SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum verlassen Russlands Rohstofffirmen die Londoner Börse?

14. Oktober 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum verlassen Russlands Rohstofffirmen die Londoner Börse? „Lange Zeit gehörte es für Russlands Rohstoffproduzenten einfach dazu, an der Londoner Börse notiert zu sein und Zugang zu westlichem Kapital und Investoren zu haben. Viele große russische Firmen haben dort eine Zweitnotiz. Doch nun scheint sich der Trend umzukehren“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen an der London Stock Exchange zusammen. Angesichts rückläufiger Aktienumsätze und fehlenden Anlegerinteresses treten immer mehr russische Rohstofffirmen den Rückzug von der Londoner Börse an. Details und Hintergründe zu dieser aktuellen Entwicklung finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, die Umsätze mit den an der Londoner Börse notierten Aktien von Russlands Rohstofffirmen sind immer weiter in den Keller gerutscht und im laufenden Jahr auf weniger als eine Milliarde US-Dollar eingebrochen – eine bedenkliche Entwicklung für die betroffenen Unternehmen, die nun zu ersten Konsequenzen führt. Denn gleich drei von Russlands führenden Firmen aus dem Rohstoffbereich bereiten einen Rückzug von der Londoner Börse vor. In den Hochzeiten der Nachfrage nach russischen Rohstofftiteln im Jahre 2007 wurden dort noch mehr als 30 Milliarden US-Dollar durch Aktienkäufe und -verkäufe russischer Firmen bewegt. Die Notierung an der London Stock Exchange war für russische Firmen ein Muss. Wer als Unternehmen aus Russland in Europa und weltweit Kapital einsammeln wollte, der ging an die Londoner Börse. Doch diese Entwicklung ist nun vorbei, der Trend hat sich vielmehr umgekehrt:

Nicht wirklich überraschend machen im Umfeld global nachgebender Rohstoffpreise vor allem die Firmen aus dem Rohstoffsektor den Anfang und verlassen die Londoner Börse. Mit Eurasia Drilling, Uralkali sowie Polyus Gold International stehen gleich drei russische Rohstoffriesen davor, ihre Notierung an der London Stock Exchange wieder aufzugeben. Sie machen einen Rückzieher und flüchten zurück an Russlands Börsen – neben rückläufigen Umsätzen haben auch die deutlichen Kursverluste der in London notierten Wertpapiere zu dieser Entwicklung beigetragen. Eurasia Drilling, die größte Ölbohrfirma Russlands, bot ihren Aktionären in der vergangenen Woche einen Buy-Out und einen Rückzug des Unternehmens von der Börse an. Ähnlich lief es kurz zuvor beim russischen Kalikonzern Uralkali, der einen Großteil seines Streubesitzes zurückgekauft und im August ein Delisting in London in Aussicht gestellt hatte. Und auch bei Polyus Gold International, einem großen russischen Goldproduzenten, plant die Eigentümerfamilie um Milliardär Suleiman Kerimow, das Unternehmen wieder als nicht börsennotierte Gesellschaft zu führen.

So ist ein neuer Trend unter den russischen Rohstoffunternehmen entstanden, der sich insbesondere bei vielen kleineren Firmen durchsetzen dürfte. Denn das Interesse der Eigentümer, ausländische Aktien als eine Expansionsmöglichkeit zu nutzen, nimmt im Gleichklang mit fallenden Rohstoffpreisen und rückläufigen Aktiennotierungen immer mehr ab. Bei westlichen Investoren ist der Appetit auf Aktien aus dem Rohstoffbereich, insbesondere aus den Schwellenländern, generell stark zurückgegangen. Hinzu kommt noch eine besondere Abneigung gegen russische Titel, auch in Folge der laufenden Wirtschaftssanktionen. Für russische Firmeneigentümer sind damit die Voraussetzungen klar: Sie sehen zum einen, dass die Bewertung ihrer Unternehmen an der Londoner Börse nicht ihre Hoffnungen und Wünsche widerspiegeln, zum anderen kostet sie aber die Beibehaltung der Börsennotierung Geld und Verwaltungsaufwand. Die logische Konsequenz für Russlands Firmenbesitzer: Sie kehren der Londoner Börse den Rücken.

SJB FondsSkyline. Fazit. Warum verlassen Russlands Rohstofffirmen die Londoner Börse? Der Preisverfall bei Öl und Gas hat Russland stark getroffen. Das russische BIP-Wachstum war im zweiten Quartal mit -4,6 Prozent im Jahresvergleich klar negativ, zugleich lagen die Aktienverkäufe russischer Unternehmen in London in diesem Jahr um rund das das Dreißigfache unter ihrem Höchststand aus dem Boom-Jahr 2007. Damit sind die Aussichten für gute Umsätze mit russischen Wertpapieren aus dem Rohstoffbereich denkbar ungünstig: Die schwache und stark rohstoffabhängige Konjunktur Russlands sorgt dafür, dass sich insbesondere institutionelle Investoren von dem Land fernhalten, zudem sind Anlagen in Schwellenländer derzeit wenig gefragt. Politische Risiken und die westlichen Wirtschaftssanktionen tun ein Übriges, um die Nachfrage nach russischen Wertpapieren einzudämmen. Demnach ist die Londoner Börse kein probates Mittel mehr für russische Firmen, um Kapital und Investorengelder einzusammeln. Da ihre Eigentümer den Vorteil einer Börsennotierung nicht mehr sehen, verlassen sie den Handelsplatz und konzentrieren sich stattdessen auf die Notierung in Russland, wo es am heimischen Markt ein stärkeres Anlegerinteresse und mehr Liquidität gibt.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.