SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Zerfällt die Troika der Griechenland-Retter?

05. März 2014 von um 16:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Zerfällt die Troika der Griechenland-Retter? „Das Trio aus IWF, EU-Kommission und EZB hat Griechenland vor dem akuten Staatsbankrott bewahrt und stand lange als Euro-Retter da. Doch beliebt ist die „Troika“ weder in Griechenland noch in Brüssel bei der EU“, fasst Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die Griechenland-Retter zusammen. Nun mehren sich die Stimmen, die Troika gehöre abgeschafft, habe sie doch in Griechenland die falschen Schwerpunkte gesetzt und ohne demokratische Legitimation Milliardenhilfen ausgezahlt. Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, obwohl die aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) bestehende Troika Griechenland mehr als 237 Milliarden Euro an Finanzhilfen bewilligt und ausgezahlt hat, sind ihre Mitarbeiter in Griechenland alles andere als gerne gesehen. Bei ihren Besuchen im Land sehen sich die Troika-Mitglieder immer wieder Demonstrationen und Protestkundgebungen von Beamten, Lehrern und Staatsangestellten gegenüber, die sie für Entlassungen und Gehaltskürzungen verantwortlich machen.

Damit, dass die Troika in Griechenland selbst unbeliebt ist, wo sie eine rigorose Sparpolitik durchsetzen und kontrollieren muss, könnten ihre Mitglieder vielleicht noch leben. Doch seit Neuestem verstärkt sich auch die Kritik an der Troika in Brüssel, wo Viviane Reding, Vizepräsidentin der EU-Kommission, ihre Meinung zu diesem Thema in einer sehr knappen Aussage bündelte: „Die Troika gehört abgeschafft.

Mit ihrer Forderung, die Troika aufzulösen, steht Reding in Brüssel nicht alleine dar: Auch der Währungspolitische Ausschuss des Europaparlaments hat einen Untersuchungsbericht vorgelegt, in dem die Arbeit der Troika scharf kritisiert wird. Größter Kritikpunkt: Die Troika habe die Wirkung der Sparpolitik falsch eingeschätzt, damit den wirtschaftlichen Einbruch und die soziale Misere in den Euro-Krisenländern wie Griechenland noch verstärkt. Auch an ihrer Arbeitsweise wird fundamentale Kritik laut: Die Arbeit der Troika sei weder nach außen transparent noch sei die Institution demokratisch legitimiert.

Steht also die baldige Auflösung, der Zerfall der Troika auf dem Programm? Das Dreigestirn aus IWF, EU-Kommission und EZB war von Anfang an ein Team aus Partnern mit teils sehr unterschiedlichen Interessen. Nicht nur Griechenland musste vor dem Staatsbankrott bewahrt werden, auch in Irland, Portugal und Zypern musste die Troika helfen. Allein diesen vier EU-Krisenstaaten wurden Hilfsgelder in Höhe von mehr als 400 Milliarden Euro zugesagt. Die Bedingungen waren klar: Stets hatten die Krisenländer Sparauflagen zu beachten und mussten zugleich die Wirtschaft reformieren. In regelmäßigen Abständen prüfte die Troika sodann, ob die betroffenen Länder die Auflagen einhalten.

Mittlerweile treten die Gegensätze der Troika-Partner offen zu Tage. Am stärksten in der Kritik steht der IWF, den viele Europapolitiker lieber heute als morgen loswerden würden. Der Internationale Währungsfonds hat die Rolle desjenigen inne, der am rigorosesten auf den Sparanstrengungen besteht. Damit hatte er die Krisen in Asien oder Lateinamerika gemeistert – fraglich bleibt jedoch, ob das strenge Sparmodell aus dem Bereich der Schwellenländer so einfach auf Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu übertragen ist. Hier wachsen die Zweifel in dem Moment, wo der Höhepunkt der Euro-Krise voraussichtlich schon hinter uns liegt, eine Volkswirtschaft wie Griechenland aber weiter nicht auf die Beine kommt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Zerfällt die Troika der Griechenland-Retter?Sollte der IWF aus der Troika ausscheren, könnte die Eurozone trotzdem problemlos ihre Rettungspolitik fortsetzen. Denn der Beitrag des IWF an den EU-Hilfsprogrammen ist mit 77,5 Milliarden Euro vergleichsweise gering. Damit könnten sich die Europäer des Troika-Mitglieds entledigen, das im Falle Griechenlands immer am stärksten auf einen weiteren Schuldenschnitt plädierte – ein Plan, gegen den sich vor allem Deutschland nachhaltig sträubt. Mit dem allmählichen Abflauen der Euro-Krise setzt sich vielmehr die Erkenntnis durch, dass die vom IWF favorisierte rigide Sparpolitik nicht das beste Mittel ist, um einer Volkswirtschaft längerfristig wieder auf die Beine zu helfen. Dies zeigt sich gerade in aller Deutlichkeit in Griechenland, wo trotz immenser Finanzhelfen ein echter wirtschaftlicher Aufschwung oder gar eine Rückkehr des Landes an den Kapitalmarkt in weiter Ferne liegen. Hier sollten die Europäer einen möglichen Ausstieg des IWF aus der Troika als Chance begreifen und eine stärker eigenen Vorstellungen gehorchende Rettungspolitik durchsetzen.

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