SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Rutscht die Türkei jetzt in eine Rezession?

20. September 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Rutscht die Türkei jetzt in eine Rezession? „Der Währungsverfall der türkischen Lira bringt für Staatspräsident Erdogan und die Türkei nun das nächste Problem: Nachdem die Währung der Türkei seit Jahresbeginn rund vierzig Prozent ihres Wertes gegenüber Euro und US-Dollar eingebüßt hat, sind nun die ökonomischen Konsequenzen zu spüren“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die Wirtschaftsentwicklung in der Türkei zusammen. „Die Importe sind deutlich teurer geworden, die Inflationsentwicklung hat längst zweistellige Werte erreicht. Droht nun der Türkei eine Rezession?“ Eine topaktuelle Einschätzung zu diesem Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, ausgelöst durch den massiven Kursverfall der türkischen Währung bekommt Staatspräsident Erdogan jetzt das nächste Problem: Das Wachstum der türkischen Wirtschaft ist im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen und hat sich auf nur noch 5,2 Prozent verlangsamt. Schuld daran ist die Währungskrise, deren Auswirkungen auf die ökonomische Situation der Türkei aber erst am Anfang stehen: Denn es dürfte noch deutlich schlimmer kommen, da längst noch nicht alle Konsequenzen der kriselnden Lira in den BIP-Zahlen berücksichtigt sind.

Bereits im dritten Quartal erwarten Marktexperten negative BIP-Zahlen für die Türkei und sprechen schon jetzt von einer drohenden Rezession – also einem negativen Wirtschaftswachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen.

Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Probleme wächst in der Türkei die Unruhe in der Bevölkerung. Denn obwohl das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni immer noch um 5,2 Prozent zum gleichen Vorjahreszeitraum zulegte, war dies der schwächste Zuwachs seit 2016, als die türkische Ökonomie nach dem Putschversuch kollabierte.

Der Blick auf die zuvor veröffentlichten Zahlen verdeutlicht den rapiden Abschwung: Im ersten Quartal war das türkische BIP noch mit 7,3 Prozent gewachsen, im dritten Quartal 2017 sogar um 11,5 Prozent. Die erhebliche konjunkturelle Verlangsamung ist auch deshalb bemerkenswert, weil sich der Höhepunkt des Währungsverfalls erst im Juli ereignete und somit noch keine direkte Auswirkung auf die BIP-Zahlen haben konnte. Umgekehrt war die türkische Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal noch durch staatliche Geschenke an die Bevölkerung vor der Wahl im Juni künstlich aufgebläht. Auch deshalb rechnen Ökonomen damit, dass die Türkei bereits im zweiten Halbjahr 2018 in die Rezession stürzen wird.

Auch der Nomura-Marktexperte Inan Demir aus London kalkuliert mit einem sich weiter beschleunigenden Wirtschaftseinbruch in der Türkei: Die Wachstumsverlangsamung auf 5,2 Prozent sei „nur der Auftakt für einen schärferen Einbruch“, ließ der Ökonom verlauten. Er prognostiziert für die türkische Ökonomie schon im dritten Quartal negative Vorzeichen beim BIP und erwartet zwei negative Quartale in Folge und somit eine technische Rezession.

In die Liste derjenigen, die der Türkei ein baldiges Abrutschen in die Rezession prophezeien, reihen sich mittlerweile auch die großen US-Ratingagenturen ein. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat in ihren jüngsten Analysen für das kommende Jahr eine Schrumpfung der türkischen Wirtschaft vorausgesagt und deshalb die Bonität des Landes um eine Note auf B+ zurückgestuft.

SJB FondsSkyline. Fazit. Rutscht die Türkei jetzt in eine Rezession? Betrachtet man die türkischen Wirtschaftsdaten genauer, wird klar, dass ein Abrutschen in die Rezession praktisch unvermeidlich ist. Aufgrund der Währungskrise hat die Lira seit Jahresbeginn rund 40 Prozent ihres Wertes zum US-Dollar verloren, was direkt auf die Importpreise durchschlägt. Der Import von Waren und Rohstoffen wurde deutlich teurer, weshalb die Inflationsrate im August auf 17,9 Prozent kletterte. Während die massive Teuerung die Kaufkraft der Konsumenten drückt, treibt sie zugleich die Kosten der Unternehmen nach oben, die sich zu allem Überfluss häufig in Hartwährungen verschuldet haben. Hinzu kommt die wachsende Einflussnahme von Präsident Erdogan auf alle ökonomischen Bereiche. Seine fortgesetzte Einmischung in die Zinspolitik und seine jüngste Entscheidung, sich selbst zum Chef des mächtigen Staatsfonds zu machen, haben bei neutralen Beobachtern längst alle Hoffnung fahren lassen, dass die Türkei eine Rezession noch vermeiden kann.

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