SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommt bald der nächste Schuldenschnitt für Griechenland?

18. Juli 2013 von um 16:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommt bald der nächste Schuldenschnitt für Griechenland? Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat bei seinem Griechenlandbesuch die jüngsten Fortschritte des Landes in der Krisenbewältigung sowie die Verabschiedung des Sparpakets durch das griechische Parlament gelobt. Doch hinter den Kulissen gärt es, Gerüchte über neue Finanzlücken und einen wiederum notwendigen Schuldenschnitt tun sich auf“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen zusammen. Muss und wird es einen zweiten Schuldenschnitt für das weiter vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland geben? Alle Details dazu finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die offiziellen Worte, die Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei seinem Besuch in Athen fand, klangen versöhnlich: Griechenland habe „große Schritte bei der Konsolidierung seiner Wirtschaft“ gemacht, so Schäuble am Donnerstag vor der Deutsch-Griechischen Handelskammer in Athen. Auch die Verabschiedung des jüngsten Sparpakets durch das griechische Parlament, das zahlreiche Stellenkürzungen im öffentlichen Dienst vorsieht, lobte Schäuble mit Nachdruck. Die Griechen würden durch schwierige Zeiten, wobei es aber keinen anderen Weg als den eingeschlagenen gebe, sprach Schäuble ihnen Mut zu. Doch all die vermeintlich großen Fortschritte in Sachen Krisenbewältigung können nicht überdecken, dass es um die Finanzen Griechenlands weiter nicht zum Besten gestellt ist. Im Umfeld von Schäubles Athen-Besuch machten Berichte über ein neues Finanzloch in Milliardenhöhe sowie einen notwendigen zweiten Schuldenschnitt die Runde.

Diesen lehnt Schäuble jedoch kategorisch ab. Stattdessen forderte er die Regierung auf, die Privatisierungen fortzusetzen, damit die Wirtschaft bald wieder auf Wachstumskurs komme. Zugleich warnte er, dass die Krise in der Eurozone noch nicht überwunden sei. Im Umfeld der Gespräche Schäubles sickerte durch, dass sich die griechische Regierung unter Ministerpräsident Antonis Samaras einen Teilerlass der Schulden in Höhe von 318 Milliarden Euro wünscht, mit denen Griechenland überwiegend bei den EU-Staaten in der Kreide steht. Der erste Schuldenschnitt hatte überwiegend private Investoren betroffen und Steuerzahler und Institutionen des Euroraums noch ausgespart. Für Schäuble kommt ein solcher weiterer Schuldenschnitt für Griechenland absolut nicht in Frage, zumal in der Zeit vor der deutschen Bundestagswahl. Zunächst müsse das Land alle Auflagen im Zusammenhang mit den internationalen Hilfskrediten erfüllen, betonte Schäuble, ab 2014 gebe es dann die Möglichkeit, über weitere Hilfen zu reden.

Diese weiteren Hilfen sind ein ganz wichtiges Thema, denn die Griechen wollen von Schäuble jetzt schon hören, wie es nach dem Ende des aktuellen Hilfsprogramms 2014 weitergehen soll. Hellas wird dann weitere Unterstützung benötigen, so viel ist jetzt schon sicher. Doch alles, was der Bundesfinanzminister den Griechen bei seinem aktuellen Besuch anbieten konnte, ist die Teilnahme Deutschlands an der Bildung eines Investitionsfonds für Griechenland. Dieser „Wachstumsfonds“, für den Deutschland 100 Millionen Euro des Gesamtvolumens von 500 Millionen Euro beisteuern soll, wird günstige Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen in Griechenland bereitstellen. Denn die dortigen Banken sind trotz der geleisteten Finanzhilfen längst nicht in der Lage, die heimische Wirtschaft ausreichend mit Krediten zu unterstützen. Für die Kredite des Wachstumsfonds an griechischen Mittelständler soll die staatliche KfW-Bank haften. Die Risiken trägt somit ein weiteres Mal der deutsche Steuerzahler, auch wenn dies erst auf den zweiten Blick ersichtlich ist.

SJB FondsSkyline. Fazit. Kommt bald der nächste Schuldenschnitt für Griechenland? Die Griechen werden ohne einen weiteren Schuldenschnitt nicht auskommen, dies ist meine feste Überzeugung. Trotzdem ist der Investitionsfonds für Griechenlands Mittelstand derzeit die einzige weitere Hilfsleistung, auf die sich Schäuble festlegen will. Aus seiner Sicht ist dies verständlich: Nur höchst ungern will er noch vor der deutschen Bundestagswahl verraten, was für neue Belastungen im Zuge der Griechenland-Krise auf den deutschen Haushalt zukommen. Die Konsequenzen sind bislang kaum beziffert worden. Denn offiziell geht die Bundesregierung weiter davon aus, dass Griechenland die lediglich als „Hilfskredite“ gewährten Gelder vollständig zurückzahlt und auch die entsprechenden Zinszahlungen leistet. Bei genauerer Betrachtung der griechischen Finanzmisere, die sich auch durch die jüngsten Kapitaltransfers kaum gebessert hat, sind hieran jedoch massive Zweifel angebracht. Die Wahrheit, was die fortgesetzte Griechenland-Rettung den deutschen Steuerzahler kostet, werden wir wohl erst nach der Bundestagswahl erfahren – wenn die Notwendigkeit, einen zweiten Schuldenschnitt für das marode Land durchzuführen, nicht mehr ignoriert werden kann!

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