SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wer zahlt für die Rettung der Banco Espirito Santo?

06. August 2014 von um 16:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wer zahlt für die Rettung der Banco Espirito Santo? „Die größte Bank Portugals, die Banco Espirito Santo, steht vor dem Bankrott und muss mit Hilfsgeldern von rund fünf Milliarden Euro gerettet werden. Dem Steuerzahler ist im Rahmen der Finanzkrise versprochen worden, dass eine Bankenrettung innerhalb der EU nicht mehr mit Steuergeldern erfolgt“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen auf der iberischen Halbinsel zusammen. „Aber wurde dieses Versprechen im Rahmen des Zusammenbruchs der Banco Espirito Santo überhaupt beachtet? Alle Details zu den Ereignissen in Portugal finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die Riesensumme von fünf Milliarden Euro muss der portugiesische Staat aufwenden, um seine größte Bank Espirito Santo vor dem Zusammenbruch zu retten. Wer zahlt für diese neuerliche Bankenpleite in der Europäischen Union, sind es wie einstmals von Finanzminister Schäuble versprochen die privaten Gläubiger und Investoren? Leider nur teilweise, denn auch diesmal muss der EU-Steuerzahler Risiken übernehmen, auch wenn teilweise die Anteilseigner der Bank bluten müssen.

Was war genau passiert? Zum Wochenauftakt wurde bekannt, dass die Banco Espirito Santo (BES) in massiven finanziellen Schwierigkeiten steckte. Der Verlust der größten börsennotierten portugiesischen Bank belief sich in den vergangenen sechs Monaten auf 3,6 Milliarden Euro. Damit waren alle Kapitalreserven in kürzester Zeit vernichtet, die Kernkapitalquote fiel unter den von der Notenbank vorgeschrieben Wert. Um die sofortige Insolvenz zu verhindern, musste die BES mit einer staatlichen Milliardenhilfe gerettet werden. Noch in der Nacht zum Montag gab der portugiesische Notenbankgouverneur Carlos Costa bekannt, dass die größte Bank des Landes in eine „Bad Bank“ sowie einen überlebensfähigen zweiten Teil, die „Novo Banco“ aufgespalten werden soll. Diese „Neue Bank“ soll vom nationalen Bankenabwicklungsfonds Portugals übernommen und mit 4,9 Milliarden Euro rekapitalisiert werden.

Woher hat Portugal, das noch vor rund zwei Jahren selbst am Rande des Staatsbankrotts stand, diese umfangreichen finanziellen Mittel? Das Geld stammt aus dem im Zuge der Rettungsaktion dem Land für Bankenhilfen zur Verfügung gestellten und immer noch mit 6,4 Milliarden Euro gefüllten Fonds, den die EU gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgelegt hatte. Und wie verläuft die Aufteilung der problembehafteten Vermögenswerte der BES? Die risikoreichsten Verbindlichkeiten und Beteiligungen, darunter Kredite an andere Teile der Espirito Santo-Gruppe sowie der Anteil der Bank an ihrer angolanischen Tochter, verbleiben bei den Aktionären und den Eigentümern nachrangiger Anleihen von Espirito Santo. In der Konsequenz ist der Aktienkurs der BES bereits ins Bodenlose gestürzt und hat über achtzig Prozent seines Wertes verloren, die Kurse der Nachrang-Anleihen sind entsprechend gefallen. Mit Blick auf diese Wertpapiere ist also die Ankündigung wahr gemacht worden, bei der nächsten Bankenrettung in der Europäischen Union nicht die Steuerzahler, sondern Investoren zu belasten.

Doch es gibt weiterhin Anlegergruppen, die ungeschoren davon kommen und nicht von den Restrukturierungs- und Rettungsmaßnahmen betroffen werden. Dazu gehören die Gläubiger der nicht nachrangigen BES-Anleihen sowie die Sparer, die ihre Gelder bei der portugiesischen Privatbank angelegt hatten. Ein vollständiger „Bail-in“, bei dem alle privaten Gläubiger an den Kosten einer Rettung beteiligt werden, sieht eientlich anders aus. Auch diesmal muss der EU-Steuerzahler zumindest teilweise für die Rettung einer maroden Bank aufkommen, selbst wenn der gefundene Mittelweg zumindest einen Kompromiss darstellt.

SJB FondsSkyline. Fazit.Wer zahlt für die Rettung der Banco Espirito Santo? Dass zumindest der portugiesische Sparer nochmals verschont wird, ist zu begrüßen. Bereits im Rahmen der Zypern-Krise wurde klar, zu welch chaotischen Verhältnissen der Versuch führen kann, die Sparer mit einzubeziehen. Zudem kann der normale Kapitalanleger herzlich wenig für die systemischen Risiken, deren Opfer die BES nun geworden ist. Die Anleihegläubiger und Aktionäre hingegen, die bei der Restrukturierung der Bank haften und kräftige Einbußen hinnehmen müssen, trifft es zu Recht. Hier wird ein Schritt in die richtige Richtung gemacht und eine Entwicklung eingeläutet, an deren Ende keinerlei Steuergeld, komme es aus der EU oder dem beteiligten Staate, für die Rettung maroder Geldinstitute mehr aufgewendet werden darf. Denn für den Fortbestand einer Bank wie der Espirito Santo, die mit Steuerbetrug und Geldwäsche in Verbindung gebracht wird, will ich als EU-Bürger keinen Cent meiner Steuern verwendet wissen.

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