SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie solide ist das aktuelle deutsche Wirtschaftswachstum?

23. Mai 2017 von um 14:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie solide ist das aktuelle deutsche Wirtschaftswachstum? Ihre Werbung. Hier?„Im ersten Quartal 2017 hat die deutsche Wirtschaft äußerst solide Wachstumszahlen vorgelegt: Das Plus von 0,6 Prozent im Quartalsvergleich entspricht einem Wachstum von 2,5 Prozent auf das Gesamtjahr hochgerechnet. Wichtigster konjunktureller Treiber bleibt nach wie vor der Export“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten deutschen Konjunkturzahlen zusammen. „Auch wenn es bei genauerer Betrachtung der Daten ein paar Schönheitsfehler gibt, so beweist doch der im Mai auf ein 26-Jahres-Hoch gekletterte ifo-Geschäftsklima-Index, dass die deutsche Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt.“ Alle wichtigen Details zur aktuellen konjunkturellen Situation in Deutschland finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, die deutschen Wachstumszahlen für das erste Quartal 2017 fallen rundherum überzeugend aus: Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts legte die deutsche Wirtschaft von Januar bis März um 0,6 Prozent gegenüber dem Jahresende 2016 zu und ist damit kräftig gewachsen. Rechnet man den Zuwachs auf das Gesamtjahr hoch, sind das 2,5 Prozent im Jahr. Was waren die wichtigsten Wachstumstreiber? Der ungewöhnlich milde Winter begünstigte die Bauindustrie, die praktisch auf die Winterpause verzichten konnte. 0,2 Prozentpunkte konnte der Bau zum deutschen Wirtschaftswachstum beitragen.

Noch stärker fiel der Beitrag der Exportindustrie zu den erfreulichen deutschen Wachstumsdaten aus: Satte 0,4 Prozentpunkte konnte der Außenhandel zum Konjunkturaufschwung im ersten Quartal beisteuern. Doch hierin liegen auch Risiken, wie Volkswirtschaftler betonen: Denn angesichts des bereits erreichten extremen Niveaus des Außenhandelsüberschusses und dem Streit mit diversen Handelspartnern könnte man diese Art des stark exportgetriebenen Wachstums genauso gut als „ungesund“ bezeichnen. Früher oder später müsse der deutsche Außenhandelsüberschuss deutlich reduziert werden, betonen Ökonomen, da er in dieser Höhe dauerhaft nicht bestehen könne. Je später die Korrektur einsetze, desto abrupter werde sie wahrscheinlich stattfinden, so die Einschätzung der Experten.

Umgekehrt hat trotz der deutlichen Aufwärtstendenz beim BIP der private Konsum in Deutschland mit 0,2 Prozent nur relativ wenig zum Wachstum beigetragen. Viele Unternehmen gaben ihre Zurückhaltung auf und verzeichneten höhere Ausrüstungsinvestitionen: Sie investierten im ersten Quartal kräftig in Maschinen und andere Ausrüstungen (+1,2 Prozent).

Das mit 0,6 Prozent stärkste Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit einem Jahr weist jedoch auch einige „Schönheitsfehler“ auf: So liefert die Veränderung der Lagerhaltung einen großen negativen Wachstumsbeitrag von 0,4 Prozentpunkten, was nicht auf eine dauerhaft hohe Wachstumsdynamik verweist. Solche „Vorratsveränderungen“ der Unternehmen, also sinkende Lagerbestände, sind eher für ein Auslaufen des konjunkturellen Aufschwungs typisch.

Rundherum überzeugen konnte hingegen der ifo-Geschäftsklimaindex für Mai, der mit 114,6 Punkten auf den höchsten Stand seit 1991 geklettert ist. Die Stimmung unter Deutschlands Top-Managern ist so gut wie lange nicht mehr, ifo-Präsident Clemens Fuest sprach von einer „positiven Überraschung“. Der Geschäftsklimaindex legte unerwartet deutlich um 1,6 Zähler zu und übertraf damit die durchschnittliche Analystenschätzung, die lediglich mit einem leichten Anstieg auf 113,1 Zähler gerechnet hatte. Beide Subindizes des ifo-Index konnten mit einer positiven Tendenz aufwarten: Die 7.000 befragten Führungskräfte beurteilten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser als im Vormonat.

Der beste Geschäftsklima-Wert seit 26 Jahren – ein höchst erfreuliches Ergebnis für die deutsche Konjunktur, die auch dadurch Rückenwind bekam, dass in Frankreich Macron und nicht Le Pen zum Präsidenten gewählt wurde. Die Wirtschaft der Europäischen Union steht nicht mehr so akut unter Druck wie noch vor einem Jahr, das Klima im Großhandel, in der Baubranche und in der Industrie hellt sich auf. Ifo-Präsident Fuest spricht von Signalen für sich füllende Auftragsbücher und eine positive Entwicklung in der Industrie: „Viele Unternehmen planen die Produktion weiter auszuweiten. Auch die Preise dürften steigen.“

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie solide ist das aktuelle deutsche Wirtschaftswachstum? Der auf einen Rekordwert von 114,6 Punkten gekletterte ifo-Geschäftsklimaindex zeigt: Die Stimmung in Deutschlands Chefetagen ist so gut wie lange nicht mehr. Doch befindet sich das BIP-Wachstum in Deutschland auf einem ähnlichen Extremniveau? Eher nicht, denn ein Plus von 0,6 Prozent im Quartalsvergleich ist zwar ein rundherum solider Wert, aber kein Grund zu hemmungsloser Begeisterung. Dass die aufs Jahr hochgerechneten Wachstumszahlen von 2,5 Prozent erreicht werden, erwarte ich nicht, eher wird der BIP-Zuwachs für das Gesamtjahr zwischen 1,5 und 1,6 Prozent liegen. Ökonomen wie Investoren sollten sich von dem auf ein Allzeithoch gekletterten ifo-Index nicht blenden lassen: Es sieht zwar nach robustem Wachstum in Deutschland aus, ein neuer Boom ist aber keinesfalls zu konstatieren. Der bereits sehr weit vorausgelaufene Kurs des DAX dürfte deshalb kaum weiteres Aufwärtspotenzial besitzen.

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