SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie viele Landesbanken braucht Deutschland wirklich?

03. November 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie viele Landesbanken braucht Deutschland wirklich? Ihre Werbung. Hier?„Die Übernahme der Bremer Landesbank durch die NordLB ist beschlossene Sache – damit gibt es wieder eine Landesbank weniger in Deutschland. Aus ehemals elf öffentlich-rechtlichen Instituten sind mittlerweile nur noch sechs geworden“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Deutschlands Bankenlandschaft zusammen. „Aber werden selbst diese sechs Institute überhaupt gebraucht, oder könnte es weitere Zusammenschlüsse der Banken im öffentlich-rechtlichen Sektor geben?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, in dieser Woche ist die neueste Aktion in der Neuordnung der deutschen Landesbanken-Landschaft unternommen worden: Die NordLB hat die angeschlagene Bremer Landesbank (BLB) übernommen. Damit geht die Konzentration im Bereich der öffentlich-rechtlich strukturierten Institute weiter: Die Zahl der selbstständigen Landesbanken verringert sich auf gerade einmal sechs Institute, während es vor der Finanzkrise noch elf waren.

Doch vielen geht selbst dieser Konzentrationsprozess noch nicht weit genug. Bankenanalysten halten eine noch stärkere Zentralisierung für wünschenswert und bringen gar eine „Super-Landesbank“ ins Spiel, die alle noch verbliebenen Aufgaben der sechs öffentlich-rechtlichen Institute bündeln sollte. Eine ähnliche Auffassung vertritt der Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach. Schon im Sommer forderte er, dass die deutschen Sparkassen ein „Spitzeninstitut“ bräuchten, das durch eine Zusammenführung der Landesbank Berlin, der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und der Dekabank entstehen könnte.

Der Vorteil einer solchen Konstruktion: Strukturelle Nachteile der vergleichsweise kleinen Banken könnten im Verbund ausgeglichen werden, denn eine „Super-Landesbank“ käme auf eine Bilanzsumme von 1.000 Milliarden Euro. Damit würde sie den Kriterien einer systemrelevanten Bank genügen, die auf keinen Fall in die Insolvenz rutschen darf. Die einzelnen noch verbliebenen Landesbanken sind hingegen oft nicht wettbewerbsfähig und verschwinden in Krisenzeiten einfach vom Markt – wie gerade bei der Bremer Landesbank zu beobachten.

Auch die Wirtschaftsberater von McKinsey stellen der deutschen Bankenlandschaft im öffentlich-rechtlichen Bereich ein verheerendes Zeugnis aus: Die „Zersplitterung der Kräfte“ bei den Landesbanken verursache „erhebliche Mehrkosten“, heißt es in einem Gutachten, denn auf sich selbst gestellt seien viele der einzelnen Landesbanken gar nicht überlebensfähig. Der Ratschlag von McKinsey: Am besten wäre es, die Kräfte in einem einzigen Institut zu bündeln. Doch dieser bereits über zwanzig Jahre alte Vorschlag zur Schaffung einer „Super-Landesbank“ wurde bis heute nicht ernsthaft verfolgt – politische Querelen und Eitelkeiten verhindern, dass die Idee einer stärkeren Konzentration im öffentlich-rechtlichen Lager in die Realität umgesetzt wird.

Damit bleibt das Problem ungelöst, dass die meisten Landesbanken gar kein tragfähiges Geschäftsmodell besitzen und in Deutschlands Bankenlandschaft gut entbehrlich wären. Das Problem ist bereits alt und war ab dem Jahr 2005 eskaliert, als der Wegfall staatlicher Garantien die Bilanzen explodieren ließ und etliche Landesbanken in riskante Geschäfte trieb. Dann kam die Finanzkrise 2008, die die entstandenen Probleme schonungslos offenbarte und in der Landesbanken-Landschaft zu einschneidenden Veränderungen führte.

Die kriselnde SachsenLB wurde per Notverkauf mit der Landesbank-Baden-Württemberg (LBBW) verschmolzen, auch die zuvor rechtlich selbstständige Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) wurde vollständig in die größte deutsche Landesbank integriert. In Nordrhein-Westfalen kam es zur vollständigen Zerschlagung der Düsseldorfer WestLB, die zeitweise die stolze Nummer eins unter den öffentlich-rechtlichen Instituten war, nun aber große Teile ihres defizitären Geschäfts in eine „Bad Bank“ auslagern musste.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie viele Landesbanken braucht Deutschland wirklich? Dass die Bremer Landesbank vollständig vom Markt verschwindet und künftig in der NordLB aufgehen wird, hat die Diskussionen um eine komplette Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Banken wieder entfacht. Und dies völlig zu Recht, denn auch sechs Landesbanken sind immer noch zu viel. In der heutigen Zeit würde ein einziges, gut aufgestelltes und wettbewerbsfähiges Institut völlig ausreichen, um eine optimale Struktur der Landesbanken-Landschaft herzustellen: Mehr als eine Landesbank braucht Deutschland gar nicht. Die Pläne zur Schaffung einer „Super-Landesbank“ finden deshalb meine Unterstützung, denn das alte Prinzip: „Jedem Bundesland seine eigene Landesbank“ ist heute völlig überholt.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.