jährige Anleihen werden in Deutschland eher selten ausgegeben. Die letzte Emission neuer 30-Jähriger fand im Februar 2014 statt, dem damaligen Zinsniveau entsprechend hatte sie noch einen Kupon von 2,5 Prozent. Seither sind die Kurse am Anleihemarkt gestiegen und die Renditen gefallen. In der Konsequenz lag der Kurs der im August 2046 fälligen Anleihe zuletzt bei 130,93 Prozent, die Rendite betrug somit 1,22 Prozent. Da ist es kein Wunder, dass die mit einem Zinskupon von 1,25 Prozent ausgestattete Neuemission ein solch reges Interesse entfachen konnte.

Von den 36 als Primärhändler auftretenden Banken, die bei Auktionen von deutschen Staatsanleihen mitbieten dürfen, gaben 26 Kaufgebote über zusammen 2,93 Milliarden Euro ab. Damit konnte die bis zum 15. August 2048 laufende Anleihe bequem platziert werden. Trotzdem ist die die hohe Nachfrage nach der 30-jährigen Anleihe erstaunlich, denn die Inflationsrate im Euro-Raum hat zuletzt bei 1,5 Prozent gelegen – Tendenz klar steigend. Es müsste schon ein Wunder sein, wenn die Neuemission während ihrer Laufzeit die Inflationsrate auch nur ausgleichen würde – den Realzins betrachtet, dürften Investoren mit dem Papier mit hoher Wahrscheinlichkeit Verluste erleiden. Offizielles Ziel der EZB ist es, eine Inflationsrate in der Nähe von zwei Prozent sicherzustellen.

Die sehr robuste Nachfrage nach dem deutschen Super-Langläufer mit dem Minizins ist eben nur damit zu erklären, dass Bundesanleihen als sichere und gut handelbare Anlagen bei Versicherungen, Pensionskassen und Fonds extrem beliebt sind. Da Anleger für zwei- und fünfjährige Bundesanleihen derzeit überhaupt keinen Zins bekommen und sich die zehnjährige Bundesanleihe gerade einmal mit einem halben Prozent pro Jahr verzinst, erscheint aus dieser Perspektive die Neuemission gar nicht einmal so unattraktiv. 1,27 Prozent Rendite bei einem Ausgabekurs von 99,41 Prozent – da griffen insbesondere institutionelle Investoren zu.

Blickt man in die jüngere Vergangenheit, so hätte der Emissionszeitpunkt aus Anlegersicht noch ungünstiger sein können: Denn im Sommer 2016, kurz nach dem Brexit-Votum der Briten, rentierte die 30-jährige Bundesanleihe mit historisch niedrigen 0,3 Prozent – bislang der absolute Tiefpunkt 30-jähriger Anleiherenditen. Für institutionelle Anleger, ist zudem der Renditeabstand der zehn- zur 30-jährigen Bundesanleihe eine ganz wichtige Größe. Mit 0,84 Prozentpunkten liegt er weit über seinem historischen Durchschnitt und liefert damit ein Argument, trotz des niedrigen Zinskupons in diese Anlageklasse einzusteigen.

SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum bleibt der Zins für dreißigjährige Bundesanleihen so niedrig? Angesichts des niedrigsten Kupons, den es je für eine 30-jährige Anleihe in Europa oder den USA gegeben hat, beweist die Emission neuer deutscher Staatsanleihen mit einem Kupon von 1,25 Prozent, dass ein Hoffen der Investoren auf eine baldige „Zinswende“ geradezu absurd ist. Die Verhältnisse in Deutschland und der Eurozone nähern sich vielmehr denen im chronischen Niedrigzinsland Japan an, wo ohne dauerhaften Null- und Niedrigzins ein Kollaps von Wirtschaft und Staatshaushalt droht. Anleger sind gut beraten, sich eher auf einen dauerhaften Wegfall jeder Verzinsung, als auf bald wieder anziehende Renditen einzustellen. An dem Vermögensaufbau und -erhalt mit aktiv gemanagten Aktienfonds kommen sie deshalb immer weniger vorbei.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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