SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll es künftig eine Regelung zum Euro-Austritt geben?

29. Juli 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll es künftig eine Regelung zum Euro-Austritt geben? „Die Griechenland-Krise nimmt kein Ende, denn auch die vorgebliche ‚Rettung‘ des Landes vor dem Staatsbankrott dürfte nicht Bestand haben und stellt keinerlei Lösung der grundlegenden Probleme dar. Anstatt immer nur weiterzuwurschteln, wenn einem EU-Mitglied auf Dauer nicht aus der Krise zu helfen ist, sieht ein neuer Vorschlag der Wirtschaftsweisen vor, verbindliche Regelungen zum Euro-Austritt eines Landes festzulegen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen im Schuldenstreit mit Hellas zusammen. Was ist von einer solchen Regelung zu halten, die dann greifen könnte, wenn es einem Land einfach nicht gelingt, die Euro-Stabilitätskriterien langfristig einzuhalten? Eine kritische Auseinandersetzung mit diesem spannenden Thema findet sich hier!

Liebe FondsBlogger, angesichts der Griechenland-„Rettung“, die alles andere als eine Lösung für die schon seit Jahren schwelende und immer weiter eskalierende Krise beinhaltet, haben die Wirtschaftsweisen eine verbindliche Regelung zum Euro-Austritt eines EU-Mitgliedslandes gefordert. Wenn ein Land auf Dauer die Regeln der Währungsunion nicht befolgt, soll es austreten können, fordern die Ökonomen des Sachverständigenrates. Eine gute Idee, meine ich, denn bislang gab es keinerlei Regelungen dafür, wie und unter welchen Voraussetzungen ein Land die Euro-Zone verlassen könnte. Dies muss aber prinzipiell möglich sein, wenn auf lange Sicht klar ist, dass ein Land nicht fähig oder nicht willens ist, die grundlegenden wirtschaftlichen Prinzipien des Euro-Währungsraumes einzuhalten.

Gäbe es eine solche Austrittsregelung, so wäre vor allem die Erpressbarkeit der anderen EU-Länder für den Fall nicht gegeben, dass ein Land sich absolut uneinsichtig mit Blick auf notwendige Reformen oder Sparbemühungen zeigt. Der Euro wäre dann keine unzerbrechliche „Schicksalsgemeinschaft“ mehr, sondern es würde die Möglichkeit zu einem geregelten Austritt aus der Euro-Zone geben. Ein klarer Pluspunkt für die Währungsunion, denn eine dauerhaft fehlende Kooperationsbereitschaft eines Mitgliedstaats kann die Stabilität der Eurozone gefährden, wie es auch die Regierungsberater des Sachverständigenrates in ihrem Sondergutachten betonen. Dem wäre aber künftig ein Riegel vorgeschoben: Der Austritt eines Landes aus der Währungsunion soll dann als „Ultima Ratio“ möglich sein.

In ihrem aktuellen Gutachten ziehen die Wirtschaftsweisen die Lehren aus der Griechenland-Krise und fordern einen Insolvenzmechanismus für den EU- Währungsraum. Während sie diese Reform zu Recht für dringend notwendig halten, warnen sie zugleich vor zu schnellen und nicht durchdachten Integrationsschritten innerhalb der Euro-Zone. Von der Idee eines eigenen Euro-Zonen-Budgets oder eines europäischen Finanzministeriums, wie sie ebenfalls im Rahmen der Griechenland-Krise aufgekommen waren, halten sie nichts. Das Gleiche gilt für eine europäische Wirtschaftsregierung oder eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung. Das Fazit der Ökonomen: Solche übereilten Integrationsschritte würden den Leitgedanken der Einheit von Haftung und Kontrolle verletzen und könnten so einseitige und dauerhafte Transferleistungen begünstigen, ohne gleichzeitig die demokratische Kontrolle auf die europäische Ebene zu verlagern.

Neben der Forderung nach verbindlichen Austrittsregelungen aus der Währungsunion setzen sich die Wirtschafts-Sachverständigen dafür ein, dass die Stabilitätsregeln konsequent angewendet und die Nicht-Beistandsklausel durchgesetzt wird. Ein Anliegen, das ich nur unterschreiben kann – denn auch diese Klausel, nach der kein EU-Land für ein anderes finanziell haften darf, war im Zuge der Griechenland-Krise aufgeweicht worden.

SJB FondsSkyline. Fazit. Soll es künftig eine Regelung zum Euro-Austritt geben? Eine klare Regelung dafür, unter welchen Bedingungen ein Land die Euro-Zone verlassen kann oder muss, würde die Verhandlungen mit widerspenstigen oder reformunwilligen Kandidaten wie Griechenland ganz erheblich erleichtern. Deshalb begrüße ich den Vorschlag der Wirtschaftsweisen, so etwas wie eine „Insolvenzordnung“ für überschuldete EU-Staaten einzuführen. Sobald klar ist, dass es sich bei der Mitgliedschaft in der Währungsunion eben nicht um eine „Einbahnstraße“ handelt, sondern bei Fehlverhalten ein Rausschmiss droht, ist Schuldensündern viel leichter beizukommen. Staaten wie Griechenland, die ihren zur Verfügung stehenden Etat mit voller Absicht überziehen, könnten durch einen drohenden Euro-Rauswurf zur Räson gebracht werden. Mit transparenten und verbindlichen Regeln zum Euro-Austritt wäre somit allen geholfen!

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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