SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist das neue Jahreshoch des DAX nachhaltig?

11. August 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

individualitaetSJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist das neue Jahreshoch des DAX nachhaltig? „Für viele Marktbeobachter überraschend, hat der deutsche Leitindex DAX am Dienstag ein neues Jahreshoch von 10.708 Punkten markiert. Krisenherde gibt es jedoch genug: Die Brexit-Folgen, die unsichere Lage in der Türkei oder auch die Bankenkrise in Italien. Die Sommerrally besitzt damit den Charakter eines von fundamentaler Seite her ungerechtfertigten Kursanstiegs, der kaum nachhaltig sein dürfte“, bewertet Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Börsenentwicklungen in Deutschland. „Ein Kursanstieg wie der vom Wochenbeginn kann so nur in den liquiditätsarmen Sommermonaten geschehen, wo Marktteilnehmer mit relativ geringem Kapitaleinsatz größere Kursbewegungen auslösen können.“ Alle Details zu der Scheinrally, die sich als Bullenfalle entpuppen dürfte, finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, am Dienstag war der DAX, das wichtigste deutsche Börsenbarometer, kaum zu bremsen. Nach dem Überwinden der 10.500 Punkte, die sich zuvor als hartnäckiger Widerstand erwiesen hatten, ging es bis auf einen neuen Jahreshöchststand von 10.708 Zählern steil nach oben. Ein Plus von 260 Punkten an einem Handelstag, der sich nicht durch besondere Nachrichten auszeichnete, und dies alles in einem angeschlagenen Marktumfeld – wie konnte das passieren? Es handelt sich bei den jüngsten Kursavancen des DAX offenbar um eine fundamental nicht gerechtfertigte „Sommerrally“, wie sie eben nur in den liquiditätsarmen Wochen der Jahresmitte auftreten kann.

Dass Marktteilnehmer den DAX auf einen neuen Höchststand von 10.692 Zählern auf Schlusskursbasis getrieben haben, ist vor allem charttechnisch motiviert. Der Schlusstand des DAX zum Jahresende 2015 von 10.743 Punkten ist jetzt nur noch wenige Punkte entfernt, so dass nun ausgetestet werden soll, ob es dem deutschen Leitindex in diesem Jahr doch gelingen könnte, in den grünen Bereich vorzustoßen und einen neuen Aufwärtstrend zu etablieren. Von seinem Februar-Tief hat sich der DAX um mehr als 20 Prozent nach oben abgesetzt, womit per Definition der Eintritt in einen so genannten Bullenmarkt erfüllt ist. Doch kann es eine nachhaltige Aufwärtsbewegung des bereits äußerst ambitioniert bewerteten deutschen Aktienmarktes in Zeiten von Bankenkrisen, Brexit-Ängsten und Terror-Sorgen um den IS geben?

Ich denke nein, und so ist das neue Jahreshoch des DAX als kurzfristige Übertreibung in der aktuellen Niedrig- und Negativzinsphase einzuordnen, die zu entsprechenden Kapriolen am Aktienmarkt führt. Denn aufgrund der schrankenlos verfügbaren Liquidität ist es für kapitalkräftige Marktteilnehmer ein Leichtes, den DAX-Kurs auch ohne nennenswerte Nachrichten zu bewegen und neue Höchststände auszulösen, die eigentlich nur als „Luftbuchungen“ zu klassifizieren sind. So treibt die Geldflut der Notenbanken nicht nur die Kurse der Anleihen, sondern auch die Aktienmärkte weiter nach oben. Nachdem die Negativrendite selbst bis in den Bereich der zehnjährigen Bundesanleihen vorgedrungen ist, haben Investoren im Anleihensektor absolut keine Ertragsmöglichkeiten mehr – in der Konsequenz fließt das überschüssige Geld in den Aktienmarkt und sorgt auch dort für absurd hohe Notierungen, womit ein Zustand hergestellt wird, der dem der Nullrendite bei Zinspapieren entspricht.

Weitere Gründe für den so plötzlichen und vordergründig kaum motivierten Kursanstieg des DAX: In den vergangenen zwölf Monaten haben sich Anleger auf breiter Basis gegen fallende Kurse abgesichert und waren davon ausgegangen, dass der DAX seinen Stand zu Jahresbeginn nicht wieder erreichen könne. Doch jetzt, wo die Kurse immer weiter steigen, geraten diese Absicherungspositionen in Schieflage: Investoren stehen unter Druck, ihre Short-Positionen aufzulösen, um die Verluste zu begrenzen. Auch diese Entwicklung ist für den rasanten Anstieg des DAX auf neue Jahreshochs verantwortlich – gerade in der liquiditätsarmen Sommerzeit.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist das neue Jahreshoch des DAX nachhaltig? Der aktuelle Test der bisherigen Jahreshöchststände des DAX besitzt für mich keinerlei Nachhaltigkeit; einen Wechsel in eine neue Aufwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt erwarte ich nicht. In dem fundamental unmotivierten Kursanstieg des DAX sehe ich vielmehr den finalen Versuch spekulativ orientierter Marktteilnehmer, andere Investoren mit Gewalt aus ihren Absicherungspositionen herauszudrängen, um so in Zeiten geringer Liquidität Kapital aus dem Auslösen von Verkaufsstopps zu schlagen. Das dünne Handelsvolumen erleichtert den Kursanstieg des DAX, der nach einem kurzen Intermezzo im Bereich positiver Kurse seit Jahresbeginn wieder umso vehementer nach unten drehen dürfte. Investoren seien vor dieser sich abzeichnenden „Bullenfalle“ gewarnt!

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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