SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind Negativzinsen steuerlich abziehbar?

10. März 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind Negativzinsen steuerlich abziehbar? „In der nächsten EZB-Sitzung ist mit einer weiteren Senkung des bereits jetzt bei -0,3 Prozent liegenden Negativzinses zu rechnen, den Geschäftsbanken für ihre Einlagen bei der Zentralbank zahlen müssen. Sollte der ‚Strafzins‘ auf -0,4 oder gar -0,5 Prozent steigen, ist damit zu rechnen, dass viele deutsche Geldinstitute nicht mehr umhin kommen werden, diese Strafzinsen auch an ihre Kunden und Kontoinhaber weiterzureichen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in der EU-Zinspolitik zusammen. Da kommt für alle deutschen Steuerzahler die naheliegende Frage auf: „Kann ich diese Strafzinszahlungen wenigstens in meiner Steuererklärung als Verluste geltend machen?“ Ob dies geht, und wie die Rechtsauffassung zur steuerlichen Behandlung von Negativzinsen aussieht, wird im Folgenden erläutert.

Liebe FondsBlogger, wenn EZB-Präsident Mario Draghi seine Ankündigungen zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung wahrmacht, dürften bereits in der laufenden Woche die Negativzinsen, die Banken im Euroraum für ihre Einlagen bei der Zentralbank bezahlen müssen, weiter erhöht werden. Eine Strafgebühr von -0,4 oder -0,5 Prozent des Anlagebetrages ist denkbar, womit eine bei der EZB „geparkte“ Million Euro über ein Jahr zu lediglich 995.000 Euro zusammenschmelzen würde. Die Banken, die ohnehin unter dem Niedrigzinsumfeld leiden und durch die gestiegenen Kapitalanforderungen für ihre Sicherheitsreserven belastet sind, dürften dies nicht länger einfach so wegstecken. Experten erwarten, dass bei weiter anziehenden Negativzinsen der Tag nicht mehr fern ist, wo Banken auch dem ganz normalen Sparer und Kontoinhaber „Strafzinsen“ in Rechnung stellen werden. Geld auf dem Konto zu halten, anstatt es auszugeben, wird dann richtig teuer: Auf Girokonten wie auf Sparbücher könnten sehr bald Negativzinsen anfallen, die den Wert des Ersparten oder der Sichteinlagen empfindlich schmälern.
Doch wenn die Einführung solcher Strafzinsen auch für Privatanleger fast unvermeidlich erscheint, stellt sich im nächsten Schritt die Frage nach der steuerlichen Behandlung dieser Verluste. Ganz offensichtlich handelt es sich doch um Verluste aus Kapitalvermögen, so sollte man meinen, die logischerweise mit entsprechenden Gewinnen zu verrechnen sind und damit wenigstens die Steuerlast des zuvor geschröpften Anlegers mindern.

Doch weit gefehlt: Die Regel des deutschen Fiskus zur steuerlichen Behandlung von Negativzinsen ist geradezu absurd und dürfte vielen Anlegern unglaublich erscheinen. Denn noch bevor Strafzinsen, die für institutionelle Investoren längst zum Alltag gehören, offiziell auch für Privatanleger eingeführt sind, haben sich Deutschlands Steuerbehörden bereits festgelegt, was mit diesen passiert. Wenn Kunden künftig dafür zahlen müssen, Geld bei ihrer Bank auf einem Konto oder Sparbuch zu verwahren, dürfen diese Verluste nicht beim Finanzamt geltend gemacht werden. Im Klartext: Steuerzahler können die negativen Zinsen der Banken nicht im Rahmen der Abgeltungsteuer als Verlust gegenrechnen. So hat es das Bundesfinanzministerium nach Absprache mit den obersten Finanzbehörden der Länder in einem Schreiben Mitte Januar verfügt.

Während sich die Banken also noch zurückhalten, haben die Steuerbehörden bereits Fakten geschaffen. Die Finanzämter wissen schon jetzt sehr gut, wie sie mit den kommenden Strafzinsen umgehen müssen – sie werden eine steuerliche Anrechnung ablehnen. Deren Erklärung klingt so abenteuerlich wie grotesk. Negative Einlagenzinsen seien überhaupt keine Zinsen, sondern eine „Art Verwahr- und Einlagegebühr“. Und eben deshalb könnten sie nicht mit Zinseinnahmen aus anderen Quellen verrechnet werden, da solche Gebühren bei Kapitaleinkünften bereits durch den Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro jährlich erfasst seien. Eine höchst merkwürdige Form der Argumentation, die letztlich aber nur zu einem führt: Negative Einlagenzinsen können nicht von Zinserträgen aus anderen Quellen abgezogen werden.

SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind Negativzinsen steuerlich abziehbar? Durch die Verweigerung einer steuerlichen Anrechnung werden die deutschen Sparer und Investoren, die bereits Hauptleidtragende der Niedrigzinsen sind, ein zweites Mal zur Kasse gebeten und enteignet. Diese Auslegung des Steuerrechts ist völlig verfehlt und beinhaltet zudem eine Ungleichbehandlung von privaten und institutionellen Investoren: Denn während Unternehmen Minuszinsen als Betriebsausgaben absetzen können, bleiben Kleinsparer auf ihnen sitzen und bezahlen mit einem Vermögensschwund. Sobald die Banken beginnen, den Negativzins der EZB vollständig an die Endkunden weiterzugeben, leidet der Privatinvestor nicht nur an der Inflation und dem Niedrigzinsumfeld, sondern muss eine staatlich beförderte und politisch gewollte Schmälerung seines Vermögens hinnehmen – bei einer Sparanlage von 10.000 Euro um immerhin 40 bis 50 Euro pro Jahr. Ein Skandal, der schnellstens nach einer Korrektur verlangt!

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