SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie ist die Dividendenstreichung von RWE zu bewerten?

17. Februar 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie ist die Dividendenstreichung von RWE zu bewerten? „Für Deutschlands Kommunen und sonstige RWE-Aktionäre kommt es knüppeldick: Der Konzern hat angekündigt, die zuvor bei 1,00 Euro liegende Dividende der Stammaktien ganz zu streichen und Vorzugsaktionären den symbolischen Betrag von 13 Cent auszuschütten. Kämmerer und Aktionäre sind entsetzt, da selbst ihre schlimmsten Erwartungen noch übertroffen wurden“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Marktgeschehnisse zusammen. Das RWE-Papier stürzt an den Börsen ab und verliert am Mittwoch über dreizehn Prozent – wie geht es weiter mit dem angeschlagenen Energieversorger, der seinen Stammaktionären jede Ausschüttung verweigert? Alle wichtigen Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, selbst die schlimmsten Alpträume der kommunalen Aktionäre des Energieriesen RWE sind heute übertroffen worden. War eine Halbierung der zuvor bei 1,00 Euro gelegenen Dividende für Stamm- und Vorzugsaktien noch als möglich erachtet worden, streicht RWE nun die Ausschüttung komplett und stürzt damit zahlreiche deutsche Städte und Kommunen in ein Loch der Verzweiflung. Auch Investoren, die auf die hohe, auf dem Papier stehende Dividendenrendite von rund zehn Prozent vertraut und deshalb RWE-Papiere erworben hatten, fühlen sich nun verraten und verkauft. Auf 0 Euro geht die Dividende der Stammaktien zurück, Vorzugsaktionäre müssen sich mit dem eher symbolischen Betrag von 0,13 Euro begnügen.

Die fast komplette Streichung der Ausschüttungen hat ein neues Börsen-Beben ausgelöst und die RWE-Aktien in die Tiefe gerissen: Um 13,5 Prozent sind die RWE-Stammaktien abgestürzt und haben bei 10,11 Euro ein neues Jahrestief markiert. Nach dem ersten Schock fanden die Kämmerer deutscher Städte ihre Sprache wieder und begannen nun, unverhohlene Warnungen gegenüber dem Energiekonzern auszusprechen. In der Aufsichtsratsitzung am 3. März, bei der die kommunalen Aktionäre vertreten sind, dürfte es ungemütlich werden, zumal der Versorger die Kommunen im Vorfeld über seine Entscheidung offensichtlich nicht informiert hat. Es droht ein Streit, der angesichts der Finanznot vieler deutscher Kommunen schnell eskalieren kann.

Doch wie ist es bei RWE überhaupt zu der bedrohlichen Finanzsituation gekommen, die nun die fast vollständige Streichung der Dividende erfordert? Der radikale Verfall der Strompreise im Großhandel hat den Energiekonzern im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerissen, so dass unter dem Strich ein Fehlbetrag von rund 200 Millionen Euro anfiel. Ins Minus rutschte die RWE-Bilanz vor allem durch die Abschreibungen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro auf die konventionellen Kraftwerke. Demgegenüber konnte der Versorger in 2015 seine operativen Ergebnisziele erreichen. Nach den vorläufigen Zahlen lag das betriebliche Ergebnis bei 3,8 Milliarden Euro, während das bereinigte Nettoergebnis 1,1 Milliarden Euro betrug.

Die Entscheidung zur fast kompletten Aussetzung von Ausschüttungen an die Aktionäre wurde von RWE-Konzernchef Peter Terium als „notwendig“ bezeichnet, um das Unternehmen zu stärken. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Perspektiven in der konventionellen Stromerzeugung habe man diese schwere Dividendenentscheidung treffen müssen, betonte er. Hauptleidtragender sind die deutschen Kommunen, die knapp 24 Prozent an dem Versorger halten und in den vergangenen Jahren mit den Ausschüttungen Teile ihres strukturellen Defizits ausgeglichen hatten. Lars Martin Klieve, Kämmerer der Stadt Essen, reagierte mit Entsetzen auf die Ankündigung des Energieriesen und sah seine schlimmsten Alpträume übertroffen, nachdem die Stadt auf gut 18 Millionen Euro bereits fest eingeplanter Einnahmen verzichten muss. Dabei schlägt erschwerend zu Buche, dass die Finanzlage wegen der Flüchtlingskrise derzeit besonders kritisch ausfällt und bereits Ende Januar ein Nachtragshaushalt vorgelegt werden musste. Nach den neuesten Schätzungen dürfte sich das Haushaltsdefizit der Stadt Essen jetzt von 3,4 Millionen Euro auf 37 Millionen Euro mehr als verzehnfachen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie ist die Dividendenstreichung von RWE zu bewerten? Der fast komplette Ausfall der Dividende ist ein verheerendes Signal von RWE an seine Aktionäre und wird dadurch erst recht zum PR-Desaster, als dass die kommunalen Anteilsinhaber im Vorfeld nicht über die Dividendenpläne informiert wurden und nun ihre ohnehin strapazierten Haushalte in eine akute Finanznot geraten. Eine komplette Streichung der Ausschüttung auf Stammaktien war selbst von den größten Pessimisten nicht erwartet worden und zeichnet nun ein bedenkliches Bild von dem Zustand des einstmals so bedeutenden DAX-Unternehmens. Doch alle Aktionäre, die sich nun bei RWE über die ausbleibende Dividende beklagen, müssten sich eigentlich an die Bundesregierung wenden: Durch den erzwungenen Atomausstieg und die massive Förderung der Erneuerbaren Energien hat sie das Geschäft von RWE in kürzester Zeit so unrentabel gemacht, dass der Konzern mit seinem konventionellen Kraftwerkspark beim besten Willen nicht schnell genug gegensteuern konnte.

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