SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie nachhaltig kann das Knacken der 10.000-Punkte-Marke beim DAX sein?

28. Mai 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie nachhaltig kann das Knacken der 10.000-Punkte-Marke beim DAX sein? „Der deutsche Aktienindex DAX befindet sich weiter in Rekordlaune und ist nur noch hauchdünn von der psychologisch so wichtigen 10.000-Punkte-Hürde entfernt. Die magische Marke ist für Anleger zum Greifen nah, die Stimmung an den Märkten trotz diverser Störfaktoren bestens“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Börsenentwicklungen zusammen. Doch egal wann der DAX fünfstellig notiert – die längerfristigen Aussichten für Deutschlands Aktienmarkt sind alles andere als positiv. Mit neuen Indexrekorden steigt die Rückschlagsgefahr immer weiter an, ein Crash wird wahrscheinlicher. Alle Details dazu finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, heute, morgen oder spätestens übermorgen dürfte es soweit sein: Der deutsche Leitindex DAX wird zum ersten Mal in seiner Geschichte die 10.000-Punkte-Marke knacken und damit in neue, fünfstellige Dimensionen vorstoßen. Am Mittwochmittag liegt das aktuelle Rekordhoch des DAX bei 9.558 Punkten und damit nur noch 42 Punkte bzw. lächerliche 0,44 Prozent von der 10.000-Punkte-Hürde entfernt.

Der Rekordstimmung beim DAX, der von der neuen magischen Bestmarke nur noch hauchdünn entfernt ist, kann aktuell nur wenig entgegengesetzt werden. Doch wie nachhaltig wird der Vorstoß in neue Bewertungsdimensionen sein, sind die neuen Rekordmarken überhaupt durch Unternehmens- und Wirtschaftsdaten gerechtfertigt? Hierauf ein klares Nein, denn wenn man die Bewertungsmaßstäbe betrachtet, haben die Firmenergebnisse wie auch die Konjunkturdaten mit den immer neuen Spitzenmarken nicht mitgehalten. Gerade erst ist die BIP-Prognose des deutschen DIW-Instituts vorgelegt worden, die von einem Stocken des Wirtschaftswachstums in Deutschland ausgeht: Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal nur noch um 0,2 Prozent zulegen, nachdem es im ersten Quartal um 0,8 Prozent und damit viermal so stark gewachsen war. Schwächeanzeichen von konjunktureller Seite sind unübersehbar, zugleich sind die Aktien in großen internationalen Aktienindizes wie DAX oder Dow Jones fast wieder auf dem Bewertungsniveau angelangt, das sie kurz vor Ausbruch der Finanzkrise 2008 erreicht hatten. Das hohe KGV belastet die Aktienmarktrally und sorgt für gestiegenes Rückschlagspotenzial, erst Recht nach Überwinden der 10.000 Punkte.

Doch welche Ereignisse haben die jüngsten Kurssteigerungen überhaupt ausgelöst? Zum einen war es der Ausgang der Europawahl, der trotz den Erfolgen einiger eurokritischer Parteien die etablierten und konservativen Kräfte als klaren Sieger hat: Der pro-europäische Kurs in Straßburg ist also nicht gefährdet, die Maßnahmen zur Euro-Rettung werden weiterlaufen. Positiv aufgenommen von Marktteilnehmern wurde zudem die von Petro Poroschenko gewonnene Präsidentenwahl in der Ukraine. Das eindeutige Wahlergebnis mit der über 55-prozentigen Mehrheit von Poroschenko sorgte für Erleichterung an den Börsen. Aber der Bürgerkrieg in der Ukraine geht weiter, in vielen der von den Separatisten kontrollierten Gebiete konnte gar nicht abgestimmt werden. Als Risikofaktor bleibt die dortige Situation sowie die mögliche Eskalation des Konflikts zwischen Russland und dem Westen also bestehen.

Am stärksten nach oben getrieben hat die Kurse im DAX die Spekulation über weitere geldpolitische Lockerungen der Europäischen Zentralbank EZB. Marktbeobachter gehen davon aus, dass EZB-Präsident Mario Draghi bereits in der kommenden Woche eine weitere Senkung des Leitzinses für den Euroraum verkünden könnte. Damit würde die bereits jetzt vorherrschende Liquiditätsflut, die als Hauptgrund steigender Aktienkurse zu gelten hat, noch weiter gesteigert. Zusätzlich zu einer weiteren Senkung des bereits auf einem Rekordtief befindlichen Leitzinses könnten weitere teils unkonventionelle Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung durch die EZB ergriffen werden: Im Gespräch sind Anleihenkäufe nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed oder ein negativer Einlagenzins für Banken. Ob diese Instrumente überhaupt wirken, steht in den Sternen. Eine zusätzliche Gefahr: Am völlig anders strukturierten europäischen Anleihenmarkt könnten QE-Maßnahmen wie in den USA verpuffen, mit dem „Negativzins“ sind keine ausreichenden praktischen Erfahrungen vorhanden. Keine guten Aussichten für dauerhafte Kursgewinne des DAX oberhalb der 10.000er-Marke.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie nachhaltig kann das Knacken der 10.000-Punkte-Marke beim DAX sein? Die 10.000 Punkte beim DAX werden in den nächsten Tagen fallen – soviel steht fest. Doch wie es danach weitergeht und ob sich das deutsche Kursbarometer oberhalb der psychologisch so wichtigen Marke stabilisieren kann, ist völlig offen. Entscheidend wird die EZB-Sitzung in der ersten Juni-Woche sein, und hier ist Vorsicht gefragt: Denn gerade weil die meisten Anleger davon ausgehen, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter lockern wird, ist die Erwartungshaltung hoch. Wird EZB-Präsident Draghi nun aber nicht oder nicht im erwarteten Umfang liefern, steigt die Rückschlagsgefahr immens an. Eine weitere Steigerung der EZB-Geldschwemme ist in den Kursen bereits eingepreist – insofern wäre eine Enttäuschung über ausbleibende EZB-Maßnahmen ein willkommener Anlass für den DAX, nach einem kurzzeitigen Überwinden der 10.000er-Marke wieder deutlich nachzugeben und die längst fällige größere Korrekturbewegung einzuleiten.

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