SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Könnte ein Ölpreis von null Dollar bald Realität werden?

20. Januar 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Könnte ein Ölpreis von null Dollar bald Realität werden? „Der Absturz des Rohölpreises wird immer rasanter. Allein seit Jahresbeginn ist der Ölpreis von der 37-US-Dollar-Marke auf aktuell gut 28 US-Dollar pro Barrel gesunken – ein Kursverlust von rund 22 Prozent in weniger als drei Wochen. Der Kursrutsch schließt sich nahtlos an die Entwicklung der Vorjahre an, wo es zu Verlusten von 35 Prozent (2015) bzw. rund 50 Prozent (2014) beim Ölpreis kam“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Geschehnisse am Rohstoffmarkt zusammen. Schon kursieren erste Prognosen, dass Rohöl völlig wertlos werden und der Ölpreis gar auf null US-Dollar fallen könnte. Ist dieses „Horrorszenario“ für die Ölproduzenten realistisch, oder handelt es sich um bloßes Wunschdenken der Verbraucher, die gerne einmal völlig kostenlos tanken würden? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, der globale Ölmarkt ertrinkt im Überangebot des vom „schwarzen Gold“ zu „schwarzem Gift“ mutierten Rohöls, das angesichts konjunktureller Probleme der Weltwirtschaft, sinkender Nachfrage und parallel weiter steigenden Fördermengen einen ungebremsten Kursverfall zu verzeichnen hat. Die weltweiten Rohstoffmärkte sind in heller Aufregung, weil der Preis für die drei wichtigsten Referenzsorten WTI, Brent und Opec-Öl unter 30 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) gefallen sind. Aktuell notiert das Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent bei 28,80 US-Dollar, womit der Ölpreis seit Jahresmitte 2014 rund drei Viertel seines Wertes eingebüßt hat.

Setzt sich diese Entwicklung fort, könnte der Ölpreis bald auf null US-Dollar fallen – angesichts der weltweiten Überkapazitäten bei der Förderung und den zum Bersten gefüllten Öllagerstätten keine so absurde Vorstellung. In diesem Fall würde sich nur eine vom Strommarkt bekannte Vorgehensweise auch auf den Ölmarkt ausdehnen – denn in Zeiten extrem hoher Stromerzeugung, die angesichts des Siegeszuges der Erneuerbaren Energien immer häufiger auftreten, wird für überschüssigen Strom am Markt gar nichts mehr bezahlt: Stromproduzenten müssen noch drauflegen, um ihre nicht benötigten Kilowattstunden in fremde Netze einspeisen zu dürfen.

Beim Öl könnte es bald ähnlich sein – die US-Ölreserven sind auf einen Rekordstand geklettert, weder die Lagerstätten noch die zur Aufbewahrung überschüssigen Rohöls teilweise angemieteten Tankschiffe können weitere Kapazitäten aufnehmen. Allen Skeptikern, die ein Absinken des Ölpreises auf null US-Dollar oder sogar darunter für ein Hirngespinst halten, kann ich nur Folgendes entgegnen: Ein Ölpreis von unter null US-Dollar war bereits Realität! Denn geht es nach einer jüngst veröffentlichten Preisliste der Raffineriegruppe Flint Hills Resources aus Kansas, USA, so kostete ein Barrel Rohöl der Sorte North Dakota Sour am 16. Januar 2016 nur noch minus 0,50 US-Dollar. Die Ölproduzenten hätten demnach noch draufzahlen müssen, damit ihnen jemand ihr Öl abnimmt. Auch wenn es sich hier um eine der billigsten Ölsorten in den USA handelt, war die Aufregung an den Märkten verständlicherweise groß. Die Sorte North Dakota Sour ist reich an Sulfaten und dadurch für Raffinerien teurer zu verarbeiten. Grund für den niedrigeren Preis ist also die schlechtere Qualität des Öls – allerdings hatten Raffinerien im Juni 2015 für ein Barrel North Dakota Sour noch bis zu 47 US-Dollar gezahlt.

Die Meldung, der Ölpreis sei in negatives Terrain und noch unter null USD gefallen, wurde von der betreffenden US-Raffinerie schnell dementiert – im Internet kursieren jedoch Screenshots der Preisliste, die tatsächlich einen Preis von -0,50 USD für die betreffende Ölsorte verzeichnet. Mittlerweile wurde die Notierung für ein Barrel North Dakota Sour wieder angehoben – allerdings auf lediglich 1,50 US-Dollar, was im Grunde wenig Unterschied macht und einmal mehr beweist, dass manche Ölsorten angesichts des fortgesetzten Preisverfalls schon jetzt nahezu wertlos sind. Hierzu zählen auch kanadische Ölsandsorten, deren Preis in den vergangenen zwei Jahren von 80 auf rund 8 US-Dollar abgestürzt ist.

SJB FondsSkyline. Fazit. Könnte ein Ölpreis von null Dollar bald Realität werden? Die Ölpreiskrise nimmt immer extremere Formen an, der Preissturz in seiner bisher nicht dagewesenen Geschwindigkeit und Heftigkeit alarmiert Händler und Banker. Angesichts eines Preises einzelner Ölsorten von weit unter zehn US-Dollar ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Notierungen auf oder unter Null absinken und das „schwarze Gold“ damit jeden Wert verloren hat. Wer all das nicht glaubt, sei an den bereits länger herrschenden „Negativzins“ erinnert, den Fachleute wie interessierte Laien vor einigen Jahren ebenfalls für völlig unmöglich gehalten hätten. Die übermäßigen Mengen an Geld, Waren und auch einzelnen Rohstoffen können nur dann wieder „eingesammelt“ werden, wenn durch negative Vorzeichen bei der Bewertung eine stetige Reduktion des Angebotes erfolgt.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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