SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Welche Konsequenzen hätte ein Brexit für die britische FondsIndustrie?

22. Juni 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Welche Konsequenzen hätte ein Brexit für die britische FondsIndustrie? „Am 23. Juni wird es ernst, wenn die Briten über einen Verbleib oder den Austritt aus der Europäischen Union abstimmen. Umfragen signalisieren weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Brexit-Gegnern und Befürwortern“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Tendenzen rund um den möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU zusammen. „Sollte es tatsächlich zum Brexit kommen, sind die Konsequenzen für britische Investmentfonds immens. Sie würden ihre Zulassung für die EU verlieren und müssten sich auf deutlich höhere Kosten einstellen.“ Weitere Details und wichtige Hintergründe zu dieser Entwicklung finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, aus allen möglichen Perspektiven werden aktuell die Folgen eines Brexits von den Medien dargestellt, doch welche Konsequenzen hätte eigentlich der Austritt Großbritanniens für die dort ansässige FondsIndustrie? Eines ist auf jeden Fall klar: Wenn sich die britischen Bürger in ihrer Volksabstimmung für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union entscheiden, kämen auf britische Investmentfonds immense Kosten zu. Denn in Großbritannien registrierte Investmentfonds würden ihre Zulassung für den EU-Markt verlieren und müssten ihren Geschäftssitz verlegen, um weiterhin auf dem EU-Kapitalmarkt aktiv zu sein. Hohe Kosten kämen damit nicht nur auf die FondsGesellschaften, sondern auch auf ihre Kunden zu – mit steigenden Gebühren und ausufernder Bürokratie ist auf jeden Fall zu rechnen.

Was müssten angesehene FondsGesellschaften wie Aberdeen, Henderson oder Threadneedle also tun, um ihre Produkte weiterhin EU-Bürgern anbieten zu können? Alle Investmentanbieter mit Sitz in Großbritannien müssten neue Gesellschaften gründen, um so eine Vertriebszulassung zu erwerben und weiterhin Zugang zum EU-Markt zu haben. Anbieten würde sich für britische FondsGesellschaften die Gründung neuer Ableger in den FondsZentren Dublin oder Luxemburg, die schon jetzt zahlreiche Fonds domizilieren und den FondsMarkt in der EU beherrschen.

Im Kern geht es für die FondsAnbieter darum, den Status als UCITS („Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities“) auch weiterhin zu besitzen. Mit diesem „Gütesiegel“ ist es FondsGesellschaften aus einem beliebigen EU-Land auch möglich, ihre Fonds in allen anderen EU-Ländern zu vertreiben. Aufwendige Zulassungsverfahren werden so vermieden, könnten aber bei einem Brexit bald wieder Realität werden: Denn verabschieden sich die Briten aus der Europäischen Union, fällt sofort die EU-weite Zulassung britischer FondsProdukte weg.

Schwer getroffen von einer solchen Entwicklung wäre die britische Finanzmetropole London und mit ihr zahlreiche FondsGesellschaften aus den USA und Asien, die dort ihren Europa-Standort besitzen. Nach einem Brexit wäre Großbritannien wie ein beliebiger Drittstaat zu behandeln und müsste vollkommen neu mit der EU verhandeln, um die Erlaubnis für den FondsVertrieb eigener Produkte zu erlangen. Alternativ könnten britische Investmenthäuser die „Abkürzung“ zum Erhalt einer Vertriebszulassung gehen und neue Tochtergesellschaften in einem EU-Land gründen. Dass dies mit zahlreichen Mühen und hohen Kosten für die Anbieter verbunden ist, versteht sich von selbst. Eine letzte Möglichkeit für britische FondsHäuser wäre es nach einem Brexit, ihre Fonds über einen Drittanbieter zu verkaufen und diesem dafür eine Gebühr zu bezahlen. Doch auch dies würde zu Kostensteigerungen führen und die Produkte unattraktiver für Kunden aus dem Euroraum machen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Welche Konsequenzen hätte ein Brexit für die britische FondsIndustrie? Wie man es auch dreht und wendet – ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würde den britischen FondsGesellschaften sowie allen ihren Kunden in der Eurozone massive Probleme und hohe Kosten bescheren. Der Aufbau neuer Firmensitze und Tochtergesellschaften wäre mit viel Aufwand, Zeit und Geld verbunden, die Attraktivität britischer FondsProdukte im Ausland würde massiv sinken. Einen solchen Wettbewerbsnachteil wünscht man den langfristig oft sehr erfolgreich agierenden FondsAnbietern aus Großbritannien keineswegs, und auch ihren Kunden auf dem Festland sind die rechtliche Unsicherheit sowie die ungünstigere Kostenstruktur kaum zuzumuten. Deshalb kann man nur an alle Briten appellieren, trotz aller berechtigten Kritik an den EU-Gremien gegen einen Brexit zu stimmen, um der eigenen FondsIndustrie keinen nachhaltigen und vielleicht irreparablen Schaden zuzufügen!

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