SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie ist der Rekordverlust von Eon zu bewerten?

16. März 2017 von um 14:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie ist der Rekordverlust von Eon zu bewerten? SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.„Dass der Energiekonzern Eon ein Rekordminus für 2016 vermelden würde, war schon vorher klar – doch die nun veröffentlichten Zahlen sind nochmals schlimmer als erwartet ausgefallen. Der Fehlbetrag liegt bei 16 Milliarden Euro und ist damit noch größer, als selbst die pessimistischsten Schätzungen der Analysten erwartet haben,“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Horrorzahlen des DAX-Unternehmens zusammen. Die Dividende muss mehr als halbiert werden, zudem sind Stellenstreichungen in vierstelliger Höhe geplant, wie der Energiekonzern heute vermeldete. Die wichtigsten Fakten zu den Eon-Geschäftszahlen finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, das Rekordminus des Energiekonzerns Eon ist um einiges höher ausgefallen, als es selbst die größten Schwarzseher prognostiziert haben: Mit einem Fehlbetrag von 16 Milliarden Euro schließt der von Energiewende und Atomausstieg gebeutelte DAX-Konzern das Geschäftsjahr 2016 ab und verzeichnet somit den größten Verlust der Konzerngeschichte. Das Horror-Minus fällt damit nochmals höher aus, als es die Analysten im Vorfeld erwartet hatten. So kalkulierte die Deutsche Bank mit gerade einmal 12,4 Milliarden Euro, und auch die pessimistischsten Prognosen am Markt gingen allenfalls von einem Fehlbetrag von 14 Milliarden Euro aus.

Der Nettoverlust von Eon sprengt alle Rekorde: Zwar hatte der Energieriese schon im Geschäftsjahr 2015 einen gewaltigen Verlust von 6,3 Milliarden Euro verbucht, doch die roten Zahlen des Vorjahres wurden noch einmal kräftig übertroffen. Der Rekord-Fehlbetrag von 16 Milliarden Euro führt nun zu Konsequenzen: Der Energiekonzern plant eine Streichung von 1300 Stellen, die überwiegend in Deutschland stattfinden soll. Zudem müssen die Aktionäre bluten: Die Dividende wird mehr als halbiert. Nachdem im Vorjahr noch 50 Cent ausgeschüttet wurden, sollen die Aktionäre für 2016 trotz des Rekordverlustes eine Dividende von 21 Cent erhalten.

Was sind die Hauptgründe für die Horror-Bilanz 2016? Die Geschäftszahlen von Eon wurden insbesondere von der Aufspaltung des Konzerns belastet, die Vorstandschef Johannes Teyssen im vergangenen Jahr vollzogen hat. Denn durch die Abspaltung und den Börsengang der Uniper SE, in die Eon das nicht mehr profitable Geschäft mit den Kohle- und Gaskraftwerken sowie den Strom-Großhandel eingebracht hat, wurden milliardenschwere Abschreibungen fällig. So wurde Uniper am Tag des Börsengangs mit gerade einmal vier Milliarden Euro bewertet, während es in Eons Büchern im Frühjahr 2016 noch mit 15,5 Milliarden Euro angesetzt worden war. Dieser massive Werteverfall wurde in der jetzt vorgelegten Bilanz verarbeitet und reflektiert den Absturz, den die konventionelle Stromerzeugung in den vergangenen Jahren erfahren hat.

Ein weiteres teures Problem von Eon: der Konzern muss 10 Milliarden Euro für den geplanten öffentlich-rechtlichen Atomfonds aufbringen, der künftig die Verantwortung für die Entsorgung des Atommülls übernehmen soll. Doch trotz aller Belastungen sieht Eon auch Licht am Ende des Tunnels: Vorstandschef Teyssen betonte, die strategische Neuausrichtung des Konzerns sei mit Vorlage der Zahlen „nun auch bilanziell abgeschlossen“. Der Ausblick in die Zukunft fällt positiv aus: Nach der Bilanz des Übergangsjahres 2016 könne man sich voll und ganz auf die drei Kerngeschäfte Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien konzentrieren.

Rechnet man aus der Eon-Bilanz die horrenden Abschreibungen auf die Gas- und Kohlekraftwerke heraus, verdiente der Konzern vor Zinsen und Steuern immerhin 3,1 Milliarden Euro – das sind 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Nettoverschuldung inklusive der Rückstellungen legte von 21,3 auf 26,3 Milliarden Euro zu. Mittelfristig plant Eon, den Wert auf 20 Milliarden Euro drücken. Hoffnung setzt der Konzern nun auf das Sparprogramm „Phoenix“: Mit diesem will Eon die jährlichen Kosten um 400 Millionen Euro reduzieren, was durch einen Wegfall von 1.300 Stellen erreicht werden soll.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie ist der Rekordverlust von Eon zu bewerten? Der Horrorverlust von 16 Milliarden Euro bedeutet für Eon einen traurigen Rekord. Der größte Verlust der Konzerngeschichte macht klar, wie sehr die Kohle- und Gaskraftwerke unter der Energiewende leiden. Die Erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind drängen sie aus dem Markt und sorgen für einen massiven Preisverfall: Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 sind die Großhandels-Strompreise für konventionelle Kraftwerke um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Damit waren die Rahmenbedingungen für die Uniper-Abspaltung denkbar schlecht, so dass der nun ermittelte Börsenwert weit unter der Bewertung in der Bilanz liegt. Muss man sich Sorgen um den Fortbestand von Eon machen, zumal das Eigenkapital im Zuge der jüngsten Entwicklungen massiv von 19 auf 1,3 Milliarden Euro abgeschmolzen ist? Da das Rekordminus auf Sonderabschreibungen zurückgeht, die sich 2017 nicht wiederholen werden, ist eine Insolvenz glücklicherweise kein Thema – trotzdem müssen die Umstrukturierungen schnell greifen, damit es für Eon nicht ungemütlich wird.

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