SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie weit geht der Verkauf von Staatsbeteiligungen in Frankreich?

07. September 2017 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: SJB Fonds in der PresseWie weit geht der Verkauf von Staatsbeteiligungen in Frankreich? „100 Tage ist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron jetzt im Amt, und endlich lässt er seinen Ankündigungen Taten folgen: Die französische Regierung beginnt mit dem Abverkauf von Staatsbeteiligungen und will als erstes ihre Anteile an dem Versorgungsunternehmen Engie abgeben“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Frankreich zusammen. „Weitere Kandidaten für die Verkaufswelle von Staatsbesitz sind EDF, Renault oder Air France-KLM. Ist Macrons Vorhaben ein zukunftweisendes Projekt, oder verschleudert Frankreich seine wertvollen Firmenbeteiligungen, nur um den Schuldenstand zu senken? Alle Details zu dieser spannenden Thematik finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron läutet nach 100 Tagen im Amt den Ausverkauf von Staatsbeteiligungen der „Grande Nation“ ein. Zuerst will seine Regierung Aktien des Energieversorgers Engie losschlagen, weitere Veräußerungen von Staatsbeteiligungen sollen folgen. Damit löst Macron sein Wahlversprechen ein, Minderheitsanteile an Unternehmen zu veräußern, um damit Industrie- und Forschungsprojekte zu fördern. Der Abverkauf von Staatsbeteiligungen wird den Franzosen als eine Investition in die Zukunft verkauft, zahlreiche weitere Unternehmen stehen auf der Kandidatenliste.

Immerhin hatte der französische Finanzminister Bruno Le Maire die Märkte schon im Juli vorgewarnt: Staatsanteile an französischen Unternehmen sollten abgestoßen werden, verkündete er. Nun hat der Ausverkauf tatsächlich begonnen. Es wurden bereits 4,5 Prozent der Anteile des Versorgers Engie verkauft, was einem Volumen von rund 1,53 Milliarden Euro entspricht. Insgesamt sollen zehn Milliarden Euro zusammenkommen, die in einen Fonds für Innovationsprojekte fließen. Le Maire betonte, Engie sei „die erste Etappe“. Die Namen der anderen Unternehmen, bei denen der Staat seine Beteiligung herunterfahren will, wurden offiziell bisher nicht genannt.

Ist der neu gestartete Verkauf der Staatsbeteiligungen eine Abkehr vom Wirtschaftsprotektionismus, der bislang in Frankreich so großgeschrieben wurde? Zumindest markiert er den Beginn eines Umdenkens, denn Frankreich und sein neuer Präsident Macron wollen weg vom Vater Staat als allmächtigem Versorger und den Weg hin zu mehr Privatinitiative ebnen. Die Reduzierung der Anteile an Staatsunternehmen ist ein erster Anfang, um Geld für neue Investitionen in Zukunftsprojekte einzunehmen.

Bei dem Energieunternehmen Engie kam der Verkauf nicht überraschend: Analysten hatten die 2008 aus einer Fusion von Gaz de France und Suez entstandene Firma ohnehin an erster Stelle der Verkaufsliste gesehen. Der Anteil des französischen Staates an Engie ist nach dem Verkauf auf 24,1 Prozent zurückgegangen. Doch der Staat besitzt immer noch 27,6 Prozent der Stimmrechte, also mehr als ein Viertel.

Wie reagierte die Börse auf den Verkauf der staatlichen Anteile? Beim Energieversorger Engie sogar leicht positiv, denn die Engie-Aktie stieg am Mittwoch zeitweilig um fast ein Prozent. Aktuell beträgt der Börsenwert von Engie 34 Milliarden Euro, innerhalb eines Jahres ist er um 4,88 Prozent gefallen. Insgesamt lässt sich keine relevante Verunsicherung der Anleger bemerken, wie sie sonst oft bei Staatsverkäufen vorkommt.

Welche Verkäufe könnten als nächstes folgen? Spekuliert wird in Insiderkreisen über die Aktien von Renault mit einem Staatsanteil von 19,74 Prozent, Air France-KLM (17,58 Prozent), die Papiere des Flughafenbetreibers ADP (50,63 Prozent) oder des Telekomkonzerns Orange (13,45 Prozent). Frankreichs Premierminister Edouard Philippe kündigte an: „Die Verkäufe werden zu Bedingungen stattfinden, die für den Staat am interessantesten sind.“ Um die Preise nicht schon im Vorhinein zu drücken, dürfte es somit schwierig sein, eine Verkaufsliste vorher festzulegen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie weit geht der Verkauf von Staatsbeteiligungen in Frankreich? Insgesamt hält der französische Staat über die staatliche Behörde Agence des Participations de l´Etat Anlagen im Wert von rund 90 Milliarden Euro an 81 Unternehmen. Davon werden an zwölf börsennotierten Unternehmen allein rund 65 Milliarden Euro gehalten, innerhalb eines Jahres ist der Gesamtwert der börsennotierten Anlagen um rund zehn Prozent gestiegen. Eine gute Basis für die neue französische Regierung unter Emmanuel Macron, die in den kommenden Monaten damit fortfahren will, Anteile an Unternehmen abzustoßen. Insgesamt wird damit gerechnet, dass rund zehn Milliarden Euro in der Kasse von Finanzminister Bruno Le Maire landen. Wenn die Gelder tatsächlich in Innovationsprojekte fließen und neue Technologien und Industrien fördern, ist das Geld gut angelegt. Geht es Macron in Wahrheit aber nur um eine Reduzierung des prekären französischen Schuldenstandes, ist die Veräußerung des „Tafelsilbers“ der falsche Weg.

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