SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Was ist von Venezuelas Währungsreform mit der Einführung eines neuen Bolivar zu halten?

23. August 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ihre Werbung. Hier?Was ist von Venezuelas Währungsreform mit der Einführung eines neuen Bolivar zu halten? „Venezuela kann schon seit geraumer Zeit die Zinsen auf die eigenen Staatsanleihen nicht mehr zahlen und müsste eigentlich ganz offiziell den Staatsbankrott verkünden – in dieser Hinsicht sind sich die Marktbeobachter einig. Doch nun hat Staatspräsident Nicolas Maduro eine ganz andere Idee: Im Rahmen einer Währungsreform soll Venezuela eine neue Währung bekommen, beim Übergang zum „Sovereign Bolivar“ sollen gleich fünf Nullen gestrichen werden,“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in dem südamerikanischen Krisenland zusammen. „Das Besondere an der geplanten monetären Revolution: Der Wert des neuen Geldes soll an die Kryptowährung ‚Petro‘ gekoppelt werden, deren Wert wiederum durch die Ölreserven des Landes abgesichert ist. Kann dies funktionieren, oder wird Venezuela noch tiefer ins Chaos stürzen?“ Alle Details zu dieser spannenden Thematik finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, der Staatschef von Venezuela Nicolas Maduro wagt nichts weniger als eine geldpolitische Revolution: Er will im Zuge einer Währungsreform in dem krisengeschüttelten, aber ölreichen südamerikanischen Land den „Sovereign Bolivar“ als neue Landeswährung einführen. Dieser soll fünf Nullen weniger haben als der aktuelle venezolanische Bolivar, der am Devisenmarkt mit einem Wechselkurs von 2,1 Millionen für einen US-Dollar gehandelt wird und damit praktisch wertlos ist.

Doch es geht Maduro nicht nur um die Streichung von Nullen bei seiner Landeswährung, wie sie fast jede Währungsreform ausgezeichnet hat: Der venezolanische Staatspräsident plant, den neuen „Sovereign Bolivar“ mit einem ganz speziellen Wertanker zu versehen und der Währung so Stabilität zu verleihen: Erstmals in der Geschichte will Maduro neu kreiertes Geld an eine Kryptowährung koppeln, und zwar an den „Petro“, den sein Land einige Monate zuvor ausgegeben hat. Das Besondere an der virtuellen Petro-Währung: Sie ist mit den venezolanischen Ölreserven als „Sachwert“ hinterlegt und damit nicht nur eine neue, in beliebiger Höhe auszugebende Währung.

Wie soll Maduros Jahrhundert-Experiment im Währungsbereich konkret ablaufen? Als erstes will Venezuelas Staatspräsident den offiziellen Umtauschkurs von 248.000 Bolivar pro US-Dollar auf sechs Millionen erhöhen und damit in etwa auf das Schwarzmarktniveau. Dies würde rechnerisch einer Abwertung von rund 96 Prozent entsprechen. Der dann einzuführende neue und „souveräne“ Bolivar soll fünf Nullen weniger haben, womit sich ein Wechselkurs zum US-Dollar von 60 ergeben würde.

Wenn 60 „Sovereign Bolivar“ künftig rund einen US-Dollar wert sein sollen, würde der Wechselkurs auch Spielraum zum Schwanken haben. Denn der Sovereign Bolivar wird an die Kryptowährung Petro gekoppelt, die Venezuela im Frühjahr ausgegeben hatte und deren Handelsstart unmittelbar bevorsteht. Wenn der Petro zur offiziellen Recheneinheit des Landes wird, wäre erstmals seit Jahrzehnten wieder eine mit realen Werten hinterlegte Währung am Markt, bei der es sich nicht nur um reines „Papiergeld“ handelt. Denn die Krypto-Währung ist mit den Ölvorräten des Landes abgesichert (jeweils ein Barrel pro Währungseinheit) und wurde von Caracas mit einem Kurs von 60 US-Dollar gestartet. Damit ist auch der Anfangswert für die neue Währung Venezuelas bekannt: Ein Petro wird 3.600 „Sovereign Bolivar“ kosten.

Kann das aus Not und Verzweiflung geborene radikale geldpolitische Experiment gelingen, das zugleich eine Abwertung des Bolivars um 96 Prozent und damit eine der größten Abwertungen der Wirtschaftsgeschichte umfasst? An der tiefen ökonomischen Krise in dem de facto bankrotten sozialistischen Staat kann die Währungsreform nichts ändern. Seit Maduros Amtsantritt hat sich die Wirtschaftsleistung des Landes halbiert, allein im vergangenen Jahr war ein Rückgang des venezolanischen BIP um zwölf Prozent zu verzeichnen. Die Inflationsraten des Landes sind so hoch, dass sie längst „jenseits von Gut und Böse“ liegen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) taxiert die Teuerungsrate für dieses Jahr bei einer Million Prozent.

SJB FondsSkyline. Fazit. Was ist von Venezuelas Währungsreform mit der Einführung eines neuen Bolivar zu halten? Die Ausgabe einer neuen Währung, die nicht nur als Papiergeld emittiert wird, sondern über die Anbindung an die Krypto-Währung Petro mit den venezolanischen Ölreserven als Sachwerten verknüpft ist, ist ein überaus spannendes Experiment. Nur radikale Konzepte können die Krise in Venezuela beenden, und Staatspräsident Maduro vollführt eine geldpolitische Revolution, indem er eine traditionelle ökonomische Idee mit dem letzten Schrei der digitalen Welt in Form von Kryptowährungen verknüpft. Das Interessanteste an Maduros Konzept ist zweifelsohne die Deckung einer neu ausgegebenen Währung mit realen Werten. Dies fängt bereits beim Namen der neuen Währung „Sovereign Bolivar“ an, der an den „Sovereign“ erinnert, eine englische Goldmünze, die mit dem Wert des Edelmetalls gedeckt war. In einer Zeit zunehmender Verunsicherung globaler Investoren mit Blick auf die Werthaltigkeit ihrer Anlagen ist diese Absicherung der neuen Währung ein Schritt in die richtige Richtung.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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