SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Hat der US-Geheimdienst die Übernahme von Aixtron gestoppt?

27. Oktober 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Hat der US-Geheimdienst die Übernahme von Aixtron gestoppt? Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.„Die Übernahme des deutschen Chipanlagenbauers Aixtron durch chinesische Investoren schien bereits in trockenen Tüchern, die Mehrheit der Aktionäre hatte dem Deal zugestimmt. Doch nun gibt es Aufregung um die Übernahme, die im letzten Moment gestoppt wurde“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Meldungen rund um das Aachener Unternehmen zusammen. „Warnungen des US-Geheimdienstes, militärisch bedeutsame Technologie könnte in die Hände der Chinesen fallen, haben die Bundesregierung dazu bewogen, den Verkauf zu stoppen.“ Alle Hintergründe zum Wirtschaftskrimi rund um die Aixtron-Übernahme finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, die Pläne des chinesischen Investors Liu Zhendong, das auf den Chipanlagenbau und LED-Technik spezialisierte Unternehmen Aixtron zu übernehmen, haben einen empfindlichen Dämpfer erfahren: Die Übernahme wurde bis auf Weiteres gestoppt, wobei der US-Geheimdienst seine Finger im Spiel gehabt haben soll. Auf das Platzen der bereits als sicher geltenden Übernahme reagierte die Aixtron-Aktie mit kräftigen Kursverlusten: Um sieben Prozent ging es allein am Mittwoch nach unten, seit Bekanntwerden der Meldung liegt das Minus bei 17 Prozent.

Das „Handelsblatt“ hatte zuvor unter Berufung auf deutsche Geheimdienstkreise gemeldet, dass die geplante Übernahme des angeschlagenen Aachener Chipanlagenbauers durch eine Intervention des US-Geheimdienstes gestoppt worden sei. Die Amerikaner hätten Ermittlungsergebnisse präsentiert, wonach die Produkte von Aixtron auch militärisch genutzt werden können. In Washington bestehe deshalb große Sorge, dass China Chips von Aixtron in seinem Nuklearprogramm einsetzen könne.

Die Konsequenz: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat seine bereits Anfang September erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung für den Deal in den vergangenen Tagen überraschend zurückgezogen. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich dazu nicht äußern, doch Gabriels Staatssekretär Matthias Machnig ließ verlauten, dass die Bundesregierung bis dahin nicht bekannte sicherheitsrelevante Informationen erhalten habe.

Damit ist das schon sicher geglaubte Geschäft, bei dem der chinesische Investor Fujian Grand Chip Investment (FGC) für 676 Millionen Euro die defizitäre Firma übernehmen will, nun akut gefährdet. Die Aktionäre hatten dem Deal bereits zugestimmt und dem Investor aus dem „Reich der Mitte“ bis zum Ablauf der Annahmefrist rund 65 Prozent der im Umlauf befindlichen Wertpapiere zum Kauf angeboten.

Marktinsider wissen: Hinter FGC steckt der Privatinvestor Liu Zhendong, doch indirekt hält der chinesische Staat fast die Hälfte der Anteile. Trotz aller Beteuerungen von Zhendong, er treffe die Entscheidungen allein und die chinesischen Behörden würden bei dem Übernahmeplan keine Rolle spielen, kamen erste Zweifel auf. Nun aber wurde bekannt: Die amerikanischen Sicherheitsbehörden haben bei einem Treffen in der US-Botschaft mit Vertretern des Kanzleramts, des Bundeswirtschaftsministeriums und des Verteidigungsministeriums Beweise vorgelegt, die eine geplante militärische Nutzung der Aixtron-Technologie belegen sollen. Auch wenn die deutschen Behörden nicht in den Besitz der sicherheitsrelevanten Informationen gelangten, reichten ihnen diese Hinweise offensichtlich, den Übernahme-Deal zu stoppen.

Fujian Grand Chip Investment hatte am Dienstag selbst mitgeteilt, dass das Bundeswirtschaftsministerium die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus Sorge um „sensible Verteidigungstechnologie“ zurückgezogen habe. In der Mitteilung von FGC hieß es weiter, dass die deutsche Bundesregierung eine „Offenlegung von sicherheitsrelevanten Technologien“ fürchte, wobei insbesondere der Verteidigungssektor betroffen sei. Trotz der neuesten Entwicklungen, die eine Aixtron-Übernahme zusehends unwahrscheinlich wirken lassen, hält die chinesische FGC ihr Übernahmeangebot aufrecht.

FondsSkyline. Fazit. Hat der US-Geheimdienst die Übernahme von Aixtron gestoppt? Dass deutsche Behörden sich erst von US-Geheimdienstlern belehren lassen müssen, welch sicherheitstechnisch relevante Forschung in einem deutschen Unternehmen betrieben wird, ist ein echter Skandal. Das Bundeswirtschaftsministerium müsste selbst über die notwendigen Informationen verfügen oder diese im Vorfeld einholen, bevor einer militärisch bedeutsamen Firmenübernahme zugestimmt wird. Durch den Stopp der Übernahme sieht es nun für den defizitären Anlagenbauer alles andere als gut aus. Aixtron reagierte mit Unverständnis auf die Entscheidung und betonte, für alle nach Asien exportierten Anlagen zuvor stets problemlos Exportlizenzen erhalten zu haben. Die größten Probleme haben nach der Entscheidung aber die Aixtron-Mitarbeiter, die mit ausgedehnten Stellenstreichungen rechnen müssen.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.