SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll Schottland seine Unabhängigkeit erklären?

10. September 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll Schottland seine Unabhängigkeit erklären? „In der kommenden Woche stimmt Schottland über seine Unabhängigkeit von Großbritannien ab. Während es lange so aussah, als ob die Befürworter einer Abspaltung keine Mehrheit besitzen, signalisieren die jüngsten Umfragen etwas anderes“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Großbritannien zusammen. „Mittlerweile ist es möglich, dass die Unabhängigkeits-Befürworter eine knappe Mehrheit finden und sich Schottland tatsächlich vom Vereinigten Königreich löst. Wäre dieser Schritt für das Land ein Vorteil, wie sehen die Konsequenzen auf wirtschaftlicher und finanzieller Ebene aus? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, am 18. September stimmen die Schotten über die Unabhängigkeit von Großbritannien ab. Befürworter und Gegner liegen in den Umfragen aktuell Kopf an Kopf, manche Medien berichten über einen leichten Vorsprung der Unabhängigkeits-Befürworter. Setzen sich die Separatisten in der Volksabstimmung durch, würde Schottland nach 307 Jahren Zugehörigkeit zu Großbritannien unabhängig. Ein ganz erheblicher Einschnitt, der allerdings nicht sofort wirksam würde. Erst im März 2016 träte die Unabhängigkeit Schottlands offiziell in Kraft.

In London bekommt die Regierung angesichts der jüngsten Umfrageergebnisse allmählich kalte Füße. So warnte das britische Finanzministerium, eine Abspaltung Schottlands könnte ein „ökonomisches Erdbeben“ auslösen. Der britische Premierminister David Cameron zeigte sich ebenfalls beunruhigt und fuhr nach Schottland, um dort für einen Erhalt des Status quo zu werben. Neue Zugeständnisse an die Schotten und eine gesteigerte Autonomie sollen dafür sorgen, dass sie innerhalb des Vereinigten Königreiches verbleiben.

Was aber sind die wichtigsten Konsequenzen, wenn Schottland tatsächlich für eine Unabhängigkeit von Großbritannien votiert? Große Unsicherheit besteht mit Blick auf die Währungssituation. Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen einer schottischen Abspaltung haben Investoren in den vergangenen Tagen am Devisenmarkt im großen Stil das britische Pfund Sterling (GBP) verkauft. Die britische Valuta verlor sei Monatsbeginn rund drei Prozent ihres Wertes zum US-Dollar und nähert sich bereits der 1,60er-Marke an. So niedrig stand der Wechselkurs von GBP/USD zuletzt Mitte November 2013.

Umso erstaunlicher ist die Schwächephase des britischen Pfunds angesichts der Tatsache, dass der britische Notenbank-Chef Mark Carney zuletzt die erste Zinserhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise in Aussicht gestellt hat. Doch die Wirkung dieser für das Pfund an sich positiven Nachricht verpuffte, da die mögliche Abspaltung Schottlands von Großbritannien die Kursentwicklung belastete. Tatsächlich ist nicht klar, womit die Schotten nach ihrer möglichen Unabhängigkeit bezahlen wollen. Denkbar wären eine Fortführung des britischen Pfunds, die Einführung des Euro oder auch die Kreation einer neuen, gänzlich eigenständigen Währung. Doch jede dieser drei Möglichkeiten ist mit ihren besonderen Fallstricken und Problemen behaftet, weshalb das britische Pfund an den Devisenmärkten labil bleibt.

Unklar ist auch die Frage, ob sich die Wirtschaftskraft eines unabhängigen Schottlands erhöhen oder vermindern würde. Befürworter der Abspaltung argumentieren, dass über 90 Prozent der Ölförderung Großbritanniens vor den Küsten Schottlands geschehe, die Schotten allerdings nur rund acht Prozent der Steuereinnahmen aus der Ölförderung behalten dürfen – eine Aufteilung entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil. Diese anscheinende Ungerechtigkeit könnte nach der Unabhängigkeit beseitigt werden, die Schotten sodann den Löwenanteil dieser Einnahmen behalten. Doch im Finanzsektor ergibt sich ein völlig anderes Bild. Marktbeobachter prognostizieren eine Kapitalflucht nach der Abspaltung, schottische Finanzdienstleister fürchten um ihre britische Kundschaft. Diese könnte bei einer Abspaltung ihr Kapital abziehen, da sie ihr Geld nicht im Ausland sehen will – selbst dann, wenn Schottland das britische Pfund behalten kann. Die Konsequenz: Erste Finanzhäuser wie die schottische Lloyds Bank haben bereits angekündigt, im Falle der schottischen Unabhängigkeit ihren Sitz nach England zu verlagern.

SJB FondsSkyline. Fazit. Soll Schottland seine Unabhängigkeit erklären? Nicht nur aus Sicht der schottischen Finanzindustrie, die neben der Lloyds Bank weitere Größen wie die Royal Bank of Scotland (RBS) oder die FondsGesellschaft Aberdeen umfasst, sollte eine Abspaltung Schottlands von Großbritannien sehr gut überlegt werden. Die vermeintlichen Vorteile könnten sehr schnell durch die Nachteile überwogen werden, so auch im Handelssektor. Denn sollte Schottland nach der Unabhängigkeit nicht EU-Mitglied werden, müssen schottische Unternehmen Handelsschranken beim Export in die EU befürchten. Diese dürften gerade für produzierende Unternehmen kaum zu umgehen sein – Firmen wie der Whiskyhersteller Diageo, der für kräftig sprudelnde Steuereinnahmen sorgt, können ihren Sitz nicht so einfach ins Ausland verlagern. Doch auch eine Abwanderung ihrer wichtigsten und traditionsreichsten Finanzinstitute dürfte alles andere als das sein, was die Schotten mit ihrer Unabhängigkeit bezwecken. Eine gesteigerte Autonomie bei gleichzeitigem Verbleib innerhalb des Vereinigten Königreichs dürfte für Schottland deshalb die bessere Alternative sein.

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