SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie stark belasten die Russland-Sanktionen die deutsche Wirtschaft?

13. August 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie stark belasten die Russland-Sanktionen die deutsche Wirtschaft? „Deutschlands wirtschaftliche Beziehungen zu Russland sind eng, der Anteil der Exporte in das Riesenreich hoch. Die aufgrund des Ukraine-Konflikts erhobenen Wirtschaftssanktionen gegen Russland treffen deshalb die deutsche Ökonomie hart, die ohnehin in einer kritischen Phase angelangt ist“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die aktuelle Lage zusammen. Wie stark leidet Deutschlands Wirtschaft unter den Sanktionen, ist gar ein Rückfall in die Rezession zu erwarten? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Deutschland fielen alles andere als ermutigend aus. Die Auftragseingänge in der Industrie enttäuschten mit einem Juni-Minus von 3,2 Prozent, auch die Produktionszahlen fielen schwach aus. In diese Phase einer ohnehin eingetrübten Wirtschaftsentwicklung fallen nun die Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die von Putin zudem mit eigenen Einfuhrbeschränkungen beantwortet wurden. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich, zumal die Ukraine-Krise Firmen wie Konsumenten im gleichen Maße verunsichert.

Die gestiegenen Risiken wurden nun in aller Deutlichkeit in dem gerade veröffentlichten ZEW-Index für August offenbar. Denn die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten sind so stark zurückgegangen wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Vor allem wegen der internationalen Krisenherde und der Wirtschaftssanktionen gegen Russland brach der ZEW-Konjunkturindikator im August um 18,5 Punkte auf 8,6 Zähler ein. Ein Absturz, der in seiner Heftigkeit viele Ökonomen überraschte. Zugleich bedeuten die schwachen August-Werte den achten Rückgang des ZEW-Indikators in Folge.

Damit ist den meisten Marktteilnehmern klar: Die deutsche Wirtschaft hat an Fahrt verloren. Doch besteht bereits die Gefahr einer Rezession? Manche Analysten erwarten, dass sich die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal abgeschwächt hat. Gewissheit werden hier die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des statistischen Bundesamtes bringen. Doch selbst wenn ein Minus beim deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch einmal vermieden werden kann, bleibt offensichtlich: Die Stimmung in Deutschlands Wirtschaft hat sich spürbar eingetrübt, wobei besonders die Geschwindigkeit der Negativentwicklung überrascht. Zu den negativen Folgen der Russland-Sanktionen gesellt sich nämlich die Unsicherheit wegen der Nahost-Krise. Schlittert Deutschland also früher oder später in die Rezession?

Gustav Horn vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hält diese Gefahr für sehr konkret: Eine Rezession könne zum derzeitigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, da die jüngsten Daten Anlass zur berechtigten Besorgnis geben, betont der Marktexperte. Beängstigend sei vor allem das hohe Tempo, mit dem sich die konjunkturelle Lage eingetrübt habe. Bei den Ursachen verweist Horn nicht nur auf die Ukraine und den Nahen Osten, sondern auch auf die negativen Entwicklungen im Euro-Raum. Besonders die Bündelung der Ereignisse sei schädlich für die deutsche Wirtschaft, so seine Einschätzung.

Wie wichtig ist nun die Rolle der Russland-Sanktionen bei der neuerlichen Rezessionsgefahr? Rein zahlenmäßig sind die deutschen Exporte nach Russland für das BIP gar nicht so bedeutend. Im Jahre 2013 waren sie lediglich für 3,3 Prozent der gesamten deutschen Ausfuhren verantwortlich. Auf das BIP hochgerechnet, entspricht dies einem Anteil von 1,3 Prozent an der deutschen Wirtschaftsleistung. Bedenklich stimmt jedoch, dass die deutschen Exporte nach Russland nicht erst seit Beginn der Sanktionen fallen, sondern bereits seit rund einem Jahr rückläufig sind. Hier ist eine ohnehin negative Entwicklung im Russland-Handel von den jüngsten Sanktionen nur weiter beschleunigt worden.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie stark belasten die Russland-Sanktionen die deutsche Wirtschaft? Zwar ist Russland nicht wichtig genug, um die gesamte deutsche Wirtschaft nach unten zu ziehen. Doch die zahlreichen internationalen Konflikte verstärken die Prognose- und Planungsunsicherheit für Deutschlands Unternehmen. Richtig gefährlich könnte es für die deutsche Wirtschaft werden, sollte der Ukraine-Konflikt eskalieren und echte Kriegsangst aufkommen. Denn das größte Problem bei Russland-Sanktionen und Ukraine-Krise sind gar nicht die direkten Auswirkungen auf Handel und Wirtschaft, sondern die wachsende Verunsicherung von Konsumenten wie Unternehmen. Spitzt sich die Krise zu, könnte es zu einem heftigen Einbruch bei der Nachfrage nach Verbrauchs- wie Investitionsgütern kommen. Doch nach einem derart massiven Einbruch sieht es derzeit nicht aus. Angesichts der Tatsache, dass das DIW-Institut für das Gesamtjahr 2014 ein deutsches Wachstumsplus von 1,8 Prozent prognostiziert hat, scheint mir ein etwas schwächer ausfallendes positives Wachstum das wahrscheinlichere Szenario gegenüber einem Rückfall Deutschlands in die Rezession.

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