SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist der Kurseinbruch bei den deutschen Versorgern gerechtfertigt?

16. September 2015 von um 14:45 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist der Kurseinbruch bei den deutschen Versorgern gerechtfertigt? „Die Kurse der beiden deutschen Energieriesen Eon und RWE sind in den letzten Tagen ganz erheblich unter die Räder gekommen. Im Umfeld der Spekulation über neue Milliardenlasten aus dem Atomausstieg stürzten die Notierungen um bis zu 13 Prozent ab, Börsianer berichten von Panikverkäufen der Anleger“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Marktentwicklungen zusammen. Mittlerweile ist die RWE-Aktie zu Kursen knapp über zehn Euro erhältlich, das Eon-Papier ist kaum mehr als 7,50 EUR wert. Ergeben sich auf diesem Kursniveau erste Einstiegschancen, ist der Absturz der Versorgeraktien übertrieben? Alle wichtigen Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, für die Aktien der beiden deutschen Energieriesen mit Atomkraftwerken kommt es derzeit knüppeldick. Bereits am Dienstag sind die Notierungen von RWE und Eon um bis zu 13 Prozent eingebrochen, und auch am Mittwoch setzt sich die Talfahrt mit neuen Kursabschlägen von rund fünf Prozent fort. Die Folgen der Panikverkäufe sind beträchtlich: War die RWE-Aktie vor zwei Monaten noch zu Kursen um 20 Euro erhältlich, hat sie sich nun nahezu halbiert und markierte zu Wochenbeginn einen Tiefstkurs von 10,18 Euro.

Kaum besser sieht die Lage bei AKW-Betreiber Eon aus: Notierungen von 12,50 Euro im Sommer haben sich per Mitte September auf 7,46 Euro ermäßigt – ein Kursabschlag von über vierzig Prozent für die Aktie des Energiekonzerns!

Welche Nachricht lässt die Kurse der beiden deutschen großen Energieversorger so extrem einbrechen? Es ist die Meldung, dass sich die beiden Atomkraftwerk-Betreiber Eon und RWE auf zusätzliche Milliardenlasten durch den Atomausstieg einstellen müssen, die die bisherigen Rückstellungen bei weitem übersteigen. So hatte das „Handelsblatt“ am Montagabend berichtet, dass die AKW-Rückstellungen der vier deutschen Atomkraftkonzerne um bis zu 30 Milliarden Euro zu niedrig seien. Auch wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel von „unverantwortlichen Spekulationen“ sprach – nachdem Eon offensichtlich aus Druck aus der Bundesregierung darauf verzichtet hatte, seine Atomkraftwerke in die neu gegründete Konzerntochter Uniper auszulagern, liefen dem Energiekonzern die Anleger in Scharen davon.

Sollten die Atomkonzerne die Haftungsrisiken für den Rückbau und die Folgeschäden der von ihnen betriebenen AKWs nicht umgehen können und tatsächlich in einer Art „unendlichen Haftung“ gefangen sein, so ergeben sich ganz massive Deckungslücken in den bisher dafür aufgebauten Rückstellungen. Die Prüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton wurde in diesem Zusammenhang vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragt, zu prüfen, ob die Rückstellungen der Versorger ausreichen. Kritiker bezweifeln das seit Jahren und verweisen auch auf die ungeklärte Endlagerung der Atomabfälle. Zudem soll untersucht werden, was bei einer möglichen Insolvenz der Versorger geschieht.

Aus Berliner Regierungskreisen sickerte nun durch, dass dem „Stresstest“ der AKW-Betreiber zufolge Eon neun bis zwölf Milliarden Euro fehlen, während RWE 7,5 bis zehn Milliarden Euro zu wenig zurückgelegt hat. Die bisher geleisteten Rückstellungen von Eon belaufen sich auf 16,6 Milliarden Euro, während RWE mit 10,4 Milliarden Euro vorgesorgt hat. Diese massive Unterdeckung bei Rückstellungen für den Atomausstieg ist es, die private wie institutionelle Investoren dazu animiert, die Aktien der deutschen Versorger in hohem Bogen aus ihren Depots zu werfen. Die RWE-Aktie notiert aktuell auf einem 25-Jahres-Tief, die Papiere von Eon sind hingegen auf den niedrigsten Stand aller Zeiten gefallen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist der Kurseinbruch bei den deutschen Versorgern gerechtfertigt? Auch wenn es noch keine offiziellen Ergebnisse des Stresstests der Bundesregierung über die AKW-Rückstellungen gibt: Der Ausverkauf bei den Aktien der zwei deutschen Energieriesen ist heftig, in wenigen Tagen wurde ein Börsenwert von insgesamt 1,3 Milliarden Euro vernichtet. Noch schlimmer sieht es für RWE und Eon seit Jahresbeginn aus: Seit Januar schmolz die Marktkapitalisierung der beiden Konzerne um rund 22 Milliarden Euro zusammen. Optisch sind die Kurse der beiden großen Versorger damit sehr günstig: Die RWE-Aktie kann auf dem derzeitigen Kursniveau mit einem KGV von 6,7 und einer prognostizierten 2015er-Dividendenrendite von 6,30 Prozent aufwarten. Kaum niedriger fällt die erwartete Dividendenrendite bei Eon mit 5,85 Prozent aus. Doch Vorsicht! Die zuletzt geleisteten Ausschüttungen werden beide Konzerne nicht annähernd beibehalten können, wenn sie in unbegrenzte Haftung für alle Kosten und Folgeschäden des Atomausstiegs genommen werden. Trotz des bereits stark ermäßigten Kursniveaus würde ich deshalb selbst antizyklischen Investoren davon abraten, neue Positionen bei RWE oder Eon einzugehen – attraktiv bewertet sind die Titel der großen deutschen Versorger immer noch nicht!

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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