SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Geht der saudische Ölkonzern Aramco an die Börse?

13. Januar 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Geht der saudische Ölkonzern Aramco an die Börse? SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.„Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Der Ölkonzern Aramco aus Saudi-Arabien, eine Firma, die größer ist als die Volkswirtschaften ganzer Länder, soll an die Börse gebracht werden. Es wäre der größte Börsengang aller Zeiten und zudem eine Entwicklung, die für viele Marktbeobachter bislang als unvorstellbar galt“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Meldungen rund um den staatlichen Ölförderer aus dem Nahen Osten zusammen. Investmentbanker taxieren den Wert des Unternehmens auf bis zu 9 Billionen Euro und rätseln zugleich über die Hintergründe, die Saudi-Arabiens Regierung zu diesem Schritt veranlassen. Welche Rolle spielt der so stark gesunkene Ölpreis? Alle Hintergründe zum möglichen Aramco-Deal finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, das Königreich Saudi Arabien erwägt, den staatseigenen Ölgiganten Saudi Aramco zu privatisieren. Dieser Börsengang des vermutlich wertvollsten Unternehmens der Welt wäre eine Sensation für die Finanzmärkte und kommt in einem Moment, wo der Ölpreis unter großem Abgabedruck steht. Das bislang Unvorstellbare könnte aber nun Realität werden, denn der saudische Vize-Kronprinz Muhammad bin Salman sagte in einem Interview mit dem britischen Wirtschaftsblatt „Economist“, dass eine Entscheidung über den Börsengang von Aramco in den kommenden Monaten fallen werde.

Saudi Aramco selbst ließ verlauten, dass man prüfe, einen Teil des gesamten Unternehmens an die Börse zu bringen oder auch einzelne Unternehmensparten. Bin Salman zeigt sich begeistert von diesen Plänen, denn der Börsengang des weltgrößten Ölproduzenten würde zwangsläufig dazu führen, dass Aramco den US-Technologiekonzern Apple bei der Marktkapitalisierung überholt. 560 Milliarden US-Dollar ist Apple mit seinem Sitz in Kalifornien derzeit wert, der Ölgigant aus Saudi-Arabien wird jedoch mit einem Firmenwert von bis zu 9 Billionen US-Dollar veranschlagt.

Mit einem Schlag gäbe es einen Wechsel an der Spitze der wertvollsten Konzerne der Welt, und dies selbst dann, wenn man äußerst bescheidene Prognosen für die Höhe des künftigen Ölpreises zugrunde legen würde. Selbst bei einer konservativen Schätzung, die lediglich die Ölreserven mit einem Preis von 10 US-Dollar pro Barrel als Basis nimmt, wäre das saudische Unternehmen 2,5 Billionen US-Dollar wert – und damit fast fünfmal so viel wie Apple. Noch deutlicher abgehängt würde Exxon Mobil, der bislang teuerste Ölkonzern an den weltweiten Börsen; mehr als das Achtfache wäre Aramco nach Analystenschätzungen wert.
Saudi Aramco gilt als das wertvollste Unternehmen der Welt, doch genaue Unternehmenszahlen werden nicht veröffentlicht. Der Konzern kontrolliert rund 15 Prozent der globalen Öllagerstätten, wobei die bekannten Reserven von 261 Milliarden Barrel über zehn Mal so hoch ausfallen wie diejenigen des US-Konkurrenten Exxon-Mobil. Besonders attraktiv an dem größten Ölkonzern der Welt sind die niedrigen Förderkosten, die für die Ölfelder in der saudischen Wüste anfallen.
Weshalb aber will Saudi-Arabien den Ölgiganten gerade jetzt an die Börse bringen, wo doch der gesunkene Ölpreis den Wert vermindert? Saudi Arabien hat seine Bevölkerung zu weiten Teilen am durch die Öleinnahmen entstandenen Wohlstand des Landes teilhaben lassen und ein üppiges Wohlfahrtssystem geschaffen, dessen Finanzierung nun immer schwieriger wird. Der stark gesunkene Ölpreis kann nicht schnell genug durch Kosteneinsparungen ausgeglichen werden, und so verbuchte das Land im Jahr 2015 ein Haushaltsdefizit von 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Für 2016 stellt sich die Entwicklung noch kritischer dar, allein seit Jahresbeginn hat der Ölpreis um mehr als 16 Prozent nachgegeben.

FondsSkyline. Fazit. Geht der saudische Ölkonzern Aramco an die Börse? Diverse Steuererhöhungen und die Einführung einer Mehrwertsteuer auf Konsumgüter stehen auf der Liste der Sparmaßnahmen, mit denen die Regierung von Saudi-Arabien den sinkenden Öleinnahmen begegnen will. Da ist es nur naheliegend, mit einem Börsengang von Saudi Aramco weitere Einnahmen zu erzielen und zugleich die geschlossene Volkswirtschaft Saudi-Arabien für Investoren zu öffnen – eine Maßnahme, die langfristig absolut notwendig erscheint. Die Privatisierung von Aramco ist Teil eines umfangreichen Privatisierungsplans des saudischen Königreichs. Auch im Gesundheitssektor, in der Bildung und sogar beim Militär soll es Privatisierungen geben. Doch bevor die internationalen Anleger bei Aramco-Aktien zugreifen, muss es genauere und transparente Informationen über Ölreserven, Produktionskapazitäten und Umsatzentwicklung geben – ohne diese bislang als „Staatsgeheimnis“ geltenden Informationen wird sich kaum ein Investor für die Aktie begeistern – zumal in Zeiten eines dramatisch sinkenden Ölpreises.

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