SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Schadet der Toshiba-Skandal dem Finanzplatz Japan?

22. Juli 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Schadet der Toshiba-Skandal dem Finanzplatz Japan? „Der massive Bilanzskandal beim japanischen Elektronikkonzern Toshiba hat Unternehmenschef Hisao Tanaka und weitere sieben führende Manager ihre Jobs gekostet. Wie jetzt herauskam, hat Toshiba über Jahre seine Bücher geschönt und dort über eine Milliarde Euro an nicht vorhandenen Gewinnen angegeben“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Ereignisse in Japans Börsenlandschaft zusammen. Ist damit das Vertrauen in den japanischen Finanzplatz erschüttert, muss mit einem Absturz des Nikkei Index gerechnet werden? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, Toshiba-Konzernchef Hisao Tanaka ist gemeinsam mit seinem Vorgänger Norio Sasaki über den Bilanzskandal bei dem japanischen Elektronikproduzenten gestolpert. Insgesamt verloren acht Mitarbeiter aus der Führungsetage ihre Positionen, nachdem bekannt geworden war, dass der Konzern seine Bilanzen in den vergangenen sechs Geschäftsjahren systematisch um umgerechnet 1,13 Milliarden Euro frisiert hat. Nach den Ergebnissen des am Montag von Toshiba veröffentlichten Untersuchungsberichtes muss der Konzern seine Gewinne für die Geschäftsjahre von April 2008 bis März 2014 um insgesamt 151,8 Milliarden Yen nach unten korrigieren.

Ein überaus heftiger Fall von Bilanzmanipulation, der kein gutes Licht auf den Börsenplatz Japan wirft, der sich nach einer längeren Stagnationsphase seit rund zwei Jahren wieder im Aufwind befindet. Der Skandal um den erfundenen Gewinn führt zu der drängenden Frage, warum die so lange gut gehen und unentdeckt bleiben konnte. Denn nicht nur die Toshiba-Manager machten falsche Angaben, auch die vom Konzern beauftragten Wirtschaftsprüfer nickten jahrelang falsche Angaben ab.

Erste Hinweise auf einen Bilanzskandal hatte es gegeben, als Japans Regulierungsbehörden Anfang des Jahres auf Unregelmäßigkeiten in der Toshiba-Bilanz stießen. Daraufhin wurde eine unabhängige Prüfungskommission ins Leben gerufen, die nach einer detaillierten Prüfung der Bücher zu dem horrenden Ergebnis kam: Seit 2008 ist der operative Gewinn von Toshiba um mehr als 150 Milliarden JPY zu hoch ausgewiesen worden. Ebenfalls geht aus dem Untersuchungsbericht hervor, dass Toshiba-Chef Tanaka und sein Vorgänger Sasaki sich der Finanzmanipulationen in vollem Umfang bewusst waren.

Ein Grund für den heftigen Bilanzskandal mag in der Besonderheit der japanischen Führungskultur liegen. Ein offener Widerspruch zur Konzernführung wird nicht geduldet, und so hatten die Toshiba-Mitarbeiter, um die überzogenen Gewinnziele des Managements zu erreichen, die Bilanzen geschönt. Dieses Verhalten zur Vermeidung eines „Gesichtsverlusts“ in der direkten Konfrontation mit Vorgesetzten zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Bemühungen der japanischen Regierung, Managementqualität und Corporate-Governance-Prinzipien bei den heimischen Unternehmen zu verbessern, in höchstem Maße notwendig sind. Finanzminister Taro Aso betonte bereits, dass es Japan gelingen müsse, angemessene Grundsätze der Unternehmensführung umzusetzen, um nicht das Vertrauen der Märkte zu verlieren. Ob der Toshiba-Konzern mit finanziellen Strafen wegen der Bilanzfälschung rechnen muss, ist hingegen noch offen. Die drohenden hohen Strafzahlungen haben jedoch dazu geführt, dass der Konzern wegen des Skandals bislang noch keine Bilanz für das Geschäftsjahr 2014/2015 vorgelegt hat.

SJB FondsSkyline. Fazit. Schadet der Toshiba-Skandal dem Finanzplatz Japan? Der Bilanzskandal um Toshiba ist der größte in Japan seit dem Jahr 2011, als der Kamera-Produzent Olympus seine Bilanzen ebenfalls künstlich aufgebläht hatte. Erfundene Gewinne von umgerechnet 1,1 Milliarden Euro – sollten sich Aktionäre überhaupt noch am Aktienmarkt im Land der aufgehenden Sonne engagieren und können sie dem japanischen Finanzplatz noch trauen? Klar ist: In Sachen Transparenz haben Japans Unternehmen immer noch einen Rückstand zu anderen globalen Großkonzernen. Die Unternehmen setzen nicht in gleichem Maße auf die Interessen der Aktionäre, die Beachtung von Corporate-Governance-Kriterien muss verbessert werden. Probleme bestehen zudem in der konsensorientierten Firmenkultur, die Kritiker schnell ins Abseits stellt und kaum kontroverse Diskussionen ermöglicht. Doch Japans Aktionärs- und Unternehmenskultur hat sich in den vergangenen zehn Jahren stark gewandelt und geht den Reformprozess weiter. Angesichts des anziehenden Wirtschaftswachstums und zunehmender Konsumneigung wären Aktionäre schlecht beraten, gerade jetzt japanische Aktien aus den Depots zu werfen. Denn neben steigenden Renditen sind auch höhere Dividenden zu erwarten, wenn sich der gerade begonnene ökonomische Aufschwung fortsetzt. Aktienwerte aus dem Nikkei gehören damit weiterhin in ein gut aufgestelltes, global diversifiziertes Portfolio.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>