SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist Tsipras mit seinen Drohungen endgültig zu weit gegangen?

10. Juni 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist Tsipras mit seinen Drohungen endgültig zu weit gegangen? „Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras hat zu Wochenbeginn eine neue Liste von vermeintlichen ‚Sparvorschlägen‘ vorgelegt, die weit davon entfernt sind, Grundlage einer Einigung im Schuldenstreit zwischen Griechenland und der EU sein zu können. Anstatt sich konstruktiv an der Erarbeitung neuer Reformvorschläge zu beteiligen, hat der Syriza-Vorsitzende Drohungen gegen EU-Kommission und IWF ausgestoßen, falls diese dem Land keine neuen Hilfsgelder gewähren“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen im Schuldenstreit mit Hellas zusammen. Müsse Griechenland aus der Eurozone ausscheiden, so sei das der Beginn ihres Verfalls, argumentierte Tsipras. Was ist von den Drohgebärden des griechischen Premiers zu halten? Eine kritische Auseinandersetzung mit seiner Position findet sich hier!

Liebe FondsBlogger, der Schuldenstreit um Griechenland geht nicht nur weiter, sondern nimmt in der Schärfe der Auseinandersetzung neue Dimensionen an. Nachdem der griechische Premierminister Alexis Tsipras den aus EU-Kommission, EZB und IWF bestehenden Gläubigern neue „Sparvorschläge“ zweifelhafter Qualität vorgelegt hat, setzte er statt auf Kooperation auf Konfrontation: Sollte es keine Einigung zu neuen Hilfszahlungen geben und Griechenland gar den Euro verlassen müssen, so stehe die Auflösung der gesamten Eurozone bevor, drohte Tsipras.

Zuvor hatte Griechenlands Premier die neuen Angebote des Gläubigerkonsortiums abgelehnt, die von Athen weniger harte Spar- und Reformbemühungen forderten. Damit brüskierte Tsipras vor allem EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem, denen er zuvor signalisiert hatte, dass auf dieser Grundlage eine Einigung möglich sei. Während der Grieche ursprünglich von “freundschaftlichen und konstruktiven” Gesprächen sprach, teilte er Ende vergangener Woche im Athener Parlament mit, die Vorschläge seien “absurd” und “inakzeptabel” gewesen.

Besonders Juncker ist nun höchst verärgert und sieht zugleich die „Gegenvorschläge“ der griechischen Regierung, die Tsipras am Dienstag vorlegte, genau wie andere hochrangige EU-Offizielle sehr kritisch.

Denn die neuen Reformpläne können die internationalen Partner nicht zufriedenstellen und reichen für eine Einigung kaum aus. Ein EU-Vertreter betonte, die Vorstellungen der griechischen Regierung dürften für die anderen Euro-Länder kaum akzeptabel sein. So blieben die Vorschläge zu den künftigen Haushaltsüberschüssen sogar noch hinter den zuvor besprochenen Werten zurück. Von den sieben Seiten der griechischen Gegenvorschläge betreffen überhaupt nur drei konkrete Sparmaßnahmen und beinhalten keine nennenswerten griechischen Zugeständnisse. Eine erneute Senkung der Renten lehnt das Papier weiter kategorisch ab.

Die Substanz von Griechenlands „Sparvorschlägen“ ist damit äußerst dünn, doch umso dicker aufgetragen hat Alexis Tsipras in seinen Äußerungen zu den Folgen eines möglichen „Grexit“. Sollte es zu keiner Einigung im Schuldenstreit kommen und Athen den Euro verlassen müssen, so wäre dies „der Anfang vom Ende der Euro-Zone”, tönte der Regierungschef. In einem Interview mit der italienischen “Corriere della Sera” warnte Tsipras, Länder wie Spanien und Italien könnten die nächsten Opfer sein, wenn Griechenland aus der Euro-Zone austrete. Wenn sein Land Pleite gehen würde, so Tsipras weiter, würden die Märkte umgehend nach dem nächsten Opfer Ausschau halten, die Kosten für die europäischen Steuerzahler wären “enorm”.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist Tsipras mit seinen Drohungen endgültig zu weit gegangen? Mit seinen kaum verhüllten Drohgebärden hat Tsipras endgültig die „rote Linie“ überschritten und völlig zu Recht die Vertreter von EU und IWF gegen sich aufgebracht. Denn seine Drohungen, ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone würde zugleich deren Ende bedeuten, sind so falsch wie unverschämt. Während des Beginns der Euro-Krise vor einigen Jahren wäre seine Behauptung, nach der Pleite des ersten Euro-Landes würden andere Staaten im Sinne der „Dominotheorie“ nachfolgen, noch zu akzeptieren gewesen. Doch jetzt sieht die Lage völlig anders aus: Ehemalige Problemkinder wie Portugal oder Irland haben ihre Hausaufgaben gemacht und sind mit Haushaltskonsolidierung und Sanierung der Staatsfinanzen gut vorangekommen. Der einzige Kandidat, bei dem die Spar- und Reformbemühungen nicht gefruchtet haben, ist Griechenland. Dies wissen die Märkte ganz genau und werden bei einem Grexit nicht auf die Auflösung der Eurozone wetten, sondern sich eher erfreut zeigen, dass das einzige reformunwillige Land endlich den Euro verlässt. Tsipras will mit seinen plumpen Drohungen nur möglichst gute Konditionen im Schuldenstreit herausschlagen – der Erpressung durch Griechenlands Staatschef sollten EU, EZB und IWF gemeinsam mit aller Schärfe begegnen!

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