SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Werden Lebensversicherungen jetzt noch unattraktiver?

12. März 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Werden Lebensversicherungen jetzt noch unattraktiver? „Geht es nach dem neuen Reformvorhaben der Bundesregierung für Lebensversicherer, so werden Lebensversicherungen bald nochmals deutlich weniger attraktiv. Denn neben der Senkung des Garantiezinses ist nun auch eine Änderung bei der Überschussbeteiligung geplant, die Kunden im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine geringere Beteiligung an den Bewertungsreserven verschaffen soll“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Marktentwicklungen zusammen. Als Kapitalanlage wird eine Lebensversicherung damit immer weniger geeignet, doch während die Versicherten Milliardenbeträge verlieren, werden die Versicherer selbst geschont. Mehr Details zu den geplanten Änderungsplänen finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die Bundesregierung hat ein neues Reformpaket für die Lebensversicherer geschnürt, das den Versicherten neue harte Einschnitte bescheren wird und eine Lebensversicherung als Kapitalanlage zusehends unattraktiver gestaltet. Verbraucherschützer übten bereits heftige Kritik, auch der Bund der Versicherten sprach von einem „Schlag ins Gesicht“ der Verbraucher.

Worum geht es bei der umstrittenen Neuregelung? Neben der bereits länger diskutierten Absenkung des Garantiezinses sind im Zuge der andauernden Niedrigzinsphase die Bewertungsreserven der Versicherer ins Fadenkreuz der Reformer geraten. Diese Bewertungsreserven auf Staatsanleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere müssen die Lebensversicherer der geltenden Rechtslage zufolge zur Hälfte an die Kunden ausschütten, sie machen einen Großteil der dem Kunden zufließenden Erträge aus. Die Versicherungsgesellschaften argumentieren nun so: Die Kurssteigerungen langlaufender Staatsanleihen seien wegen der EZB-Niedrigzinspolitik derzeit überproportional hoch und würden eigentlich nur auf dem Papier bestehen. Würden nun die Kunden derzeit auslaufender Versicherungen wie geplant an den Bewertungsreserven beteiligt, trete eine Schädigung der anderen Versicherten ein, deren Verträge erst viel später auslaufen.

Denn bis zum Ende der Laufzeit fest verzinster Wertpapiere sinkt deren Börsenkurs wieder auf 100 Prozent, die zeitweiligen Kursgewinne verschwinden. Die hohen Börsenkurse aktueller Zinspapiere kämen demnach nur jenen Kunden zu Gute, deren Verträge jetzt auslaufen oder die kündigen. Expertenschätzungen zufolge soll es allein in diesem Jahr um zwei Milliarden Euro gehen, die aufgrund des aktuellen Bewertungsniveaus an den Finanzmärkten an Anleger ausgezahlt werden müssten. Ist die Niedrigzinsphase aber einmal vorbei, fehlen diese Gelder den anderen Versicherten, die noch länger dabei bleiben und deren Verträge weiterlaufen.

Wie kritisch ist die Lage für die Lebensversicherer, wenn sie die versprochenen Ausschüttungen trotzdem leisten, ohne die Bewertungsreserven aufzulösen? Die Bundesbank hat schon in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2013 festgestellt, dass die unerwartet hohen Ausschüttungen die Branche in Bedrängnis bringen. Das Niedrigzinsumfeld schwäche die Versicherer, da deren Neuanlagen in festverzinsliche Wertpapiere deutlich kleinere Renditen als in der Vergangenheit abwerfen.

Soll die bisher geltende hälftige Beteiligung an den Bewertungsreserven also abgeschafft oder zumindest für die Dauer der Niedrigzinsphase ausgesetzt werden? Die Branche der Lebensversicherer plädiert aus „Gerechtigkeitsgründen“ dafür: Markus Faulhaber, Chef des größten deutschen Lebensversicherers Allianz, sieht das Reformpaket positiv. Denn das Produkt Lebensversicherung würde langfristig geschädigt, wenn die Überschüsse so wie heute nicht gerecht zwischen den verschiedenen Versicherungsnehmer-Gruppen verteilt würden, sagte er.

SJB FondsSkyline. Fazit. Werden Lebensversicherungen jetzt noch unattraktiver? Auch das Bundesfinanzministerium betonte, eine langfristige und umfassende Stabilisierung der Lebensversicherungen anzustreben und einen „fairen Ausgleich“ zwischen den Versicherten erreichen zu wollen. Neben Änderungen bei den Bewertungsreserven könnten im Zuge dieser Reform auch der Garantiezins gesenkt und die Provisionen für die Vermittler gedeckelt werden. Aber soll das Reformvorhaben tatsächlich in erster Linie dem Verbraucher dienen? Hier bin ich äußerst skeptisch. Wenn einzelne Lebensversicherer wegen der Niedrigzinsphase Probleme haben, ihre früher geleisteten hohen Zinsversprechen zu erfüllen, darf dies nicht zu niedrigeren Leistungen für alle Versicherten führen. Hier liegt die Vermutung nahe, dass die Bundesregierung in erster Linie die Lebensversicherungs-Branche entlasten will und ganz nebenbei die Kunden um Milliardenbeträge bringt. So ist nicht wirklich gewährleistet, dass Kürzungen bei den Ausschüttungen der stillen Reserven allein den Kunden und dem Versichertenkollektiv zugutekommen und nicht etwa den Aktionären der Lebensversicherer. Klar ist hingegen nur eines: Als Kapitalanlage wird eine Lebensversicherung immer unattraktiver und gerät gegenüber Investmentfonds künftig noch mehr ins Hintertreffen.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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