SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sollen die Sparauflagen für Griechenland gelockert werden?

15. Dezember 2016 von um 13:30 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sollen die Sparauflagen für Griechenland gelockert werden? „Der Internationale Währungsfonds (IWF) will dem in einer fortgesetzten Schulden- und Wirtschaftskrise steckenden Griechenland helfen und die Sparauflagen lockern. Damit stellt sich der IWF gegen die Pläne von EU und Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble, die an strengen Haushaltszielen festhalten wollen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um das Thema „Staatsbankrott in Hellas“ zusammen. „Sind Schuldenerleichterungen der richtige Schritt angesichts eines ohnehin kaum abtragbaren Schuldenberges, oder soll man Griechenland gegenüber an den scharfen Sparauflagen festhalten?“ Alle wichtigen Details zu diesem kontroversen Thema finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, der Internationale Währungsfonds will die Sparauflagen für Griechenland lockern und ist damit auf Konfrontationskurs zum deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble gegangen. Maurice Obstfeld, Chefökonom des IWF, sowie Poul Thomsen, Leiter der Europa-Abteilung, führen in diesem Zusammenhang aus, dass man schon im Sommer 2015 davon abgeraten habe, Athen auf einen Haushaltsüberschuss von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu verpflichten. Dies sei eine zu harte Sparvorgabe und könnte die Wirtschaftserholung in Griechenland gefährden, argumentieren die beiden IWF-Offiziellen. Der Internationale Währungsfonds hält vielmehr einen Primärüberschuss von lediglich 1,5 Prozent des BIPs für ausreichend. Doch gegen den Ratschlag des IWF hätten die Europäer härtere Einschnitte mit der Athener Regierung vereinbart und das Ziel von 3,5 Prozent durchgesetzt.

Diese strenge Sparvorgabe halten Obstfeld und Thomsen nach wie vor für einen Fehler, da sie Griechenland zu viel abverlange und eine wirtschaftliche Erholung behindere. Im Konflikt mit Griechenland, bei dem sich die für harte Sparforderungen bekannte Washingtoner Institution zuerst unbeliebt gemacht hatte, nimmt der IWF nunmehr eine versöhnliche Rolle ein: Der Währungsfonds fordert nicht mehr, sondern weniger Sparauflagen. Fast sieben Jahre nach Beginn der Griechenland-Rettung hat ganz offensichtlich ein Kurswechsel beim IWF stattgefunden: Anders als etwa die EU-Kommission ist er nicht mehr zu überoptimistischen Prognosen bereit und fordert eine realistische Einschätzung der Situation in Athen. Trotzdem verlangt der IWF die Einhaltung der bereits zugesagten Reformen: Die Athener Regierung müsse noch einige tiefgreifende Strukturreformen umsetzen, etwa auf dem Arbeitsmarkt, im Rentensystem und bei den Steuern, so der Internationale Währungsfonds in seiner jüngsten Veröffentlichung.

Doch dazu seien keine zusätzlichen Einsparungen im Haushalt notwendig – im Gegenteil: Sollten sich durch die Reformen das Wirtschaftswachstum und damit die Staatseinnahmen besser entwickeln, plädiert der IWF dafür, entsprechend die öffentlichen Ausgaben zu erhöhen oder die Steuern zu senken. Ein Vorschlag, den der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras gerne annehmen wird; zumal dem IWF ansonsten der Ruf als strenger Sanierer vorauseilt.

Mit seiner Forderung nach der Abkehr von überambitionierten Haushaltszielen geht der IWF auf klaren Konfrontationskurs zu den Vorstellungen von Wolfgang Schäuble, der von Athen nicht nur im Jahre 2018, sondern auch darüber hinaus die Erzielung eines Primärüberschusses von 3,5 Prozent erwartet. So soll die Schuldentragfähigkeit gesichert werden – doch der IWF lässt in seinem Beitrag auch durchblicken, dass er Griechenlands Schulden bereits jetzt als „nicht nachhaltig“ einstufe. Die Konsequenz: Ohne signifikante Schuldenerleichterungen könnten keine noch so ambitionierten Reformen durchgeführt werden. Die Europäer sollten Griechenland bei den bereits ausgezahlten Krediten aus den ersten beiden Hilfspaketen entgegenkommen, so der Vorschlag des IWF, um die Schuldenlast zu senken – etwa in Form von längeren Kreditlaufzeiten oder durch die Stundung von Zins- und Tilgungszahlungen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Sollen die Sparauflagen für Griechenland gelockert werden? Schäuble ist entschieden gegen solche Maßnahmen, erst Recht vor Ende des dritten Hilfsprogramms, das im Sommer 2018 ausläuft. Seine Argumentation: Das frühzeitige Versprechen von Schuldenerleichterungen würde den Reformdruck von der Athener Regierung nehmen, zudem hätten die Europäer bereits Kredite gestundet. Im Konflikt rund um die Schuldentragfähigkeit von Griechenland neige ich aber dazu, dem IWF Recht zu geben. Griechenland braucht möglichst schnell Klarheit über seine wirtschaftliche Situation. Nur wenn für Investoren erkennbar ist, dass das Land seine Schulden auch wieder alleine tragen kann, werden Anleger und Unternehmen nach Griechenland zurückkehren. Eine wirtschaftliche Erholung in Hellas, die von allen Beteiligten so sehnlich herbeigewünscht wird, braucht eine solide finanzielle Grundlage, die nur durch eine teilweise Lockerung der Sparvorgaben zu erreichen ist.

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