SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum halten die großen US-Konzerne so hohe Barreserven?

03. Juni 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum halten die großen US-Konzerne so hohe Barreserven? „Die großen US-Firmen haben immer höhere Bargeldbestände aufzuweisen und horten mittlerweile US-Dollar in Cash. Die amerikanischen Mega-Konzerne wie Apple oder Pfizer haben Billionen auf ihren Konten liegen, was nicht alleine mit dem niedrigen Zinsniveau zusammenhängt“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Tendenzen bei US-Konzernen zusammen. Die immensen Bargeldbestände werden zum einen als stille Reserven gehortet, zum anderen dienen sie auch Steuervermeidungs-Praktiken. Weitere spannende Details zu diesem kontroversen Thema finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, US-Riesen wie Microsoft, General Motors und Cisco haben es mit Mega-Konzernen wie Pfizer, Apple und Google gemeinsam: Sie horten riesige Bargeldreserven auf USD-Konten. Die Tendenz ist weiter steigend, die Cashbestände haben immense Summen angenommen: Allein 1,73 Billionen US-Dollar hielten US-Unternehmen, die nicht dem Finanzsektor zuzurechnen sind, Anfang 2015 laut Berechnungen der Ratingagentur Moody’s an flüssigen Mitteln. Das sind umgerechnet 1,57 Billionen Euro und zudem vier Prozent mehr als im Vorjahr. Wie hoch dieses Barvermögen ist, offenbart folgender Vergleich: Die Summe ist höher als das vom „Forbes“-Magazin geschätzte Vermögen der 70 reichsten Menschen der Welt und übersteigt zudem den gesamten Börsenwert aller im deutschen DAX enthaltenen Unternehmen.

Doch warum lassen US-Konzerne fast zwei Billionen Dollar auf kaum verzinsten Tages- und Festgeldkonten liegen? Es handelt sich nicht nur um stille Reserven, die für „schlechte Zeiten“ zurückgelegt wurden, sondern die immensen Summen sind Teil einer Strategie zur Steuervermeidung. Einer Studie der US-Notenbank zufolge haben börsennotierte US-Konzerne nach der Erholung von der Finanzkrise 2008 damit begonnen, ihre Bargeldbestände massiv zu erhöhen. Dabei spielen Steuern eine wichtige Rolle. Denn 1,1 Billionen USD bzw. rund zwei Drittel der Cash-Reserven befinden sich per Jahresultimo 2014 im Ausland. Wenn US-Firmen Gewinne, die sie im Rest der Welt gemacht haben, in die USA transferieren, werden sie relativ hohe Steuern fällig. Bis zu 35 Prozent der ausländischen Erträge müssen bei der Repatriierung in die USA an den Fiskus abgeführt werden. Die logische Konsequenz: Für US-Konzerne ist der Anreiz extrem hoch, die Barmittel auf den Konten im Ausland zu belassen.

Welcher Sektor hält derzeit die höchsten Barreserven? Wie die Moody’s-Analyse zeigt, ist die US-Branche mit den höchsten Barreserven der Technologiesektor. Vergleichsweise hohe Cashbestände weisen auch die Gesundheits-, Pharma- und Energiebranche auf. In den USA entwickelt sich die Situation immer mehr zu einem Politikum und sorgt für Diskussionsstoff in den Medien. Denn die Strategien zur Steuervermeidung sind genauso umstritten wie die vergleichsweise hohe Besteuerung der Auslandseinnahmen an sich. Die Vereinigten Staaten leiden darunter, dass immer mehr Konzerne ihren Sitz ins Ausland verlegen, um dem so strengen heimischen Fiskus zu entkommen. Bei vielen Übernahmen der vergangenen Jahre war dieses Kalkül ein entscheidender Faktor. Steueroasen vor der US-Küste wie die Bermudas oder die Cayman-Inseln werben offen mit niedrigen Steuersätzen, doch auch EU-Staaten wie Irland oder Luxemburg buhlen um internationale Konzerne.

SJB FondsSkyline. Fazit. Warum halten die großen US-Konzerne so hohe Barreserven? Die großen US-Konzerne verbuchen ihre Einnahmen vorzugsweise dort, wo die Steuern am niedrigsten sind. Die Gewinnquellen und damit der Ort, an dem die Steuern anfallen, können durch die Verlagerung beispielsweise von Patentrechten verlegt werden. Über die am prallsten gefüllte „Kriegskasse“ verfügt derzeit der Smartphone-Riese Apple. Mit Reserven in Höhe von 193,5 Milliarden US-Dollar verfügt er über höhere Barbestände als jeder einzelne industrielle US-Wirtschaftssektor – von der Technologie- und Pharmabranche einmal abgesehen. Auch wenn gewisse Cashreserven zur Finanzierung kurzfristig auftretender Übernahmemöglichkeiten oder für Forschungsinvestments sinnvoll sind, ist nicht nur im Falle von Apple das mittlerweile erreichte Ausmaß übertrieben. Vor allem die Aktionäre sind die Leidtragenden einer solchen Entwicklung. Sie sind es eigentlich, die höhere Ausschüttungen verdient hätten und von der guten Geschäftsentwicklung profitieren müssten. Denn zum Wesen des Aktienmarktes gehört es, dass die Konzerne ihre Anteilseigner an ihrem Erfolg teilhaben lassen – insofern ist das Horten von übermäßigen Barreserven nicht nur aus Aktionärssicht zu kritisieren.

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