SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie schlimm ist es um die Royal Bank of Scotland bestellt?

30. November 2016 von um 14:45 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie schlimm ist es um die Royal Bank of Scotland bestellt? „Der diesjährige Stresstest durch die Bank of England ist für die Royal Bank of Scotland (RBS) höchst kritisch ausgefallen. Das weitgehend verstaatlichte Institut muss zusätzliches Eigenkapital in Höhe von zwei Milliarden britischen Pfund aufbringen, will es nicht im Stresstest-Szenario komplett versagen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Großbritanniens Bankenlandschaft zusammen. Das als „systemrelevant“ einzustufende Geldhaus könnte bei einem Zusammenbruch Schockwellen für das gesamte globale Finanzsystem aussenden – obwohl es bereits staatliche Hilfen in exorbitanter Höhe erhalten hat. Alle wichtigen Details zu diesem so spannenden wie kontroversen Thema finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die Royal Bank of Scotland (RBS) hat im Stresstest der britischen Notenbank versagt – die angeschlagene Großbank muss als Folge der Untersuchung mindestens zwei Milliarden Pfund an weiterem Kapital aufbringen. Damit strauchelte die weitgehend in Staatshand befindliche RBS an der neuen Hürde, die die Bank of England in ihren diesjährigen Stresstest aufgenommen hat: die systemische Bedeutung der britischen Geldhäuser. Da nun auch die Auswirkungen berücksichtigt werden, die ein Zusammenbruch der Institute für das globale Finanzsystem hätte, ist die Prüfung der Belastbarkeit deutlich erschwert worden.

Neben den beiden britischen Großbanken Barclays und Standard Chartered, die ebenfalls deutliche Schwächen beim Stresstest offenbarten, war es die quasi verstaatlichte Royal Bank of Scotland, die sich damit besonders schwer getan hat. Die Bank, die bereits jetzt zu 73 Prozent dem britischen Staat gehört, soll umgerechnet 2,35 Milliarden Euro an neuem Kapital vorweisen, um nicht endgültig durch den Stresstest zu fallen. Während es Barclays und Standard Chartered nach Sicht der Aufsichtsbehörden mit ihren bisherigen Planungen gelingen kann, die Kapitalpuffer in ausreichendem Maße zu stärken, muss die RBS nachlegen.

Insgesamt fiel der Stresstest der Bank of England deutlich anspruchsvoller aus als in den vergangenen zwei Jahren: Barclays konnte den so genannten „systemischen Referenzpunkt“ nur erfüllen, weil die Bank bereits jetzt vorhat, sich schrittweise aus Afrika zurückzuziehen und das dortige Geschäft aufzugeben. Dies dürfte nach Meinung der Bank of England zur Stabilisierung der Lage beitragen. Ohne nennenswerte Kritik an der eigenen Finanzstabilität gingen nur die Lloyds Banking Group, die HSBC, der britische Arm der spanischen Santander-Bank sowie der Immobilienfinanzierer Nationwide aus dem Stresstest der britischen Notenbank hervor.

Alle Institute waren aufgefordert, in den getesteten Stress-Szenarien Kapital in Höhe von 4,5 Prozent ihrer risikogewichteten Assets vorzuweisen und einen zusätzlichen Kapitalpuffer vorzuhalten, dessen Umfang von den spezifischen Risiken abhängig war. Das Krisenszenario der Bank of England spielte einen massiven Wirtschaftsabschwung in China und Hongkong, einen Rückgang des weltweiten BIP-Wachstums sowie einen Einbruch der britischen Immobilienpreise um etwa ein Drittel in fünf Jahren durch. Noch nicht berücksichtigt wurden mögliche Folgen des „Brexit“, die voraussichtlich erst 2019 auf die Bankbilanzen durchschlagen dürften.

Großer Verlierer des Stresstests war die ohnehin angeschlagene Royal Bank of Scotland, die auch im Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA Mitte dieses Jahres ganz schwach abgeschnitten hatte. Die Bank hat selbst acht Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise immer noch mit ihren teuren Altsünden zu kämpfen, die überwiegend aus der US-Hypothekenkrise datieren. In den USA erwartet die RBS eine hohe Strafforderung der Behörden im Zusammenhang mit zweifelhaften US-Hypothekenpapieren, zudem muss die Bank ihre in Großbritannien tätige Privatkundensparte Williams & Glyn verkaufen. Diese Auflage wurde dem Institut von Seiten der EU im Austausch für die milliardenschweren Staatshilfen gemacht, mit denen die RBS in der Krise vor dem Kollaps bewahrt wurde.

Bereits in der Nacht zu Mittwoch hat die Royal Bank of Scotland nun der britischen Bankenaufsicht ihre neuen Pläne vorgelegt, wie man das geforderte Kapital aufbringen könne. Die RBS plant, in noch stärkerem Maße als bisher notleidende Kredite abzubauen und ihre Kosten zu senken.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie schlimm ist es um die Royal Bank of Scotland bestellt? Die Aufforderung der Bank of England an die RBS, zeitnah die immense Summe von zwei Milliarden britischen Pfund als zusätzliches Eigenkapital nachzuweisen, wirft ein ganz schlechtes Licht auf die finanzielle Stabilität und Krisenresistenz des Instituts, das bereits 2008 mit hohen Summen an Steuergeldern vor dem Zusammenbruch bewahrt wurde. Der Stresstest ist noch wesentlich schlimmer ausgefallen als von Bankanalysten prognostiziert, angesichts massiver Defizite der RBS ist hier kurzfristig auch keine Besserung in Sicht. Das Geschehen zeigt erneut, dass staatliche Hilfen keinerlei Problemlösung für kriselnde Banken darstellen – selbst acht Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise ist die RBS weiter in ihrer Existenz gefährdet und von gesunden Bilanzen meilenweit entfernt. Hier wäre es besser gewesen, auf Zahlungen aus Steuergeldern ganz zu verzichten und den schmerzhaften Schnitt einer Insolvenz zu machen – so aber wird das Problem einer aus eigenen Mitteln nicht lebensfähigen Bank nur immer weiter verlängert.

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