SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Muss Deutschland einem erneuten Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen?

25. Mai 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

individualitaet SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Muss Deutschland einem erneuten Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen? SJB Fonds in der Presse„Das griechische Parlament hat neuen harten Sparmaßnahmen zugestimmt und einen Anstieg der Mehrwertsteuer auf bis zu 24 Prozent und höhere Benzinpreise beschlossen. Der Unmut in der Bevölkerung ist bereits jetzt sehr groß, aber reichen die Einschnitte aus, um langfristig einen stabilen Haushalt zu erreichen und sich neuerliche EU-Hilfszahlungen zu verdienen? In den Gesprächen von Euro-Gruppe und IWF gerät deshalb immer mehr ein erneuter Schuldenerlass in den Fokus“, benennt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Korschenbroich, die aktuellsten Entwicklungen rund um das Thema „griechischer Staatsbankrott“. Geht man nach den Finanzmärkten und der dort eingepreisten Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schuldenschnitt, so ist dieser bereits beschlossene Sache.“ Weitere Details zu diesem brisanten Thema finden sich hier.Liebe FondsBlogger, trotz neu beschlossener Sparprogramme in Griechenland und weiterer Kürzungen im Staatshaushalt wird das Thema „Schuldenerlass für Hellas“ wieder akut. Denn Kapitalmarktexperten und Brancheninsider wissen es längst: Der im Herbst 2012 beschlossene Schuldenschnitt für Griechenland hat nicht ausgereicht, um die Finanzen des vom Staatsbankrott bedrohten Landes wieder auf eine solide Basis zu stellen. Trotz aller Hilfszahlungen, Krediterleichterungen und Zinssenkungen ging das Bruttoinlandsprodukt seitdem um 60 Milliarden Euro zurück, während die Schulden weiter angestiegen sind. Die Konsequenz: Der griechische Schuldenstand könnte schon bald die negative Rekordmarke von 200 Prozent des BIP überschreiten und damit alle Rekorde brechen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat deshalb längst betont, dass er die aktuelle Verschuldung Griechenlands für nicht tragfähig hält und sich für einen weiteren Schuldenerlass durch die Euro-Gruppe einsetzt, bevor er sich an neuen Hilfsprogrammen beteiligen würde. Das Interessante ist nun: Während EU-Kommission, die europäischen Finanzminister und die EZB allesamt betonen, keinen griechischen Schuldenschnitt zu wollen oder zu planen, preisen die Finanzmärkte bereits einen Schuldenerlass für Hellas ein. Denn die Preise für Kreditausfallversicherungen auf griechische Staatsanleihen, die angesichts der akuten Probleme eigentlich nahe ihrer Allzeithochs notieren müssten, sind zuletzt merklich zurückgegangen und haben sich von ihren Rekordständen wieder entfernt.

Der Grund dafür: Allen Beteuerungen von EU-Offiziellen zum Trotz rechnen viele Marktteilnehmer damit, dass die Euro-Finanzminister doch noch einem Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen bzw. zu diesem gezwungen sind, da der IWF sonst weitere Beteiligungen an den internationalen Hilfspaketen ablehnt. Die Forderungen des Internationalen Währungsfonds unter Führung von Christine Lagarde sind klar: Eine Teilnahme an neuen Kreditprogrammen wird es nur geben, wenn Griechenlands finanziell prekäre Situation merklich verbessert und eine „Tragfähigkeit“ der Schuldenbelastung erreicht wird. Beim dritten Hilfspaket für Hellas war der IWF deshalb nicht mit dabei, weil seine Forderungen nicht erfüllt wurden.

Den aktuellen Preisen für Credit Default Swaps (CDS) zufolge wird die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland einen Staatsbankrott erleidet und deshalb griechische Staatsanleihen einen Zahlungsausfall aufweisen, für die nächsten fünf Jahre auf „nur noch“ 47 Prozent veranschlagt. Dies ist der niedrigste Stand für die griechische Pleitewahrscheinlichkeit seit Dezember 2014. Noch im Februar und März 2016 hatte die von den Märkten antizipierte Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz Griechenlands über 70 Prozent betragen. Die Zahlen sind brisant: Während Politiker und Finanzmarktakteure noch um einen griechischen Schuldenschnitt ringen und offiziell beteuern, ohne einen solchen auskommen zu wollen, haben die Anleihenmärkte einen solchen längst fest eingepreist.

SJB FondsSkyline. Fazit. Muss Deutschland einem erneuten Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen? Eine in weniger als zwei Monaten um über 20 Prozent verringerte Pleitewahrscheinlichkeit von Griechenland – bei einem solch massiven Rückgang der CDS-Notierungen ist offensichtlich, dass hier ein neuerlicher Schuldenerlass für Hellas kurz bevor steht. Und genau dieser Schuldenschnitt dürfte vor allem den deutschen Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Die zuletzt deutlich unter die Marke von 50 Prozent gefallene Ausfallwahrscheinlichkeit griechischer Staatspapiere signalisiert, dass Deutschland und Finanzminister Wolfgang Schäuble gezwungen sein werden, dem Schuldenschnitt für Griechenland zuzustimmen. Es wäre bereits der dritte Schuldenerlass für den EU-Pleitekandidaten, jedoch der erste direkt von den EU-Ländern. Denn im Frühjahr 2012 wurden nur private Gläubiger zur Kasse gebeten, die auf gut die Hälfte ihrer Forderungen verzichten mussten. Nun aber wäre die öffentliche Hand und damit der deutsche Steuerzahler betroffen, wenn die Euro-Gruppe einem weiteren Schuldenerlass für Athen zustimmt.

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