SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist Junckers Vorschlag des „Euro für alle“ eine gute Idee?

14. September 2017 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist Junckers Vorschlag des „Euro für alle“ eine gute Idee? „EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat insgesamt fünf Vorschläge zur Reform und Ihre Werbung. Hier?Weiterentwicklung der Europäischen Union vorgelegt, darunter auch die Idee, den Euro für alle EU-Mitgliedsstaaten einzuführen. Auch Länder, die die Maastricht-Kriterien aktuell noch verfehlen und jede wirtschaftliche Stabilität vermissen lassen, würden so in den Genuss der Mitgliedschaft in der EU-Währungsunion kommen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die europäische Einheitswährung zusammen. „Sind Junckers gut gemeinte Vorschläge zur Ausweitung der Eurozone eine gute Idee, oder untergraben Sie das ohnehin gesunkene Vertrauen in den Euro?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich für die Einführung des Euro in der gesamten Europäischen Union, also auch in wirtschaftsschwächeren osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien ausgesprochen. In seiner jährlichen Rede zur Lage des europäischen Staatenbundes verbreitete Juncker demonstrative Aufbruchsstimmung und machte dazu insgesamt fünf Vorschläge zur Reform und Weiterentwicklung der EU, die nicht allen Mitgliedsstaaten gefallen dürften. So will Juncker unter Aufweichung der Stabilitätskriterien den Euro in der gesamten Europäischen Union einführen, außerdem sollen alle EU-Länder der Schengenzone ohne Grenzkontrollen beitreten. Ebenfalls auf der Agenda steht für Juncker ein weiteres Wachstum der EU: Bis 2025 könnte die Union um die 30 Mitglieder haben.

Doch kurz vor der Bundestagswahl kommen Junckers Vorschläge zur Unzeit und dürften – nicht nur in Deutschland – erheblichen Streit auslösen. So bedeutet die gewünschte Ausweitung der Eurozone, dass auch EU-kritische Länder wie Ungarn oder Polen die Einheitswährung einführen würden. Auch wirtschaftliche Stabilitätskriterien verfehlende EU-Länder wie Rumänien oder Bulgarien sollen die Chance zur Euro-Einführung bekommen. Aktuell wird erst in 19 der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union mit dem Euro bezahlt; eine Zahl, die EU-Kommissionspräsident Juncker gerne erhöhen möchte und dafür auch politische und ökonomische Risiken in Kauf nimmt.

Jean-Claude Juncker ist quasi verpflichtet dazu, eine Wende zum Positiven in der EU zu sehen und dies auch zu kommunizieren. Nach der Brexit-Entscheidung der Briten sei die EU an einem Tiefpunkt angelangt, heute würde sie sich wieder mehr auf Gemeinsamkeiten besinnen, hieß es in seiner Rede. Um zu kompensieren, dass die wirtschaftliche Erholung noch nicht jeden Mitgliedstaat erreicht habe, will der Luxemburger nun den Zugang zum Euro erleichtern. In den verbleibenden 16 Monate seiner eigenen Amtszeit plant Juncker, die Gemeinschaftswährung auch den Staaten nahe zu bringen, die sie bislang aus unterschiedlichsten Gründen nicht einführen konnten oder wollten.

Doch die 19 Staaten der EU-Währungsunion leiden schon jetzt unter einer oft divergenten Wirtschafts-, Haushalts- und Sozialpolitik. Die Spannungen und Verwerfungen dürften bei einer schnellen Erweiterung weiter zunehmen, eine Durchsetzung von Haushalts- und Schuldendisziplin immer schwerer fallen. Keine gute Voraussetzung für die europäische Gemeinschaftswährung, die ohnehin in einer Stabilitäts- und Sinnkrise befangen ist. Früher hatte Juncker das „Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten“ bevorzugt und die Staaten selbst entscheiden lassen, ob und wie schnell sie ihre Volkswirtschaften integrieren. Nun will er offensichtlich die EU-Integration mit Gewalt voranbringen und damit die Grundprinzipien der Währungsunion ad absurdum führen. Doch Kritiker befürchten, dass eigentlich unreifen Beitritts-Kandidaten dabei zu sehr unter die Arme gegriffen wird und diese aus politisch-strategischen Gründen künstlich fit für den Euro gemacht werden – dies könnte fatale Folgen haben.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist Junckers Vorschlag des „Euro für alle“ eine gute Idee? Eine schnelle, ausschließlich politisch motivierte Einführung des „Euro für alle“ wäre ein absolutes Horrorszenario, das die ohnehin angeschlagene Glaubwürdigkeit und Stabilität der europäischen Einheitswährung vollends untergraben würde. Der Euro bei den autokratischen Ungarn, den politisch aufmüpfigen Polen oder den ökonomisch weit von einem Währungsunionsbeitritt entfernten Staaten Rumänien und Bulgarien? Dies ist ein zwar gut gemeinter, aber ganz schlecht gemachter Vorschlag, der nicht nur bei den EU-Schwergewichten wie Frankreich und Deutschland scharfe Ablehnung erfahren dürfte. Die Eintrittsbarrieren für die als besonders stabil verkaufte europäische Einheitswährung immer weiter zu senken, wird diese nicht retten – im Gegenteil: Das schon durch Mario Draghis Liquiditätsschwemme und Nullzinspolitik angekratzte Image des Euro würde vollends ruiniert, nur um die weiter zerbröselnde Eurozone zu kitten.

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