SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist der niedrige Ölpreis manipuliert?

22. Oktober 2014 von um 14:30 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist der niedrige Ölpreis manipuliert? „Der Ölpreis ist in einer Abwärtsspirale angekommen: Nachdem die 100-USD-Marke nach unten durchbrochen wurde, ging es bis rund 85 USD abwärts. SJB Fonds in der PresseAktuell bewegt sich die Notierung für ein Barrel der Marke Brent um 86 US-Dollar“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Geschehnisse am Rohstoffmarkt zusammen. Warum ist der Ölpreis trotz globaler Krisen so niedrig, stecken dahinter gar geheime Absprachen? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, in wenigen Wochen hat der Ölpreis rund 20 Prozent seines Wertes verloren. Die Notierung fällt und fällt und lässt damit Spekulationen über mögliche Geheimabsprachen oder versteckte Marktinterventionen aufkommen. In der Gerüchteküche wird über ein gemeinsames taktisches Manöver von Saudi-Arabien und den USA spekuliert. Denn es gibt klare Verlierer des rapide sinkenden Ölpreises: Länder wie Russland, Iran und Venezuela, die auf hohe Devisenerlöse aus dem Ölverkauf zur Finanzierung ihrer Haushaltsausgaben angewiesen sind.

Saudi-Arabien kann hingegen mit dem niedrigeren Ölpreis sehr gut leben. Dies gaben Vertreter des saudischen Ölministeriums gegenüber Investoren und Analysten bekannt. Selbst ein Ölpreis von 80 US-Dollar je Barrel sei für Saudi-Arabien unproblematisch, hieß es in diesem Zusammenhang. Läutet diese Botschaft einen Preiskampf beim Öl ein? Denn wenn Saudi-Arabien als eines der größten Förderländer niedrigere Preise akzeptiert und zugleich seine Produktion auf dem aktuellen Niveau belässt, dürfte der Ölpreis unter Abwertungsdruck bleiben. Hinzu kommt: Kuwait und der Irak äußerten sich ähnlich, auch hier ist von keiner Drosselung der Fördermenge die Rede, obwohl der Ölpreis in den vergangenen Wochen deutlich gefallen war.

Noch im Sommer dieses Jahres wurde Öl mit 115 US-Dollar pro Barrel gehandelt – nun liegt der Preis kaum noch über der 85-USD-Marke. Ein Abschlag von über zwanzig Prozent, und zudem der niedrigste Ölpreis seit vier Jahren. Bis zu einem gewissen Grade ist der Ölpreisrückgang durch die zurückgenommenen globalen Konjunkturprognosen zu erklären: In China genau wie in der Eurozone werden die Wachstumszahlen nach unten korrigiert, auch der Ausblick für das künftige BIP-Wachstum hat sich eingetrübt. Doch reichen diese Argumente für den heftigen Kursrücksetzer bei Öl aus? Einzelne Marktbeobachter behaupten, Saudi-Arabien lasse den Ölpreis freiwillig abstürzen und habe seine Förderung trotz schwacher Absatzzahlen im September sogar noch erhöht. Mit seiner täglichen Förderung von rund 9,6 Millionen Barrel ist das Königreich der zweitgrößte Ölförderer der Welt, direkt hinter Russland und noch knapp vor den USA.

Anhänger einer Verschwörungstheorie machen folgende Rechnung auf: Der Preisverfall für Öl trifft zwar alle vom Ölexport abhängigen Staaten, am stärksten leidet aber Russland. Die Wirtschaft des Landes ist ohnehin durch die vom Westen verhängten Sanktionen aufgrund der Ukraine-Krise in Bedrängnis geraten – der sinkende Ölpreis versetzt ihr jetzt den nächsten Tiefschlag. Denn Öl und Gas sind die wichtigsten Exportgüter des russischen Staates und sind für rund die Hälfte der Deviseneinnahmen verantwortlich. Nach Schätzungen der Sberbank benötigt Russland einen Ölpreis von durchschnittlich 104 US-Dollar, um im kommenden Jahr einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Würde die Notierung von Öl auf dem aktuellen Niveau verharren, müsste Russland somit seine Ausgaben massiv kürzen, was wiederum die Konjunktur abwürgen dürfte.

Marktinsidern zufolge soll die russische Zentralbank bereits an einem Notfallplan arbeiten. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte eine Mitarbeiterin der Notenbank mit der Aussage, die Währungshüter würden an einem „Stress-Szenario“ arbeiten. Dieses sehe Notmaßnahmen für den Fall vor, dass der Ölpreis bis auf 60 US-Dollar pro Fass absinkt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist der niedrige Ölpreis manipuliert? Will der Westen also Russland mit Hilfe eines sinkenden Ölpreises in die Knie zwingen, wird der Preiskampf benutzt, um die Wirkung der gegen Putin und Russland verhängten Sanktionen noch zu verstärken? Dass es wirklich eine geheime Übereinkunft zwischen den USA und den Ölstaaten des Nahen Ostens gibt, die Produktion hoch und den Preis niedrig zu halten, wage ich zu bezweifeln. Doch die aktuelle Preisentwicklung kommt den USA sicher sehr recht, um unangenehme Regimes wie die in Russland, dem Iran oder in Venezuela zu treffen. Die Aussagen russischer Politiker, die Ölpreise seien „manipuliert“, sind dennoch mit Vorsicht zu genießen. Gerade gegenüber der eigenen Bevölkerung, die schon jetzt unter den Folgen der westlichen Wirtschaftssanktionen leidet, sucht man einen Sündenbock. Hauptgrund für die kräftig nachgebenden Ölpreise bleibt vor allem der eingetrübte weltweite Konjunkturausblick – eine Tatsache, die lange von den Rohstoffmärkten ignoriert wurde.

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