SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist die Negativrendite zehnjähriger Bundesanleihen ein Alarmsignal?

15. Juni 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist die Negativrendite zehnjähriger Bundesanleihen ein Alarmsignal? „Zu Wochenbeginn ist erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen unter null Prozent gefallen. Damit hat die Negativrendite endgültig auch die lang laufenden Schuldpapiere des deutschen Staates erreicht: Investoren sind bereit, noch draufzuzahlen, um der Bundesrepublik Deutschland Geld leihen zu dürfen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Korschenbroich, die letzten Geschehnisse rund um die Zinsentwicklung zusammen. „Finanzmarktexperten sehen das historisch bislang einmalige Abrutschen der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen in negatives Terrain als Alarmsignal. Wie kritisch ist die Situation am Anleihenmarkt einzuschätzen, wenn selbst mit lang laufenden Zinspapieren keinerlei Erträge mehr zu erzielen sind, Anleger und Investoren aber händeringend nach Renditebringern suchen?“ Wichtige Details zur immer kritischeren Lage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, bei Anleihen mit kürzeren Laufzeiten haben sich viele Anleger bereits an den Negativzins gewöhnt, doch nun ist das Schreckgespenst der Investoren auch im Bereich lang laufender Schuldpapiere angekommen: Am Dienstag verzeichneten die international richtungsweisenden zehnjährigen deutschen Bundesanleihen eine Rendite im roten Bereich und rentierten mit minus 0,003 Prozent. Es ist das erste Mal in der langen Geschichte deutscher Staatsanleihen, dass diese eine Negativrendite abwerfen und die Verzinsung unter die Null-Prozent-Marke gefallen ist. Auch international kommt der Bundesrepublik damit eine Sonderrolle zu. Deutschland ist erst das das zweite Land aus der Liste der sieben führenden Industrienationen (G7), dessen zehnjährige Titel unter null Prozent rentieren. Einziger Vorläufer war bisher Japan – die vergleichbaren japanischen Schuldpapiere notieren mit ihrer Rendite seit Anfang März in negativem Terrain.

Historisch betrachtet ist der aktuelle Staatsanleihenmarkt mit nichts vergleichbar, die Verwerfungen sind groß: Nie zuvor haben Investoren so viel dafür bezahlt, Anleihen im Volumen von mehreren Billionen Euro zu besitzen und so wenig dafür bekommen. Anlageexperten warnen: Egal wie weit man in die Vergangenheit zurückgeht, nie zuvor gab es einen Zeitraum, in dem die globalen Renditen auch nur annähernd so niedrig waren wie heute. Eine äußerst ungesunde Situation, in der sich die Grundprinzipien des Kapitalmarktes umgekehrt haben: Anleger müssen noch Geld mitbringen, wenn sie bonitätsstarken Schuldnern wie dem deutschen Staat Kredit geben wollen – und sie sind bereit dazu, da Sicherheits- und Fluchtaspekte derzeit alles überwiegen.

Was sind die wichtigsten Gründe für den Absturz der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe unter null Prozent? Zum einen ist es die immer weiter forcierte Geldschwemme-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), zum anderen ist es die zunehmende Angst der Investoren vor einem „Brexit“. EZB-Präsident Mario Draghi hat seine Liquiditätspolitik mittlerweile ins Absurde gesteigert und heizt die Anleihenrally immer weiter an. Noch im April dieses Jahres hat die EZB ihr seit März 2015 laufendes Anleihekaufprogramm um monatlich 20 Milliarden auf 80 Milliarden Euro erhöht und ihre Marktinterventionen seit Juni vom Sektor der Staatsanleihen auch auf den Bereich der Unternehmensanleihen ausgeweitet. Hinzu kommen der auf null Prozent gesenkte Leitzins sowie der 0,4 Prozent betragende „Strafzins“ für Geschäftsbanken, die ihre überschüssige Liquidität über Nacht bei der EZB parken. All dies sorgt für steigende Anleihenkurse und fallende Renditen, die nun mit dem Rutsch der Zehnjahresrendite unter die Null-Prozent-Marke einen neuen Höhepunkt erreicht haben.

Hinzu kommen die wachsende politische Unsicherheit und die zunehmende Angst der Anleger vor einem „Brexit“. Kommt es tatsächlich zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union? Lange lagen Befürworter und Gegner eines Brexit in Umfragen etwa gleichauf, nun sehen erste Meinungsforscher die EU-Gegner vorn. In gut einer Woche, am 23. Juni stimmen die Briten über den Verbleib in der Europäischen Union ab. Schon jetzt sind sich Anleihestrategen sicher: Sollte es zu einem Brexit kommen, wird die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe noch weiter in den negativen Bereich fallen.

SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist die Negativrendite zehnjähriger Bundesanleihen ein Alarmsignal? Nicht umsonst sorgt das Rekordtief der zehnjährigen Bund-Rendite für großes Aufsehen bei Investoren, ist diese Rendite doch seit Jahrzehnten die entscheidende Benchmark für die langfristigen Kapitalmarktzinsen im Euro-Raum. Nach dem Rutsch dieser wichtigen Marke in den negativen Bereich warten in der Eurozone knapp die Hälfte aller staatlichen Anleihen und Geldmarktpapiere mit Minusrenditen auf, in Deutschland sind es um die 80 Prozent. Alarmierend ist in diesem Umfeld besonders, dass die von der EZB mit der Nullzinspolitik angestrebten Ziele in keiner Weise erreicht wurden: Weder hat die EU-Inflationsrate angezogen, noch bahnt sich eine wirtschaftliche Erholung im Euroraum an. Die immer weiter um sich greifenden Negativzinsen sind insofern das überdeutliche Signal, dass die Finanzmärkte aus den Fugen geraten sind und wir uns auf noch wesentlich stärkere Bewegungen am Aktien- wie am Rentenmarkt einstellen müssen!

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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