SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommen jetzt Unternehmensanleihen mit Negativzins?

08. September 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommen jetzt Unternehmensanleihen mit Negativzins? Ihre Werbung. Hier?„Der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel sowie der französische Pharmariese Sanofi haben es vorgemacht: Sie sind die ersten privatwirtschaftlichen Unternehmen, denen es im Zuge von Nullzinspolitik und EZB-Liquiditätsprogrammen gelungen ist, Unternehmensanleihen mit einem negativen Zinskoupon zu emittieren. Die Konzerne in der Eurozone haben damit eine neue Geldquelle entdeckt: das Schuldenmachen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen am Bondmarkt zusammen. „Wenn schon die Geschäfte nicht besonders gut laufen und auch das Wirtschaftswachstum nicht anspringt, so können europäische Konzerne jetzt wenigstens Geld mit der Emission von Schuldtiteln verdienen.“ Doch was sollen Investoren machen, die ihr Vermögen nicht durch Negativzinsen entwertet sehen wollen? Alles Wichtige zu dieser höchst kontroversen Frage findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, dem deutschen Konsumgüterproduzenten Henkel sowie Frankreichs Pharmakonzern Sanofi ist etwas gelungen, von dem Unternehmen vor einigen Jahren nur zu träumen wagten: Die beiden privatwirtschaftlich organisierten Großunternehmen konnten neue Anleihen emittieren, für die kein Geld gezahlt werden muss, sondern mit denen vielmehr Erträge erwirtschaftet werden. Die neuen Unternehmensanleihen der beiden Konzerne sind mit negativen Zinskoupons ausgestattet – Investoren bezahlen Zinsen an die Unternehmen, um ihnen Geld leihen zu dürfen.

Im Detail schaffte es der Waschmittel- und Konsumgüterkonzern Henkel, sich 500 Millionen Euro für zwei Jahre zu leihen und diese Schuldpapiere mit einer Rendite von minus 0,05 Prozent am Markt zu platzieren. Ein möglicherweise noch besserer Coup ist dem französischen Pharmariesen Sanofi gelungen, der sich zu den gleichen Konditionen mit 0,05-prozentigem Minuszins eine Milliarde Euro über drei Jahre leihen durfte.

Die Neuemissionen mit Negativkoupon zeigen: Investoren sind tatsächlich bereit, als solvent eingeschätzten Unternehmen Geld zu leihen und dafür zu bezahlen. Wer als Anleger Anleihen für eine Million Euro zeichnet, muss eine jährliche Einbuße von 500 Euro auf das eingesetzte Kapital verkraften. Wenn Investoren nun dafür draufzahlen, Unternehmen ihr Geld leihen zu „dürfen“, so rüttelt dies an den Grundsätzen der Ökonomie. Rendite und Risiko haben jeden Bezug zueinander verloren, denn den Geschäftsrisiken, die jedes auch noch so große Unternehmen aufweist, stehen keine Erträge für den Anleger mehr gegenüber. Die Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank in Kombination mit Mario Draghis Anleihenkaufprogramm, das nun auch auf Unternehmensanleihen ausgedehnt wurde, hat die Grundgesetze des Wirtschaftslebens auf den Kopf gestellt: Private Unternehmen leihen sich Geld und müssen dafür keine Zinsen zahlen, sondern generieren vielmehr zusätzliche Erträge.

Ein Irrsinn, der nicht lange gut gehen kann – Konzerne verlagern Risiken auf private Investoren, die negative Zinssätze auf Unternehmensanleihen akzeptieren, da im Bereich der Staatsanleihen die Renditen noch tiefer in den roten Bereich gerutscht sind. Denn trotz negativer Zinskoupons kann eine Unternehmensanleihe für Anleger attraktiv sein, weil Staatspapiere guter Bonität mit ähnlicher Laufzeit noch erheblich weniger abwerfen. Zweijährige deutsche Staatsanleihen weisen derzeit eine Rendite von minus 0,69 Prozent auf. Auch das Parken des Geldes auf der Bank ist keine Alternative mehr: Für Großinvestoren sind Bankeinlagen längst mit Strafzinsen belegt.

SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommen jetzt Unternehmensanleihen mit Negativzins? Der Einzug der Negativzinsen in den Sektor der Unternehmensanleihen ist unaufhaltsam und wird sich genauso wie im Staatsanleihenbereich durchsetzen. Unternehmen wie Henkel und Sanofi sind Profiteure der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die nicht nur den Leitzins auf null Prozent abgeschmolzen hat, sondern auch den Strafzins auf Einlagen der Geschäftsbanken auf minus 0,4 Prozent gesenkt hat. Ebenso wichtig für den Siegeszug der Negativzinsen ist das 1,7 Billionen Euro schwere Anleihenkaufprogramm der Zentralbank, das längst auf den Sektor der Unternehmensanleihen ausgedehnt wurde. Schon jetzt gehen der EZB teilweise die Anlageobjekte aus, weshalb Unternehmen gerade in diesem Jahr mit einer rekordverdächtigen Emissionstätigkeit aufwarten. Das Ziel der EZB wurde jedoch in keiner Weise erreicht. Weder hat sich die Preissteigerung in der Euro-Zone der Zielmarke von zwei Prozent angenähert, noch ist die Konjunktur angesprungen. Da Draghi bislang aber keinerlei Einsicht in seine gescheiterte Geldpolitik zeigt, wird die wahnsinnige Geldschwemme nur immer weiter ausgedehnt und die liquidtätsgetriebene Hausse an den Aktien- und Anleihenmärkten befeuert. Die Konsequenz für den Anleger: Er wird sich auch im Unternehmensanleihensektor langfristig mit Negativzinsen abfinden müssen.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>