SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie gefährlich ist der Kursverfall der türkischen Lira für die Finanzmärkte?

15. August 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: SJB FondsSkyline 1989 e.K.. PortfolioManagement. Antizyklisch.Wie gefährlich ist der Kursverfall der türkischen Lira für die Finanzmärkte? „Der Kursrutsch der türkischen Lira hat mittlerweile Dimensionen angenommen, die selbst für die Devisenmärkte außergewöhnlich sind: Seit Jahresbeginn hat die Währung gegenüber dem Euro mehr als 50 Prozent ihres Wertes verloren, ein Ende des Kursverfalls ist nicht in Sicht“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen an den Währungsmärkten rund um die türkische Lira zusammen. „Sind deutsche Unternehmen und die globale Wirtschaft von dem nicht enden wollenden Kursrutsch bedroht, steht die türkische Ökonomie vor dem totalen Zusammenbruch?“ Eine topaktuelle Einschätzung zu diesem Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, der Kursverfall der türkischen Lira gegenüber dem Euro ist beispiellos. Während das Währungspaar EUR/TRY mit Notierungen um die 4,50er-Marke in das Jahr 2018 startete, wurden Mitte August bereits Notierungen von 8,1686 im Hoch erreicht. Dies entspricht einem Kursrutsch der türkischen Währung von über 80 Prozent in der Spitze! Auch wenn sich EUR/TRY aktuell bei Kursen um die 7er-Marke eingependelt hat, verbleibt derzeit ein Wertverlust der türkischen Valuta von 55 Prozent seit Jahresbeginn.

Die Währungskrise in der Türkei ist längst außer Kontrolle geraten, und Wirtschaftsexperten sorgen sich um die Ansteckungsgefahr für europäische Großbanken, die nennenswerte Kredite in dem Land vergeben haben, genauso wie um andere Schwellenländer-Währungen, die in den Abwärtssog hineingerissen zu werden drohen. Wie groß ist das Risiko, dass die türkische Krise auf andere Märkte übergreift?

Bereits zum Wochenauftakt gerieten auch die Währungen anderer Schwellenländer unter Druck: Der südafrikanische Rand sowie der argentinische Peso verloren im Vergleich zum US-Dollar rund zwölf Prozent ihres Wertes, beim russischen Rubel waren es neun Prozent. Relativ glimpflich kam noch der brasilianische Real davon, der einen Kursrutsch von sechs Prozent gegenüber dem Greenback hinnehmen musste. Doch während die meisten Emerging-Markets-Währungen ihre Verluste zum größten Teil wieder kompensieren konnten, bleibt der Abwärtstrend der türkischen Lira ungebrochen.

Kapitalmarktexperten halten dies für angemessen, denn die Ansteckungsgefahren der türkischen Krise sind groß: Zwar trug die Wirtschaft der Türkei mit rund 900 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr nur rund ein Prozent zur globalen Wirtschaftsleistung bei, doch die wirtschaftlichen Verflechtungen mit China oder der Eurozone sind groß. Zudem sind die Probleme der Türkei mit einem ansteigenden globalen Zinsniveau und einem zulegenden US-Dollar symptomatisch für weitere Schwellenländer: Jahrelang hatten die Emerging Markets davon profitiert, dass die Zentralbanken in den USA und der Eurozone nach der Finanzkrise eine ultralockere Geldpolitik betrieben und die Zinsen extrem niedrig hielten. Kapital floss in die Schwellenländer, wo höhere Renditen winkten, doch diese Phase ist nun vorbei: Die US-Notenbank Fed hat ihre Zinsen längst wieder angehoben, und das schneller und öfter als erwartet. Höhere Zinsen auf US-Staatsanleihen führen dazu, dass Investoren ihr Geld aus den Schwellenländern abziehen und wieder verstärkt im Dollarraum anlegen.

Besonders die wirtschaftlich schwächeren Emerging Markets wie die Türkei oder Argentinien bekommen mit einem solchen Vorgehen ein Problem: Eigentlich wären sie gezwungen, die Zinsen deutlich zu erhöhen, doch damit würden sie die Kredite für heimische Unternehmen verteuern und das ohnehin fragile Wirtschaftswachstum ausbremsen. So hat der türkische Präsident Erdogan durch seine persönlichen Interventionen verhindert, dass die türkische Zentralbank die Zinsen erhöhte – die Unabhängigkeit der Notenbank war nicht länger gegeben, was Investoren abschreckte und einen Teil der türkischen Währungskrise erklärt.

Anleger reagierten höchst nervös, zumal ein Bericht der „Financial Times“ für Aufregung sorgte: Die Europäische Zentralbank (EZB) sei besorgt um Großbanken aus dem Euroraum mit starkem Engagement in der Türkei. Vor allem drei Institute stünden unter der besonderen Beobachtung der EZB, hieß es dort: die spanische BBVA, die französische BNP Paribas sowie die italienische Unicredit.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie gefährlich ist der Kursverfall der türkischen Lira für die Finanzmärkte? Offensichtlich nehmen Investoren die Warnungen der EZB ernst, denn die Aktienkurse der drei Banken sind seitdem um mehr als zehn Prozent gefallen. Klar ist: Auch Banken aus der Eurozone haben Erdogans Wirtschaftsboom auf Pump in der Vergangenheit mitfinanziert und nun mit deutlich gestiegenen Ausfallrisiken für ihre Kredite zu kämpfen. Kann die Türkei-Krise das Niveau der Griechenland-Krise erreichen? Zwar ist das Land am Bosporus wirtschaftlich bedeutsamer als Hellas, doch insgesamt ist die Gefahr einer Ansteckung im Falle der Türkei deutlich geringer; allein schon deshalb, weil das Land eben nicht wie Griechenland ein Mitglied der Eurozone ist. Verstärkte Schockwellen für die Kapitalmärkte dürfte die türkische Währungs- und Wirtschaftskrise aber trotzdem auslösen – Anleger sollten Zuflucht in den aktiv gemanagten SJB FondsStrategien suchen, wo Absicherungspositionen genauso wichtig genommen werden wie das Wahrnehmen antizyklischer Einstiegschancen.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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