SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Stellt die Rocket Internet Aktie eine gute Kaufgelegenheit dar?

24. September 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Stellt die Rocket Internet Aktie eine gute Kaufgelegenheit dar? „Am 9. Oktober will das Unternehmen Rocket Internet an die Börse gehen, das zahlreiche Beteiligungen an Internet-Firmen in seinem Portfolio hält. Schon jetzt reißen sich Anleger um die Aktie, die Orderbücher sind voll“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngste Markteuphorie zusammen. Doch lohnt sich die Investition in das hoch bewertete Wertpapier, das in seinem Beteiligungs-Portfolio viele Unternehmen hält, die keinerlei Gewinne machen? Gerade in der aktuellen Börsenphase sollten Investoren vorsichtig sein. Kritische Anmerkungen zum Rocket Internet IPO finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die gigantische Summe von 1,5 Milliarden Euro will das Berliner Startup- und Internet-Unternehmen Rocket Internet mit seinem Börsengang erlösen. Probleme scheint es damit nicht zu geben: Denn wenige Stunden, nachdem die Zeichnungsfrist für den auf den 9. Oktober terminierten Börsengang begonnen hat, sind die Orderbücher schon prall gefüllt. Bereits jetzt ist klar: Rocket Internet wird seine Aktien, die es bei dem von JP Morgan begleiteten Börsengang an den Mann bringen will, vollständig absetzen. Auch die Platzierungsreserve ist am ersten Tag der Zeichnungsfrist bereits ausgeschöpft.

Institutionelle wie private Investoren reißen sich um die Aktien der Start-up-Schmiede der Gebrüder Samwer. Noch bis zum 7. Oktober können Anleger die Aktien zeichnen, die Preisspanne für Rocket Internet liegt bei ambitionierten 35,50 bis 42,50 Euro. Doch dies schreckt niemanden, obwohl kaum eine der Beteiligungen, die sich im Portfolio des Internet-Konzerns befinden, derzeit Gewinne macht. Die Aktie dürfte einen fulminanten Start erleben, wobei die Euphorie viele Marktbeobachter bereits an die Hochzeiten des „Neuen Markets“ erinnert. Kehrt dieser nun durch die Hintertür zurück?

Die Investoren sind vor allem deshalb so hinter der Rocket Internet-Aktie her, weil sie erwarten, dass einige der größeren Unternehmen des Beteiligungs-Portfolios über kurz oder lang selbst an der Börse gelistet werden. Damit würde Rocket Internet satte Gewinne einstreichen können. Als aussichtsreiche Börsenkandidaten aus dem Portfolio gelten unter anderem die Online-Möbelhäuser Westwing und Home24.

Doch es geht nicht nur um den Börsengang der Beteiligungsunternehmen. Oliver Samwer, Mitgründer und Vorstandschef von Rocket Internet, betont, dass die Firma künftig tendenziell die Mehrheit an den Beteiligungen halten und dazu auch den Erlös aus dem Börsengang nutzen wolle. Zugleich freut er sich über die positive Resonanz, die das IPO des Unternehmens bislang gefunden hat: Dass schon am ersten Tag der Zeichnungsfrist genug Orders für das gesamte Aktienkontingent vorliegen, zeige „das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen Rocket Internet und sein Team“.

Jedoch ist bei genauerem Hinsehen fraglich, ob ein Unternehmen über 1,5 Milliarden Euro an der Börse Wert sein kann, das im abgelaufenen Geschäftsjahr einen äußerst bescheidenen Nettogewinn in Höhe von rund 174 Millionen Euro aufzuweisen hat. Hinzu kommt: Auch diesen Gewinn hat Rocket Internet hauptsächlich der Abspaltung des Online-Schuhversands Zalando zu verdanken, die anderen Unternehmen im Portfolio der Holding haben die Gewinnschwelle noch nicht erreicht. Trotzdem ist die Bewertung des Konzerns höchst ambitioniert, sobald er einmal zum anvisierten Platzierungspreis an der Börse notiert ist. Der Börsenwert der Internet-Holding würde den von etablierten Dax-Konzernen wie der Lufthansa oder K+S übersteigen.

Ebenfalls bedenklich: Die Aktien von Rocket Internet werden erst einmal nur im schwach regulierten „Entry Standard“ der deutschen Börse gelistet, der ansonsten von Kleinunternehmen dominiert wird. Ein höherer Standard bleibt Rocket Internet verwehrt, da einige der jungen Firmen im Portfolio noch nicht die geforderten Bilanzen vorweisen können. Erst in eineinhalb bis zwei Jahren plant Rocket Internet den Wechsel in den Prime Standard, was dann auch eine Mitgliedschaft in den großen Börsenindizes erlauben würde.

SJB FondsSkyline. Fazit. Stellt die Rocket Internet Aktie eine gute Kaufgelegenheit dar? Optimisten betonen im Zusammenhang mit der Rocket Internet-Aktie das große Potenzial, das in den zahlreichen Beteiligungen an Start-ups aus aller Welt steckt. Denn der Internet-Handel boomt, während andere Branchen verstärkt mit Problemen zu kämpfen haben. Aber hat Rocket Internet eine ähnlich hohe Bewertung wie Google oder Facebook verdient? Das Unternehmen muss sich in seiner Branche erst noch beweisen, die Risiken sind hoch, dass unter den ausgewählten Beteiligungen auch Firmen sind, die sich am Markt nicht durchsetzen werden. Dass Rocket Internet-Aktien trotzdem eine so hohe Bewertung erfahren, ist für mich ein Hinweis darauf, dass sich die aktuelle Börsenhausse in der absoluten Endphase befindet. Wenig substanzstarke Unternehmen wie Alibaba, Rocket Internet oder bald Zalando drängen auf den Markt, deren Geschäftsmodelle allesamt von der Hoffnung auf künftige Gewinne und eine extreme Ausweitung des Online-Handels leben. Beides ist keinesfalls sicher. Die Rocket Internet-Aktie ist deshalb, besonders unter langfristigen Gesichtspunkten, kein empfehlenswertes Investment.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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